Siemens baut Reinigungsroboter
Hefter Cleantech ist Hersteller der Roboter. Entwickelt wurden diese gemeinsam mit dem holländischen Reinigungsspezialisten RTB und dem Siemens-Bereich Automatisierungs- und Antriebstechnik (A&D), von dem das Navigationssystem kommt.
Das Besondere am Navigationssystem Sinas ist, dass es keine zusätzlich zu installierenden Navigationshilfen benötigt, wie zum Beispiel Reflektoren, und sich in seiner Einsatzumgebung selbstständig orientiert. Sinas verfügt über Strategien, Hindernisse zu erkennen und ihnen auszuweichen, manövriert geschickt in engen Bereichen, "fährt nahe am Rand", zum Beispiel an Wänden und Regalen, erkennt Sackgassen und findet selbstständig aus ihnen heraus.
Um später autonom fahren zu können, muss der Serviceroboter zuvor seine Umgebung kennen lernen. Dazu wird er von einem Bediener in einer Teach-in-Fahrt (Lernfahrt) geführt. Mit dem eingebauten Laserscanner wird eine "merkmalsbasierte" Karte aufgebaut. Merkmale sind zum Beispiel Wände, Regale oder Säulen. Mit Hilfe solcher so genannten "Landmarken" orientiert sich der Roboter. In einer zweiten Teach-in-Fahrt zeigt der Bediener dem Roboter die Reinigungsbahn. Auf dieser Fahrt nicht erfasste Bereiche sind für den Roboter No-go-areas (verbotene Bereiche), die er im autonomen Betrieb nicht befährt.
Der Roboter schrubbt den Boden und saugt ihn gleich wieder trocken. Dabei achtet er aufmerksam auf Hindernisse. Steht ein Kunde im Weg, bittet ihn die Maschine höflich, zur Seite zu treten: "Entschuldigung, ich möchte hier saubermachen!"
Kommt dieser der Aufforderung nicht nach, wird nicht etwa mit dem Laserschwert nachgeholfen, sondern ein Ausweichmanöver eingeleitet, ohne den Angesprochenen weiter zu belästigen.
Zur Reinigung ist der Roboter in vielen weiteren Umgebungen zu verwenden, zum Beispiel in Fabriken, Krankenhäusern, Flughäfen oder Bahnhöfen.
In Deutschland hat der Reinigungsroboter erfolgreiche Probeläufe auf dem Nürnberger Flughafen und in Industrieumgebungen absolviert. In Hannover im Umfeld der Expo zeigt Hefter den Reinigungsroboter im Rahmen des Projektes "Supermarkt 2000" der Rewe-Handelskette.
Ein nach Ansicht der Hersteller bedeutender Zusatznutzen ist die Werbung mit direktem Kundenzugang. Der Roboter fährt herum, spricht vorgegebene Texte oder macht auch noch Musik. Mit angebrachten Aufklebern oder Werbeaufbauten ist der Roboter ein attraktiver Blickfang mit großer Aufmerksamkeitswirkung und kann die hohen Investitionskosten so auch schneller wieder hereinfahren.