Spieletest: Gunship! Die ultimative Hubschraubersimulation?
Auch wenn sich in der Simulation fliegerisch höchstens der Tigre von den anderen Modellen durch höhere Wendigkeit und Agilität unterscheidet, sind alleine schon die fein detaillierten Cockpits und Außenansichten die Typenvielfalt wert.
Neben Trainings- und Einzelmissionen gibt es auch Trainingsflüge und natürlich Kampagnen. Bei diesen fliegt man wahlweise auf russischer, britischer, deutscher oder amerikanischer Seite. Damit ist auch schon der Handlungsplatz des Spiels verraten. Die Simulation spielt in Mittel- und Osteuropa und begründet die aufflackernden Kampfhandlungen mit einem wiedererstarkten nationalistischen Russland.
Die Landschaften sind zwar nur spärlich mit Gebäuden durchsetzt, doch schaut die Gegend in vielen Fällen nicht sehr europäisch, sondern eher wie im Mittleren Westen der USA aus. Da stehen Farmen mit den typischen Getreidesilos in der Gegend herum, endlose Ebenen erstrecken sich bis zum Horizont und gehen in kleine Waldgebiete über, die erstmalig in einer Hubschraubersimulation wirklich dreidimensional sind, so dass man hinter den Bäumen auf Lichtungen hubschraubertypisch in Deckung gehen kann. Die hügeligen Strukturen sind leider viel zu flach angelegt; etwas mehr Höhe hätte einiges an Spielspaß mehr geboten. Auch Flussläufe bohren sich nicht in die Landschaft sondern plätschern eher über sie hinweg.
Moderne Kampfhubschrauber haben eine zweiköpfige Besatzung, den Piloten und den Waffensystemoffizier. Der Spieler kann die Arbeitsplätze beider Personen einnehmen, wobei der jeweils andere durch den Rechner gesteuert wird. Wer die Flugtaktiken eines Kampfhubschraubers kennen lernen möchte, sollte zunächst auf dem Sitz des Kopiloten bzw. Waffensystemoffiziers Platz nehmen, um sich die fliegerischen Taktiken des Piloten einzuprägen und beim nächsten Mal selbst anzuwenden. In aller Regel fliegen die Hubschrauber in Sprüngen über die Landschaft und nutzen dabei, wenn möglich, sämtliche sich bietenden Deckungen. Geschossen wird meist aus erhöhten Positionen, die nur für das Zielen und Schießen eingenommen werden.
Neben unterschiedlichen Tages- und Nachtzeiten sind auch Wettereffekte simuliert, den Winter hat man sich allerdings gespart. Diese Parameter lassen sich in einem Missionseditor festlegen, mitsamt der zu vernichtenden Gegnerschaft.
Innerhalb des Spiels wird man mit einer Reihe von Tastenbefehlen konfrontiert, die zwar leicht zu erlernen, jedoch erst einmal verstanden werden müssen. Besonders die Zielmarkierung, Aufschaltung und die Konfiguration der Waffensysteme ist im 125-seitigen Handbuch nicht sehr anschaulich geschildert.
Das Spiel kann auch im Netzwerk oder über das Internet gespielt werden. Die einzelnen Spieler übernehmen dann je einen Hubschrauber und können entweder miteinander oder gegeneinander antreten.
Fazit:
Zu kritisieren sind neben der nicht sehr abwechslungsreichen Landschaft, die zudem ruhig etwas zerklüfteter hätte sein dürfen, dass nur ein sehr kleiner Ausschnitt des modernen Schlachtfeldes simuliert wurde. So fehlt es dem Gegner zwar nicht an Erdkampfflugzeugen, eigene Starrflüglerunterstützung gibt es jedoch genauso wenig wie gegnerische Überwasserfahrzeuge, Brücken, feste Versorgungslager, Bunker oder zivile Einrichtungen. Während man Letztere vielleicht aus guten Gründen herausgelassen hat, bleibt es unverständlich, warum es kaum Straßen und keine Schienenwege gibt.
Die grafischen Effekte der Simulation hingegen sind sehr gut, sogar bewegliche Geschütztürme, kleine Staubwolken hinter den Kettenfahrzeugen und die kinetische Energie eines Raketentreffers werden simuliert. Hervorragend auch die Abbildung der Bäume, die allerdings keine 3D-Abbildungen sondern nur aufgestellte Bitmaps sind, die durch ihre Verkantung allerdings einen guten optischen Eindruck hinterlassen.
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