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Boeing bringt das Internet ins Flugzeug

Inflight: Breitbandige Internet-Zugänge. Der Flugzeughersteller Boeing kündigte Pläne an, ein weltumspannendes breitbandiges Netzwerk mit der dazugehörigen Empfangs- und Sendeinfrastruktur bauen zu wollen, mit dem auch während des Fluges ein schneller Internetzugang möglich werden soll.
/ Andreas Donath
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Wer jetzt schon auf Hacker spekuliert, die die Maschinen fernsteuern und gen Boden lenken, irrt. Der Flugzeugbauer will "lediglich" die so genannten "Inflight Entertainment Systeme" mit Internetzugang ausstatten, womit die Passagiere beispielsweise E-Mails verschicken und im Internet surfen können. Auch der Empfang von Internet-Fernsehen und Videokonferenzen soll mit der Technik möglich werden, die erstmal in einem Jahr, im Frühjahr 2001, in Linienflugzeugen eingebaut werden soll.

Das "Connexion by Boeing" genannte System soll den Passagieren auf 40.000 Fuß Höhe und bei Geschwindigkeiten von 500 Meilen pro Stunde einen komfortableren und vor allem kommunikativeren Flug ermöglichen als bisher möglich. Video on Demand dürfte neben E-Mail eines der interessanteren Features sein.

Später soll das System auch in kleinere Maschinen eingebaut werden und die Datenübermittlung von Flugdaten an Bodenstationen mit einschließen.

"Boeing will in der New Economy führend sein und das bedeutet, dass wir unseren Kunden und ihren Passagieren helfen wollen, überall online gehen zu können" , sagte Phil Condit, Boeing Chairman und CEO anlässlich der Vorstellung des Systems.

"In der heutigen Luftfahrt gibt es nur wenige Möglichkeiten sich zu unterhalten - man liest ein Buch oder eine Zeitschrift oder schaut einen von mehreren Filmen. Aber bald, wenn sie ein Live-Fußballspiel ansehen oder eine E- Mail an die Familie schreiben oder online einkaufen oder ihre Aktienkurse checken, dann wird das Flugzeug wie ihr Zuhause oder ihr Büro aussehen und das wird das Reisegefühl ändern" , schätzt Condit.

Boeing hat bisher mehrere vorvertragliche Zusagen von CNN, Mitsubishi, Alenia Spazio, Loral Skynet, Matsushita Avionics Systems, Bothell und CNBC in der Tasche, die entweder Systemkomponenten entwickeln oder verbauen bzw. Inhalte liefern wollen. Die Bandbreite soll bei 1,5 MBits upstream und 5 Mbits downstream liegen. Das ursprünglich für das Militär entwickelte System soll die Passagiere ähnlich viel kosten wie eine Mobilfunkverbindung. Außerhalb der Reichweite von Bodenstationen sollen später auch Satelliten Kontakt zu dem Bordantennensystem halten. Zunächst wird Connexxion by Boeing nur auf US-Kontinentalflügen angeboten.

Das System wiegt beim Einsatz in kleineren Maschinen rund 800 Pfund während Airlines ab zweimotorigen Flugzeugen mit rund 1200 Pfund Nutzlasteinbuße zu rechnen haben. Das System verbraucht rund 1000 Watt.


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