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US-Regierung will Zerschlagung von Microsoft

Aufspaltung soll Verbrauchern Vorteile bringen. Die Katze ist aus dem Sack: Wie schon gerüchteweise vermutet, wollen die US-Behörden beantragen, Microsoft in zwei Teile zu spalten, die künftig miteinander konkurrieren sollen.
/ Jens Ihlenfeld
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Durch die Teilung solle das Monopol gebrochen werden, verspricht die US-Regierung. Das amerikanische Bundes- Justizministerium und 19 US-Bundesstaaten hatten am Freitag einen entsprechenden Strafantrag eingereicht. Mit der Zerschlagung solle der PC-Softwaremarkt wieder wettbewerblich belebt werden.

Microsoft soll nun innerhalb von vier Monaten einen eigenen Plan entwerfen, der den Konzerns letztlich nach Betriebssystem und Anwendersoftware aufspaltet.

Die Anwendersoftwaresparte solle auch den Internet Explorer und die MS-Programmierwerkzeuge sowie diverse Internet- Applikationen und Websites, MSN und die Hardwaresparte betreuen.

Um die Unternehmen nicht bei der nächst besten Gelegenheit kooperieren zu lassen und so die Wirkung der Aufteilung zunichte zu machen, müssen strenge Auflagen erlassen werden.

So soll das Betriebssystem Windows künftig nach einer einheitlichen Preis-Mengenstaffel verkauft und Maßnahmen eingestellt werden, die Konkurrenzsoftware oder Betriebssysteme beeinflusst, wie das jüngst bei Linux oder OS/2 unter Windows 2000 festgestellt wurde.

Die berüchtigten Abstrafaktionen, mit denen Microsoft in der Vergangenheit versuchte, Computerbauern die Installation von Konkurrenzprodukten indirekt zu untersagen, solle ebenfalls verboten werden.

Um die Mitbestimmungsrechte von Gates und der Führungsriege zu begrenzen, sollen die Personen nur von jeweils einer der Firmen Aktien halten dürfen.

Wie das Wall Street Journal berichtet, gibt es einen weiteren Vorschlag, wie das Unternehmen aufgeteilt werden soll. Die darin gemachte Dreiteilung sähe vor, das Betriebssystem jeder der Firmen zur Verfügung zu stellen. Dann würden sich die Microsoft-Firmen selbst Konkurrenz machen.

Microsoft kann sich bis zum 10. Mai Zeit nehmen, auf den Antrag zu antworten, wobei eine Fristverlängerung wahrscheinlich ist. In einem Videoband verbreitete Gates Stimmung gegen die Pläne der Regierung und bezeichnete sie als wachstumsschädlich, konsumentenfeindlich und unangemessen.


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