Wirtschaftssimulation mit kreativer Spielidee. Man kennt das Problem: Der Bus ist vollkommen überfüllt, die Straßenbahn verspätet, und da auch schon wieder jemand in selbstmörderischer Absicht vor die U-Bahn gesprungen ist, kommt man mit Sicherheit zu spät. Schuld daran sind natürlich die Verkehrsbetriebe, wer sonst? Dank JoWooD und Infogrames kann man seinem Nahverkehrsärger nun Luft machen und selber die Routenplanung organisieren, nebst allem was dazugehört.
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Mehrere Spielmodi stehen dabei dem angehenden Verkehrsunternehmer zur Auswahl. So kann man sich beispielsweise für eines der Endlosszenarien entscheiden, in denen man vorgegebene Werte für Flächendeckung und Unternehmenswert erreichen muss. Eine andere Möglichkeit ist es, als Unternehmer möglichst viel Gewinn zu erwirtschaften, oder als Verkehrsbeauftragter die Stadt vom Individualverkehr zu befreien. Wer das alles viel zu kompliziert findet, kann auch im einfachen Modell planlos drauflos spielen, ohne ein bestimmtes Ziel erreichen zu müssen.
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Nachdem nach einiger Wartezeit das Stadtszenario geladen ist, beginnt das eigentliche Spiel. Routen müssen geplant, Haltestellen errichtet und Fahrzeuge gekauft werden. In kleineren Städtchen benötigt man zumeist nur einige Buslinien, um dem Verkehrsaufkommen gerecht zu werden. Später wollen dann allerdings auch Schienen für U- und Straßenbahn verlegt werden, was schon genauere Überlegungen verlangt. Sollte an wichtigen Stellen kein Platz für eine dringend benötigte Haltestelle sein, lassen sich Gebäude gegen ein geringes Entgelt natürlich auch abreißen – eine vielleicht nicht ganz realistische Option.
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All zu viel Zeit sollte man sich bei der Strukturierung seiner Aktivitäten aber nicht lassen, denn die vom Computer gesteuerten Gegenspieler schicken ebenfalls ihre Busse und Bahnen ins Rennen und machen einem das Leben schwer. Schließlich wird das brav bezahlte Fahrgeld dringend benötigt, um die eigene Flotte zu warten und neue Linien anzulegen. Und das untreue Volk steigt nun mal immer in den Bus, der zuerst an der Haltestelle ankommt, anstatt brav auf den Wagen des Spielers zu warten.
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Die in drei Stufen zoombare Grafik ist, wie in diesem Genre typisch, nicht unbedingt wunderschön, aber übersichtlich und erfüllt ihren Zweck. Man kann zu jeder Zeit verfolgen, wie viele Personen an welcher Haltestelle stehen, wie viele eigene Busse schon wieder in einen Stau geraten sind und wo die Bahnen gerade entlang fahren. Zudem gibt es hübsch gerenderte Zwischensequenzen, wenn ein bestimmtes Ereignis eingetreten ist.
Fazit: Das auf den ersten Blick vielleicht ein wenig dröge wirkende Spielprinzip entpuppt sich bereits nach kurzem Anspielen als wahrer Geniestreich. Die Motivation, die Bevölkerung der Städtchen komplett in das eigene Nahverkehrsnetz zu verfrachten, steigt mit jeder Runde, die einfache Bedienbarkeit und das dennoch komplexe Gameplay überzeugen voll und ganz. War der vor einigen Jahren veröffentlichte Industriegigant schon ein ansehnliches Programm, so ist JoWooD mit dem Verkehrsgiganten der wahre Geniestreich gelungen.