Berliner Unis führen Numerus Clausus für Informatik ein
Da das Fach Informatik nicht von der Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) aufgenommen ist, können die Studierwilligen auch nicht auf andere Universitäten verteilt werden. Im Wintersemester 1994/95 wurde das Studienfach aus der ZVS-Liste gestrichen, da genügend Studienplätze in Deutschland vorhanden waren. Auf 6.546 Plätze kamen 4.649 Bewerber.
Kommentar:
Wahrlich ein Trauerspiel, aber bezeichnend für die industriell geprägte Bundesrepublik. Während die Unternehmen händeringend nach gut ausgebildeten Informatikern suchen und durch Lobbyistenarbeit sogar Einwanderungsmauern in den Köpfen einzureißen vermögen und angespornt vom IT-Boom immer mehr junge Menschen die sich ihnen bietenden Chancen nutzen wollen, verhindern mangelnde Kapazitäten an staatlichen Hochschulen die Heranziehung des Nachwuchses.
Auch mancher Unternehmer, der problemlos für den notwendigen Rückzug des Staates aus wirtschaftlichen Belangen plädieren kann, sollte sich fragen, warum die Privatwirtschaft die Hochschulen und andere Ausbildungen nicht stärker fördert und Stipendien an privaten Hochschulen im In- und Ausland nur spärlich vergeben werden.
Da stimmt es schon nachdenklich, dass die Lobbyverbände ihren Mitgliedern nicht längst nahegelegt haben, Teile der IT-Milliardeninvestitionen nicht in den Aufbau privater Hochschulen zu stecken. Oder geschieht dies mangels erwarteter Kontinuität der momentanen Boomphase nicht?
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