Harte Nuss für Fans der Echtzeit-Strategie. Das ist ja ganz was Neues: Take 2 Interactive kündigt das von Silicon Dreams entwickelte Spiel als nächste Generation der Action-Strategie-Spiele an. Dabei ist Starship Soldiers nicht das erste Spiel, welches die Spielergemeinde mit 3D beglücken möchte. Trotzdem ist es für Strategiefans mehr als nur einen Blick wert.
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160 Jahre in der Zukunft hat die Menschheit viele Planeten im Universum kolonisiert, um dort Rohstoffe abzubauen. Aber nicht alle Planeten sind unbewohnt, was die erste Kolonie auf Primus IV schmerzlich erfahren sollte. Fast völlig von den Mantai, das sind intelligente Reptilien-ähnliche Wesen, ausgelöscht, bekamen sie keine Unterstützung von der Erde. Erst als die Kolonisten den militärischen Nutzen des Erzes SL-18 entdeckten, konnten sie die Mantai zurückdrängen und auch die imperiale Regierung der Erde hatte plötzlich wieder Interesse. Als ein neuer Kaiser auf der Erde das Regiment übernahm und neue Steuern erließ, rächten sich die Kolonisten, übernahmen die Macht und begannen, das SL-18 mit fremden Zivilisationen zu handeln.
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Am 21. Juni 2161 versammelt sich die imperiale Flotte im Orbit um Primus IV, um sich zurückzuholen, was ihnen gehört, aber die Kolonisten sind gewarnt und haben Söldner namens WarMonkeys zur Verteidigung engagiert. Die Story klingt damit eher abgegriffen und auch die Rolle des Spielers ist gut bekannt. Er führt in diesem Konflikt eine der beiden Kriegsparteien in 20 Einzelmissionen und scheucht dabei bis zu 17 verschiedene Einheiten durch die Gegend. Wie in anderen Spielen des Genres ist die Kamera frei beweglich und stufenlos dreh-, kipp- und zoombar, was aber nur per Tastatur gesteuert wird und somit der Bedienung zugute kommt. Wirklich neu oder anders ist das Spiel dadurch, dass einige altbekannte Features von den Entwicklern weggelassen wurden. Das macht das Spiel einerseits einfacher, aber auch um eine gehörige Portion schwieriger.
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Was wohl am schmerzlichsten vermisst wird, ist die Möglichkeit, das Spiel während der Einsätze zu speichern. Auch das von Aufbau-Strategiespielen gewohnte Schürfen von Rohstoffen und Bauen von Gebäuden fehlt, was zur Folge hat, dass keine schützende Basis errichtet werden kann, die Verstärkung der Truppen liefern würde. Sehr hilfreich ist dagegen, dass es keinen Kriegsnebel (fog of war) gibt. Somit ist die gesamte Karte samt feindlicher Truppen einsehbar und bessere Planung möglich, denn so auf sich allein gestellt, spielt die Angriffs- oder Verteidigungstaktik eine große Rolle. Dass die Truppen überleben, ist extrem wichtig, denn wie der Name des Spiels schon zu erkennen gibt, sind die Soldaten in Starship Soldiers das Herzstück.
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Maximal 200 Männer stehen dem Spieler zur Verfügung und werden zu Beginn jedes Einsatzes individuell eingesetzt. Meist sind die Einheitentypen vorgegeben und können dann für ein paar Credits mit zusätzlichen Fahrzeugen ergänzt werden. Doch erst mit einem zugewiesenen Soldaten, der durch seine Fähigkeiten und Erfahrung die Qualität der Einheit bestimmt, ist diese einsatzbereit. Auf diese Weise können in jeder Mission die wichtigsten Truppen auch die stärksten und erfahrensten sein, was sich bezahlt macht, denn der Schwierigkeitsgrad ist enorm. Das kann Anfänger schnell zur Verzweiflung treiben, aber es gibt immer eine Lösung, über die man sich dann um so mehr freut.
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Die Schwierigkeit ist nicht unbedingt auf die KI des Gegners zurückzuführen, sondern beruht eher auf dem unausgewogenen Machtverhältnis. Denn meist in der Unterzahl kann der Verlust eines Fahrzeugs schlachtentscheidend sein. Zum Glück kann das Spiel angehalten werden, um mehreren Truppen gleichzeitig Befehle zu erteilen, denn es kommt vor allem auf korrektes Timing an. Wer hier selbst das Heft in die Hand nehmen möchte, kann in den Direktmodus schalten, in dem die Fahrzeuge manuell gesteuert werden. Dabei kann so dicht an die Einheiten gezoomt werden, dass man die rasselnden Atemgeräusche der Infanterie wahrnehmen kann. Zwar betrachtet man das Geschehen aus einer tollen Perspektive, allerdings geht das auf Kosten der Übersicht und man kann schnell den Blick für das Wesentliche verlieren.
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Starship Soldiers ist das erste 3D-Strategie-Spiel, bei dem man in die Ferne sehen kann, um eine wunderschöne Landschaft zu genießen. Tiefe Schluchten, hohe Berge oder dicht bebaute Innenstädte erfreuen das Auge. Wasseroberflächen reflektieren den realistischen Himmel und Einheiten. Wettereffekte sowie stimmungsvolle Musik unterstreichen die Atmosphäre. Ebenso schillernde Explosionen und feine Details wie Raketen, die Rauchfahnen hinter sich lassen, oder Geschosse, die der Ballistik gehorchen. Leider wurden auch Details vernachlässigt. So wirbeln Fahrzeuge zwar Staub auf, hinterlassen aber keine Spuren auf dem Boden und Trümmer sind immer merkwürdig quadratisch. Davon abgesehen ist der Gesamteindruck phantastisch, erst recht, wenn man in einer hohe Auflösung von 1024x768 Bildpunkten spielt. Allerdings kann das den Rechner in die Knie zwingen. Empfohlen ist ein PII mit 400MHz und 64MB Arbeitsspeicher sowie eine Voodoo2-Grafikkarte. Mehr kann jedoch nie schaden.
Fazit: 3D-Strategie-Spiele gibt es inzwischen viele und nicht immer wird gehalten, was die Verpackung verspricht. Starship Soldiers ist da anders. Zwar ist der Hintergrund und die Story nicht atemberaubend, aber grafisch hat es einiges zu bieten – die gerendert anmutenden Screenshots der Packung entsprechen tatsächlich der Spielgrafik. Für manche gehört der Bau einer Basis unbedingt dazu, aber wer darauf verzichten kann, sollte hier zugreifen.
Wenn man Starship Soldiers als Vorgeschmack auf "Halo" versteht, darf man sich zurecht auf dieses Spiel, das laut Take 2 im 4. Quartal erscheint und in Sachen Optik und Details noch um Längen besser sein soll, gespannt sein.