NV15 / GeForce2 GTS: Erstes Preview im Netz

Der neue König der Grafikprozessoren?

Am 26. April wird NVidia auf der WinHEC-Entwicklerkonferenz den Nachfolger des GeForce256-Grafikprozessors vorstellen. Der NV15 bzw. GeForce2 GTS getaufte Grafikprozessor soll mit einer schnelleren T&L-Engine und höheren Taktfrequenzen aufwarten. Das französische Webzine ActuMicro hat nun überraschend - und offensichtlich sehr zum Unwillen von NVidia - über die ersten Erfahrungen mit einer GeForce2-GTS-Grafikkarte berichtet.

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Auf der von ActuMicro angetesteten Vorserien-Grafikkarte werkelt ein mit beachtlichen 200MHz getakteter, in 0,18 Micron gefertigter GeForce2 GTS, dem 32MB DDR-RAM (166MHz Speichertakt) zur Verfügung stehen. Einige der GeForce2-GTS-Features wie MPEG2-Aufnahme und -Wiedergabe, Video-In und TV-Tuner unterstützt das Board noch nicht.

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Die optimierte T&L-Engine des neuen GeForce2 GTS müsste sich in der 3D-Leistung deutlich vom Vorgänger absetzen. Das erwartet man zumindest, wenn einem NVidias vollmundige zukunftsgerichtete Marketingsprüche ("Moore's Law is for wimps") während der Vorstellung des "alten" GeForce256-Grafikprozessors im letzten Jahr noch in Erinnerung sind. In den ersten Vergleichstests von ActuMicro soll die T&L-Engine des GeForce2 GTS allerdings nur 30 Prozent mehr Leistung bringen. Daran dürfte jedoch mehr die im Vergleich zum GeForce256 (120MHz) um knapp 67 Prozent gesteigerte Taktfrequenz "schuld" sein, als Veränderungen an der T&L-Engine selbst.

Die Neuerungen bei den Pixel-Pipelines dürften deutlicher zum Tragen kommen, denn im Gegensatz zum GeForce256 kann der GeForce2 GTS nicht "nur" vier texturierte Pixel (Texel) pro Taktzyklus rendern, sondern diese auch gleich mit je zwei Texturen belegen. Das Resultat ist eine theoretische Texel-Füllrate - nach 3dfx-Definition - von 1,6 Gigatexeln/Sekunde, was mehr als dreimal über der des GeForce256 (480 MegaTexel) liegt.

Ebenfalls neu ist das so genannte Pixel-Shader-Feature, das Objekte dank ausgefeiltem Licht- und Schattenspiel wesentlich plastischer erscheinen lassen soll, vor allem in Verbindung mit bekannten Features wie Bump Mapping. Noch unterstützt allerdings kein auf dem Markt befindliches Spiel dieses Feature - doch NVidia wird wohl nicht ohne Grund das Actionstrategiespiel Evolva (Virgin Interactive) als Demonstrationssoftware für den GeForce2-GTS-Launch angekündigt haben.

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Die Gesamtleistung des GeForce2 GTS soll im Vergleich zur GeForce256 um etwa 20 bis 25 Prozent höher liegen, für ActuMicro etwas enttäuschend. Die höhere Leistung mache sich vor allem in den höheren 32-Bit-Auflösungen ab 1024 x 786 Bildpunkten bemerkbar. Um Ärger mit NVidia zu vermeiden, hat das Webzine übrigens einen Großteil des Previews aus dem Netz genommen - genaue Benchmarkwerte sollen im Laufe der Woche (erneut) veröffentlich werden.

Kommentar:
Da es sich bei dem neuen Grafikprozessor um einen weiterentwickelten GeForce256 mit all seinen Vorzügen und Limitationen und nicht um eine gänzlich neue Architektur handelt, sollte man keine Wunder von NVidia erwarten - auch wenn deren Marketingabteilung es wie eines aussehen lassen wird. NVidia wird mit dem GeForce2 GTS das technisch Mögliche aus der bestehenden GeForce-Architektur herauskitzeln - die Konkurrenz dicht im Nacken. Für höhere Leistung ist jedoch schnellerer, deutlich teurerer Speicher vonnöten. "Wunder" darf man erst von der nächsten GeForce-Generation erwarten.

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