Siemens - Gewinn im zweiten Quartal mehr als verdoppelt
Das Gewinnwachstum ist von den Fortschritten im operativen Geschäft getrieben; alle Bereiche schreiben schwarze Zahlen.
Insgesamt hat der Konzern in beiden Quartalen einen positiven Geschäftswertbeitrag erwirtschaftet, das heißt, das Ergebnis liegt über den Kapitalkosten.
Durch den Börsengang von Infineon sowie den Verkauf weiterer Geschäftsaktivitäten entstand darüber hinaus im zweiten Quartal ein außerordentliches Ergebnis nach Steuern in Höhe von 3,63 Milliarden Euro nach 974 Millionen Euro im ersten Quartal.
Das Konzernergebnis nach Steuern einschließlich außerordentlichem Ergebnis erreichte damit im ersten Halbjahr insgesamt einen Wert von 6,01 Milliarden Euro.
Trotz der Desinvestitionen beschleunigte sich im zweiten Quartal das Wachstum: Der Auftragseingang lag um 19 Prozent, der Umsatz um 15 Prozent über dem Vergleichsquartal des Vorjahres. Im ersten Halbjahr beträgt der Auftragseingang 39,0 Milliarden Euro (+ 17 Prozent), der Umsatz 35,5 Milliarden Euro (+ 13 Prozent). Siemens bleibt auch für den weiteren Jahresverlauf optimistisch und erwartet – ein Jahr früher als geplant – auch für das ganze Geschäftsjahr 1999/2000 einen positiven Geschäftswertbeitrag.
Als entscheidend für die Zukunft bezeichnete Siemens-Chef Pierer den Ausbau von E-Business-Systemen. Es sei unabdingbar, sämtliche Geschäftsprozesse elektronisch zu vernetzen.
Zum 1. Mai werde ein zentrales "Center of E-Excellence" eingerichtet, das alle E-Business-Aktivitäten im gesamten Konzern bündelt, konkrete Ziele definiert und Pilotprojekte koordiniert.
Besonders vordringlich sei der elektronische Einkauf, das E-Procurement. Auf diesem Gebiet seien die wirtschaftlichen Vorteile für den Konzern bereits heute konkret zu greifen, weshalb mit Hochdruck an einer zentralen Plattform gearbeitet werde.
Mit allen operativen Einheiten werde E-Commerce vorangetrieben. Schon in Kürze will Siemens ein Viertel des Konzernumsatzes online erwirtschaften.
In den konsumnahen Geschäftsgebieten werden es sogar weit mehr als 50 Prozent sein. "Wir haben uns vorgenommen, in wenigen Jahren mit schlanken, web-basierten Prozessen Kosten in Milliarden-Höhe einzusparen. Die dafür notwenigen Investments schätzen wir auf eine hohe dreistellige Millionen-Summe pro Jahr" , sagte Pierer.



