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Spieletest: NOX - Diablo- und Adventure-Fans aufgepasst!

Westwoods Antwort auf Blizzards Diablo. Eine 350MB große Installation? Macht nox – pardon – nix! Denn diese Installation hat es wirklich in sich. Westwoods neueste Spielentwicklung ist ein echter Knüller. Ritter, Beschwörer oder Magier als Spieleridentität locken nicht nur Diablo-Fans, sondern all jene Spielbegeisterten, die einmal etwas anderes als Age of Empires ausprobieren wollen. Bei NOX bewegt man in bester Adventurequalität nur eine einzige Person und diese ist zu Anfang ein eher schlichter Jüngling mit Turnschuhen und T-Shirt.
/ Christian Klaß
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Mit eher bemitleidenswerter Ausrüstung macht sich der in eine abenteuerliche Welt entführte Jüngling auf, den mannigfaltigen Gefahren, die ihm begegnen, zu trotzen und die – ihm anfangs fremde – Welt zu retten. Im Laufe der Zeit gewinnt er immer mehr an Erfahrung und Gold – um sich nach und nach zu einem vollwertigen Ritter, Beschwörer oder Magier zu entwickeln und sich vor allem besser schützende Klamotten zu kaufen.

Auf seinen Reisen durch dichte Wälder, quirlige Dörfer und finstre Labyrinthe hat er es mit allerlei Ungetier zu tun. So muss der Held gegen Riesenspinnen, Riesenblutegel, Riesenskorpione und Fledermäuse kämpfen. Auch Steine schmeißende Kobolde und träge Trolle setzen ihm arg zu, so dass seine Gesundheit im Laufe des Spiels immer wieder stark strapaziert wird. Um dies zu kompensieren, stehen unserem Helden Zaubertränke zur Verfügung. Hat er keine, kann er auch einen Apfel essen. Diese liegen, wie Koteletts und Pilze, ab und an in der Gegend rum oder sind in Tonnen und Truhen versteckt. Sie müssen nur noch eingesammelt und bei Bedarf gegessen werden.

Von der Grafik von NOX kann man mit Fug und Recht behaupten, dass sie Klasse ist. Die Landschaften sind mit sehr viel Liebe zum Detail gestaltet und verfügen obendrein noch über realistische Naturgesetze. Sprengt man eine Wand, so fliegen die Fetzen und manch einen Stein bekommt der Held zu spüren. Fast alle Gegenstände lassen sich realistischerweise umherschieben. So lassen sich z.B. Barrieren bauen. Auch in den Labyrinthen ist manch fiese Falle eingebaut: Mit Stahlspitzen versehene Walzen, die alles zwischen sich zermalmen, Hebel die Türen öffnen, hinter denen Skorpione lauern oder schlichte Löcher im Boden, durch die man direkt in den Thronsaal der Kobolde fällt.

Doch nicht nur der Detailreichtum besticht, sondern auch die neuartige "True-Vision"-Perspektive. Dabei sieht unser Held wirklich nur Dinge, die sich in seinem Sichtfeld befinden. Auch wenn das Spiel aus der Perspektive der dritten Person von oben aus gespielt wird, kann man trotzdem nicht durch Wände und Türen sehen. So sollte manche Tür mit Bedacht geöffnet werden, um zu vermeiden, dass diese die letzte ist, die man öffnet.

Auch der Sound lässt nichts zu wünschen übrig. Wie man es von einem vernünftigen Adventure erwartet, unterstützen die verschiedensten Klänge die Wirkung des Spiels. Krabbelnde Spinnen und wuselnde, kichernde Kobolde sorgen für echte Gruselstimmung. Auch die Musik ist durch ihren Fantasy-Touch gut ausgewählt.

NOX läßt sich selbstverständlich nicht nur alleine spielen sondern auch im Mehrspielermodus. Hierbei kann zwischen Deathmatch (jeder gegen jeden), King of the Hill (einer gegen alle), Capture the Flag oder Hotpotato wählen. Bei Letzterem muss man einen vernichtenden Fluch loswerden.

Fazit:
NOX ist eine runde Sache. Durchweg gelungene Grafik, überzeugende Sichtmodi und ein stimmiges Spielkonzept machen NOX zu einem echten Renner im Adventure-Bereich. Die Kreativität der Missionen und der Abwechslungsreichtum stehen in bester Westwood-Tradition und erinnern an Diablo (Blizzard/Havas) oder Rage of Mages (CDV) und garantieren jede Menge Spielspaß und lange Freude an diesem Spiel. [Henning Tag]


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