Lufthansa gründet mit 10 Fluggesellschaften Reise-Portal
Die anderen Partner des neuen Unternehmens sind Air France, British Airways, Alitalia, KLM, Iberia, SAS, Aer Lingus, Austrian Airlines, British Midland und Finnair.
Über die noch namenslose Webseite sollen Reisende das paneuropäische und internationale Flugangebot der beteiligten Gesellschaften erhalten. Weiterhin wird der neue Online-Reisemarktplatz die Möglichkeit bieten, Hotelbuchungen, Autoreservierungen und Versicherungsabschlüsse zu tätigen sowie andere Reisedienstleistungen in Anspruch zu nehmen.
Lufthansa-Chef Jürgen Weber sagte im Namen der beteiligten Fluggesellschaften: "Unsere Studien belegen durchgängig das Bedürfnis unserer Kunden, Angebote mehrerer Fluggesellschaften zu vergleichen und die Möglichkeit der Kaufentscheidung mit dem Besuch nur einer Website zu treffen."
Die Unternehmung wird voraussichtlich gegen Ende des Jahres ihren Betrieb aufnehmen und nicht in die Organisation der Fluggesellschaften integriert sein, sondern unabhängig geführt werden. Die beteiligten Gesellschaften versprechen alleine schon aus kartellrechtlichen Gründen keinerlei Preisabsprachen vorzunehmen.
Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass dieser Online-Reisemarktplatz die Kosten der beteiligten Unternehmen für den Flugscheinverkauf erheblich senken wird.
Kommentar:
Die Etablierung dieser Site zielt darauf ab, innerhalb der nächsten zwei Jahre einen signifikanten Anteil der europäischen Online-Reisebuchungen abzudecken und den Online-Reisebüros gerade erst mühsam herangezogene Kundschaft wieder abzujagen. Das Fressen in der Branche geht weiter und gerade kleinere Fluggesellschaften ohne Reiseveranstalter im eigenen Portfolio oder reine Reiseveranstalter ohne Fluggesellschaft dürften es in Zukunft schwer haben. Ums nackte Überleben hingegen kämpfen die Reisebüros. Sie sind reine Verkäufer und haben keine Platzierungschance auf den Großportalen und keinen Einfluss bei der Preisgestaltung.
Mittlerweile regt sich auf Seiten der Reisebüros erbitterter Widerstand gegen die Pläne. Die Verbandsorganisation überprüft nach einem Artikel der Saarbrücker Zeitung bereits, ob das Reise-Portal gegen die Pauschalreise-Richtlinien im Reisevertragsrecht verstößt. Eine Prüfung der EU-Kommision für Wettbewerbsfragen steht den Unternehmen sowieso ins Haus.
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