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Spieletest: Soldier of Fortune - Activision im Blutrausch?

Killerinstinkte auf dem heimischen PC

In Soldier of Fortune übernimmt der Spieler die Rolle des Söldners John Mullins. Er soll einige sehr schmutzige und inoffzielle Aktionen ausführen, um gestohlene Nuklearsprengköpfe wieder zu beschaffen und die verantwortlichen Terroristen zu stoppen, bevor sie die Bomben zünden.

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Die Missionen führen rund um den Globus in Länder wie Japan, den Irak, nach Sibiren und sogar nach Deutschland. Letztes Szenario spielt in einer mittlelalterlichen Burg - vielen Dank für dieses Deutschlandbild.

Soldier of Fortune (SoF) - das man etwas unbedarft mit Glücksritter übersetzen könnte und gleichzeitig der Titel eines hier zu Lande nicht erhältlichen US-Söldnermagazins ist - spielt sich ähnlich wie das indizierte Quake II, dessen 3D-Grafikengine es in einer überarbeiteten Version benutzt.

Anstatt auf Monster schießt der Spieler mit allerlei realitätsnahen bis -fernen Waffen auf zahlreiche menschliche Gegner - in der hier zu Lande nicht verkauften Version fliegen je nach Ort des Körpertreffers Leichenteile wie Köpfe, Arme und Beine durch die Luft. Die deutsche Version verzichtet aus Gründen des Jugendschutzes auf die so genannten "Blood and Gore"-Effekte, ist aber immer noch mit dem 18-Jahre-Siegel der Freiwilligen Selbstkontrolle (USK) versehen und das ist gut so. Das menschenverachtende Soldier of Fortune ist das Paradebeispiel eines Spielgenres, bei dem es ausschließlich darauf ankommt, die Gegner gnadenlos zu töten.

Da nutzt es wenig, wenn die Grafik sehr gut aussieht, die Bewegungen der Personen realistisch wirken und die Dialog-Zwischenszenen fast filmreif sind, solange man verletzte Gegner abschießen muss, damit sie nach einer kleinen Karenzzeit den Spieler nicht wieder angreifen. Gelegentlich springen auch Zivilisten durch die Szenerie. Wenn man von diesen jedoch zu viele umbringt, verliert man das Spiel.

Kommentar:
Da wandern täglich Berichte über Massaker in fernen und nicht so fernen Ländern über unsere TV-Bildschirme und wir sind entsetzt. Wie viele der Entsetzten sich an den PC-Bildschirm setzen, um sich an SoF abzureagieren, kann man natürlich nicht sagen, aber man sollte den Software-Hersteller ernsthaft fragen, ob er aus Profitgier alles, was technisch möglich ist, auch realisiert. Den Reigen moderner Konfliktstätten hat Activision mit Soldier of Fortune bereits wirklichkeitsnah abgedeckt. Es ist zu hoffen, dass der Hersteller sein Spiel so bald wie möglich auf dem Index und der Käufer auch mal wieder intelligentere Action-Spiele im Regal findet.


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