Deutscher Internet-Versandhandel mit Umsatzwachstum
Für das laufende Kalenderjahr geht der BVH davon aus, dass ein Internetumsatz von 500 Millionen DM erreicht werden kann. Inzwischen sind rund 13,4 Millionen Deutsche online und 42 Prozent davon bewegen sich sogar täglich im Netz. 3,4 Millionen Bundesbürger haben auch schon online eingekauft – mit steigender Tendenz.
Laut halbjährlichem GfK-Monitor vom Februar 2000 verzeichnet die stärksten Zuwächse bei der Internetnutzung derzeit der elektronische Einkauf (plus 78 Prozent) hinter den Onlinespielen (plus 149 Prozent).
Die Gründe für das gute Abschneiden der Versender im Netz sieht der Präsident des BVH, Klaus Wirth, mit einem einfachen Satz begründet: "Verkaufen online ist letztlich nichts anderes als Verkaufen auf Distanz – und das ist das Kerngeschäft der Versender. Wir verfügen bereits über das erforderliche Know-how, die technische Ausstattung und die Erfahrung im Umgang mit dem Kunden auf Distanz", so der Präsident weiter.
Das Geschäft vieler Online-Start-ups scheitere vor allem an der logistischen Abwicklung.
Auch die sichere Zahlungsweise per Rechnung statt Kreditkarte begünstige die etablierten Versandhandelsunternehmen im Internet. Spätestens seit Ende der 70er Jahre ist der "Kauf auf Rechnung" in Deutschland bei Versandhäusern üblich und wird bei über 95 Prozent aller Bestellungen genutzt. So ist es nach Ansicht des Verbandes nur schlüssig, auch für das Medium Internet wie beim Katalog von Anfang an den Rechnungskauf anzubieten.
Der Kreditkartenkauf wird sowohl von Verbraucherverbänden als auch von Branchenkennern immer wieder als eines der Haupthindernisse für das erfolgreiche Online-Shopping gesehen.
Der gesamte deutsche Versandhandel konnte seinen Branchenumsatz insgesamt im Jahr 1999 um 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 40,9 Milliarden DM steigern. Mit diesem Wachstum erreichten die Versender einen Anteil von 5,6 Prozent am Umsatz des gesamten deutschen Einzelhandels.
Das Umsatzwachstum der Branche von plus 0,8 Prozent im Jahr 1999 bedeutet im Einzelnen: plus 1,1 Prozent für die Sortimentsversender, also diejenigen mit warenhausähnlichem Sortiment, und plus 0,9 Prozent für die Katalogspezialversender, die "Fachhändler" unter den Versendern.
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