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E3: Hollywood und Joystick-Nation

Bericht von der weltgrößten Spielemesse. Am Wochenende endete die weltweit größte Fachmesse der Computer- und Videospielebranche E3. Vom 11.5.-13.5.2000 präsentierten 450 Aussteller ihre Produkte auf über 50.000 m² im Los Angeles Convention Center. Ein paar kurze Impressionen von dieser sehr amerikanischen Show der interaktiven Unterhaltungsmedien.
/ Thorsten Wiesner
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Haben Sie heute im Stau gestanden? Wenn ja, dann stellen Sie sich die dritte Potenz vor und sie wissen, wie der Verkehr derzeit in Los Angeles aussieht. Mit dem Aufschwung in den USA kommt im Autostaat Nummer eins Kalifornien die Blechlawine erst richtig ins Rollen. Die Highways sind praktisch ständig dicht und die über 14 Millionen Einwohner der Communitys im Großraum Los Angeles haben ihre sonst gute Fahrweise gegen einen rüden Fahrstil eingetauscht. Im Wall Street Journal wird über die zunehmende Kälte und Rücksichtslosigkeit in der amerikanischen Gesellschaft diskutiert. Der Ozonwert liegt bei 8 auf der 10-stufigen Skala. Nordamerika – in vielem fremd und oft doch sehr vertraut.

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Bereits in der Vorhalle hört der Besucher das Dröhnen der Verkaufsargumente von tausend Marketing-Maschinen. Ein gigantischer Marktplatz mit Lautsprechersäulen, Spot-Scheinwerfern, Attraktionen und Showeinlagen. Wer hat die größte Videoleinwand, wer die beste Musik? Manager flitzen von Termin zu Termin und in Scharen mit Videokameras bewaffnete Interessenten von allen Kontinenten schwirren wie die Kolibris von Stand zu Stand. Fast unscheinbar dabei wirken die Monitore, auf denen die Aussteller das Medium präsentieren: Interaktive Unterhaltungssoftware, Computer- und Videospiele aller Genres und auf allen nur denkbaren technischen Systemen.

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Es war eine Messe der Evolution. Keine neue Konsole wurde vorgestellt, aber Microsoft, Nintendo, Sega und Sony präsentierten ihre aktuellen oder – im Falle von Microsoft – geplanten Systeme. Spannend wird es hier in den nächsten Monaten, da Microsoft mit einem Marketingbudget von angeblich 500 Millionen USD auf den schon gut besetzten Konsolenmarkt drängt. Release: Herbst 2001. Die Einführung der PlayStation 2 wird noch in diesem Jahr erfolgen und Sony setzt hier auf eine Fortsetzung der Erfolge des aktuellen Modells. Nintendo ist in seiner jungen Zielgruppe fest verankert und zeigt mit den Pokemóns die erfolgreiche Durchsetzung einer Vermarktung von Charakteren über mehrere Medienplattformen.

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Die Entwickler setzten in diesem Jahr offensichtlich die meiste Energie in die Verbesserung von Grafik und Sound. Bewährte Spielkonzepte werden in immer realistischeren Szenerien umgesetzt. Aus Deutschland fielen hier besonders "Aqua" von Fishtank Interactive (neues Ravensburger-Label) sowie "Gothik" der Phenomedia AG auf. Beide Titel zeichnen sich durch sehr ausgefeilte grafische Detailtreue aus und können sich dahingehend durchaus mit internationalen Produkten messen lassen. Außerdem stellte Blue Byte das sehnlich erwartete "Battle Isle 4" vor und zeigte erste Eindrücke von "Die Siedler 4". Zu den vorgestellten internationalen Spielehighlights zählten unter anderem "Black & White", "Monkey Island 4", "Need for Speed Motorcity", "Alone in the Dark 4", "Freelancer" und "Grand Prix 3".

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Die E3 2000 hat gezeigt, dass hier ein Medienbereich wächst, dessen Bedeutung über den reinen Unterhaltungsaspekt hinaus bedeutend ist. Die expandierenden Märkte benötigen Produkte und der Bedarf an spezialisierten Arbeitskräften in allen Bereichen vom Marketing/PR über betriebswirtschaftliche Berufe bis zur Produktion und dem Design der Produkte ist enorm.

[Text & Bilder von Thomas Dlugaiczyk, GAMES ACADEMY, Los Angeles]


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