Deutsche Telekom steigert Umsatz im 1.Quartal um 15,4%
Ohne Neukonsolidierungseffekte verbesserte sich der Umsatz um lediglich 4,3 Prozent. Die Umsatzverluste in der Netzkommunikation wurden durch die Zuwächse in den Bereichen Mobilkommunikation, Datenkommunikation, T-Online sowie Carrier Services überkompensiert.
Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit des Konzerns im ersten Quartal 2000 von 2,336 Milliarden Euro liegt um 1,153 Milliarden Euro über dem Vorjahresniveau. Der Konzernüberschuss legte von 535 Millionen auf 1,960 Milliarden Euro zu und der Gewinn je Aktie von 0,20 auf 0,65 Euro.
Ursächlich für die Ergebnisverbesserung war besonders der Verkauf der Anteile an Global One für 2,864 Milliarden Euro an France Telekom. Auf vergleichbarer Basis - ohne Neukonsolidierungen und ohne Sondereffekte - ist der Konzernüberschuss mit 509 Millionen Euro etwa auf Vorjahresniveau geblieben.
Die Zahl der Mobilfunkteilnehmer bei Unternehmen, bei denen die Telekom Mehrheitsbeteiligungen hat, stieg gegenüber dem Jahresende um 2,9 Millionen auf 18,6 Millionen.
Die Zahl der T-D1-Kunden erhöhte sich um 1,8 Millionen bzw. fast 20 Prozent auf 10,9 Millionen.
Bei T-Online konnten - unter Einbeziehung des französischen Online-Dienstes Club Internet - 1,1 Millionen Teilnehmer neu hinzugewonnen werden. Das ist eine Steigerung um über 26 Prozent auf 5,3 Millionen gegenüber 31. Dezember 1999.
Ohne Club Internet beträgt der Anstieg rund 19 Prozent. Seit Ende 1999 konnten eine Millionen ISDN-Kanäle neu in Betrieb genommen werden. Der Anstieg um 7,5 Prozent auf 14,3 Millionen Kanäle entfiel zu einem Drittel auf Privat- und zu zwei Dritteln auf Geschäftskunden, zu denen nunmehr auch die Klein- und Mittelbetriebe zählen.
Die Zahl der Verbindungsminuten im Netz der Deutschen Telekom konnte gegenüber dem ersten Quartal des Vorjahres um 10 Prozent auf 53,2 Milliarden Minuten erhöht werden. Hauptverantwortlich dafür sind Zuwächse bei T-Online und Service-Nummern sowie bei Verbindungen vom Festnetz zu Mobilfunknetzen.
Der immer noch größte Umsatzträger der Deutschen Telekom, die Netzkommunikation, erzielte im ersten Quartal einen Umsatz von 3,981 Milliarden Euro gegenüber 4,355 Milliarden in den ersten drei Monaten 1999. Maßgeblich für diese Entwicklung waren mehrere deutliche Tarifsenkungen seit dem 1. April 1999, zuletzt im Februar 2000 für Auslandsgespräche und Anfang März 2000 für inländische Ferngespräche. Positiv wirkte sich die erneute Zunahme der ISDN-Anschlüsse auf den Umsatz der Netzkommunikation aus. Das Ergebnis vor Steuern stieg - ohne Sondereffekte - mit 908 Millionen Euro gegenüber 892 Millionen im ersten Quartal 1999 leicht an.
Das deutliche Umsatzwachstum in der Mobilkommunikation resultiert auch aus der im Vergleich zu den ersten drei Monaten 1999 erstmaligen Einbeziehung von One 2 One und max.mobil.
Die Umsätze des Mobilkommunikation-Bereiches betragen zusammen 1,888 Milliarden Euro, von denen 840 Millionen Euro auf One 2 One und max.mobil. entfallen. Insgesamt macht der Mobilfunkbereich damit 19,7 Prozent des Gesamtumsatzes aus.
Das Ergebnis vor Steuern zeigte sich mit minus 310 Millionen Euro negativ gegenüber plus 235 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Ursache dafür sind vor allem die Goodwill-Abschreibungen durch die Neuakquisitionen sowie die aus dem starken Wachstum resultierenden Kundenakquisitionskosten.
Die Umsätze der Sonstigen Segmente erhöhten sich um 47,9 Prozent auf 373 Millionen Euro. Dies ist im Wesentlichen auf den Umsatzanstieg bei T-Online von 85,5 Prozent auf konsolidiert 167 Millionen Euro zurückzuführen.
Gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum stiegen im ersten Quartal 2000 die Abschreibungen deutlich. Zum einen wirken sich die 1999 neu erworbenen Gesellschaften mit planmäßigen Abschreibungen sowie Goodwill-Abschreibungen aus. Zum anderen ergaben sich im Bereich der Linientechnik Sonderabschreibungen aus dem forcierten Wechsel zur Glasfasertechnologie. Diese Effekte wurden durch insgesamt niedrigere Abschreibungen teils kompensiert. Insgesamt legten die Abschreibungen gegenüber 1999 um 642 Millionen auf 2,551 Milliarden Euro zu.
In den ersten drei Monaten investierte die Deutsche Telekom 3,706 Milliarden Euro. Das erste Quartal wurde dabei im Wesentlichen durch den Kauf von Beteiligungen in Polen und Ungarn bestimmt.
Im ersten Quartal haben sich die Finanzverbindlichkeiten um 6,8 Prozent auf 45,213 Milliarden Euro gegenüber dem 31. Dezember 1999 erhöht. Dies ist im Wesentlichen auf die Aufnahme von Finanzmitteln im Zusammenhang mit der Finanzierung der Kapitalerhöhung von T-Online sowie der Finanzierung von One 2 One entstanden. Positiv hat sich der Verkaufserlös von Global One ausgewirkt. Diese Steigerung wirkt sich jedoch nicht auf die Netto-Finanzverbindlichkeiten aus, da die liquiden Mittel und die Wertpapiere des Umlaufvermögens sich ebenfalls positiv entwickelt haben. Mit 39,150 Milliarden gegenüber 39,395 Milliarden Euro senkten sie sich leicht.



