Online-Umsätze in Nordamerika '99 bei rund 33 Mrd. Dollar
Basierend auf den Daten von 412 Online-Handelsunternehmen soll die Studie das erste vollständige Bild über den Umsatz im Online-Handel 1999 liefern. Kategorieübergreifend verzeichnete der Online-Handel mit Endverbrauchern im vergangenen Jahr 120 Prozent Wachstum und erreichte ein Volumen von 33,1 Milliarden Dollar, das sind 1,4 Prozent des gesamten Einzelhandelsumsatzes in Nordamerika. Weitere 13,1 Milliarden Dollar gaben Geschäftskunden auf den Websites von Handelsunternehmen u. a. in den Kategorien Reisen, Bürobedarf und Computersoftware aus.
Für 2000 wird mit einem Marktwachstum von 85 Prozent und mehr als 61 Milliarden Dollar Umsatz gerechnet.
In den Zahlen enthalten sind allerdings auch Umsätze von 6,8 Milliarden Dollar von Unternehmen, die bisher als Hersteller nicht selbst im Handel tätig waren bzw. neuartige Formate darstellen, z. B. Auktionen mit Privatpersonen, und die in den Zahlen des US Census Bureau und anderer Marktforschungsunternehmen nicht berücksichtigt sind.
"Einige Online-Händler mussten ihre Businesspläne und Erlösmodelle berarbeiten, um überhaupt im Spiel zu bleiben, während andere im letzten halben Jahr ein enormes Umsatzwachstum verzeichneten" , sagt Stefan Rasch, Leiter der E-Commerce-Praxisgruppe in Deutschland.
Die Studie führt das anhaltende Wachstum im Online-Markt auf verschiedene Faktoren zurück. Einmal sei es der Boom bei Internet-Anschlüssen, zum anderen die Tatsache, dass immer mehr konventionelle Handelsunternehmen ins Internet gehen und sich dort eine starke Präsenz schaffen, sowie das Entstehen völlig neuer Geschäftsmodelle. Diese neuen Marktteilnehmer, zu denen u. a. Auktionen, Einkaufsgruppen sowie Hersteller und Distributeure zählen, die direkt an den Endverbraucher verkaufen, hatten 1999 einen Anteil von gut 35 Prozent an den online verkauften Produkten.
Die Kategorien Reisen, Computerhard- und -software, Finanz- Brokerage und Sammlerstücke waren das gesamte Jahr über stark, ihr Marktanteil betrug dominierende 70 Prozent.
Wachstumsmäßig legten die Umsätze in der Kategorie Automobil 1999 sehr stark zu (2300 Prozent), da zahlreiche Online-Händler anfingen, Fahrzeuge direkt online zu verkaufen. Andere Kategorien, z. B. Spielwaren (440 Prozent) und Gesundheit & Schönheit (780 Prozent), verzeichneten im letzten Jahr ebenfalls exponentielles Wachstum.
Bis Ende 2000 werden eine Reihe von Kategorien - Computer, Bücher, Musik/Video - in Bezug auf Marktpenetration die 10- Prozent-Grenze fast erreicht haben.
In guter Tradition der Boston Consulting Group wurden Erfolgskennzahlen für den Online-Handel aufgestellt:
Der Anteil der ausgeführten Bestellungen in Prozent aller Besuche stieg 1999 von 1,5 auf 1,8 Prozent, der Anteil der Käufer in Prozent aller Besucher stieg von 2,8 auf 3,2 Prozent.
Aus der Studie geht aber auch hervor, dass Wachstums- und Gewinnchancen in großem Maße ungenutzt bleiben. So werden zum Beispiel circa 65 Prozent der Online-Einkaufskörbe nicht zur Kasse gefahren, d. h. die Transaktion findet nicht statt. Auf diese Weise geht nicht nur viel Umsatz verloren, es zeigt auch, dass der Auswahl- und Kaufprozess verbessert werden muss.
Der Kampf um den Kunden habe sich 1999 weiter verstärkt. Die Kundenakquisitionskosten stiegen 1999 insgesamt um 15 Prozent auf 38 Dollar pro Kunde. Als treibende Kraft wirkten hier die reinen Online-Anbieter, deren durchschnittliche Akquisitionskosten auf 82 Dollar pro Kunde hochschnellten.
In der Vorweihnachtszeit, in der traditionell ein Großteil des Jahresgeschäfts abgewickelt wird, wurde die Differenz noch größer, da die reinen Online-Händler in dieser Zeit für jeden neu gewonnenen Kunden 108 Dollar Marketing- und Werbungskosten aufwenden mussten.
Der Versandhandel ist im Vergleich zum stationären und reinen Online-Handel deutlich leistungsstärker, was die Logistik betrifft: Versandhändler haben die geringsten Logistikkosten, sie liegen 18 Prozent unter denen der reinen Online-Händler und 43 Prozent unter denen des stationären Handels. Sie liegen auch in Bezug auf pünktliche Lieferung mit 91 Prozent vor reinen Onlinern und stationären Handelsunternehmen (beide 86 Prozent) und sie reagieren am schnellsten: Die bestellte Ware wird durchschnittlich 1,5 Tage nach Eingang der Bestellung versandt. Online- bzw. konventioneller Handel brauchen dafür 1,8 bzw. 1,9 Tage.
Der 32-seitige Executive Report in englischer Sprache kann unter www.shop.org angefordert werden.



