Letzte Chance für Satelliten-Netz Iridium?
Carl George, Chairman und CEO der in Minneapolis ansässigen IR Acquisition Group, erklärte dazu: "Wir haben ein Team der weltweit führenden Satelliten-Experten und Business-Restrukturierungs-Talente versammelt, in dem Versuch, eine der größten Ingenieurleistungen des 20. Jahrhunderts wiederzubeleben. Jetzt ist es wichtig, die für das Scheitern verantwortlichen Business-Probleme hinter uns zu lassen und mit den Revitalisierungs-Bemühungen weitermachen zu können [...]".
Die Iridium LLC mit Hauptsitz in Washington D.C. hatte am 1. November 1998 das erste Satelliten-Netz in Betrieb genommen, das weltweite Erreichbarkeit bot. Allerdings krankte das Unternehmen von Anfang an am fehlenden oder mangelnden Marketing, zu hohen Gerätepreisen und viel zu wenig Verkaufsstellen. Die resultierende geringe Zahl der Nutzer sorgte damit nicht für genügend Einnahmen, um kostendeckend zu arbeiten. Auch Investor Motorola wollte nicht einspringen, um der Iridium LLC wieder auf die Beine zu helfen.
Hinter der IR Acquisition Group steht Capital Growth Partners LLC, eine Technologie-Investment- und Technologie-Entwicklungs-Gruppe.
Iridium hat daher seinen kommerziellen Dienst um 23.59 Uhr Eastern Standard Time in der Nacht zum 18. März eingestellt und den Liquidationsprozess für das Unternehmen begonnen. Motorola will das Iridium-Satelliten-System allerdings noch für eine begrenzte Zeit weiterführen, bis der Plan zur Abschaltung und zur gezielten Zerstörung der Satelliten in der Erdumlaufbahn fertiggestellt ist.
Kommentar:
Zumindest ein Fünkchen Hoffnung scheint für das wertvolle Iridium-Satellitennetz zu bestehen, auch wenn die gebotenen 61 Millionen sich geradezu lächerlich im Vergleich zu den ungleich höheren Produktionskosten der 66 Iridium-Satelliten ausmachen. Allerdings wäre es eine Schande und sinnlose Verschwendung, die Technik einfach in 66 Feuerbälle zu verwandeln. Es ist zu hoffen, dass Gläubiger und Hoffnungsträger ein sinnvolles Konzept zum Weiterbetrieb ausarbeiten.
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