Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Siemens baut Reinigungsroboter

Putzt in Supermärkten, Flughäfen und Krankenhäusern. Die Reinigung von Supermärkten ist bislang ein eher unangenehmes aber notwendiges Geschäft, was meist vom Personal selbst erledigt werden muss. Nun hat der Siemens-Bereich Automatisierungs- und Antriebstechnik (A&D) zusammen mit Hefter Cleantech und der holländischen Firma RTB einen Reinigungsroboter entwickelt, der dies während der Öffnungszeiten und inmitten des Kundenbetriebs erledigen soll.
/ Andreas Donath
Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)

amazon Affiliate

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

Nach einem im August 1996 begonnenen und jetzt abgeschlossenen Probelauf in mehreren Supermärkten der holländischen Einzelhandelskette Albert Heijn werden jetzt die ersten Geräte im Alltagsbetrieb eingesetzt.

Hefter Cleantech ist Hersteller der Roboter. Entwickelt wurden diese gemeinsam mit dem holländischen Reinigungsspezialisten RTB und dem Siemens-Bereich Automatisierungs- und Antriebstechnik (A&D), von dem das Navigationssystem kommt.

Das Besondere am Navigationssystem Sinas ist, dass es keine zusätzlich zu installierenden Navigationshilfen benötigt, wie zum Beispiel Reflektoren, und sich in seiner Einsatzumgebung selbstständig orientiert. Sinas verfügt über Strategien, Hindernisse zu erkennen und ihnen auszuweichen, manövriert geschickt in engen Bereichen, "fährt nahe am Rand", zum Beispiel an Wänden und Regalen, erkennt Sackgassen und findet selbstständig aus ihnen heraus.

Um später autonom fahren zu können, muss der Serviceroboter zuvor seine Umgebung kennen lernen. Dazu wird er von einem Bediener in einer Teach-in-Fahrt (Lernfahrt) geführt. Mit dem eingebauten Laserscanner wird eine "merkmalsbasierte" Karte aufgebaut. Merkmale sind zum Beispiel Wände, Regale oder Säulen. Mit Hilfe solcher so genannten "Landmarken" orientiert sich der Roboter. In einer zweiten Teach-in-Fahrt zeigt der Bediener dem Roboter die Reinigungsbahn. Auf dieser Fahrt nicht erfasste Bereiche sind für den Roboter No-go-areas (verbotene Bereiche), die er im autonomen Betrieb nicht befährt.

Der Roboter schrubbt den Boden und saugt ihn gleich wieder trocken. Dabei achtet er aufmerksam auf Hindernisse. Steht ein Kunde im Weg, bittet ihn die Maschine höflich, zur Seite zu treten: "Entschuldigung, ich möchte hier saubermachen!"

Kommt dieser der Aufforderung nicht nach, wird nicht etwa mit dem Laserschwert nachgeholfen, sondern ein Ausweichmanöver eingeleitet, ohne den Angesprochenen weiter zu belästigen.

Zur Reinigung ist der Roboter in vielen weiteren Umgebungen zu verwenden, zum Beispiel in Fabriken, Krankenhäusern, Flughäfen oder Bahnhöfen.

In Deutschland hat der Reinigungsroboter erfolgreiche Probeläufe auf dem Nürnberger Flughafen und in Industrieumgebungen absolviert. In Hannover im Umfeld der Expo zeigt Hefter den Reinigungsroboter im Rahmen des Projektes "Supermarkt 2000" der Rewe-Handelskette.

Ein nach Ansicht der Hersteller bedeutender Zusatznutzen ist die Werbung mit direktem Kundenzugang. Der Roboter fährt herum, spricht vorgegebene Texte oder macht auch noch Musik. Mit angebrachten Aufklebern oder Werbeaufbauten ist der Roboter ein attraktiver Blickfang mit großer Aufmerksamkeitswirkung und kann die hohen Investitionskosten so auch schneller wieder hereinfahren.


Relevante Themen