Der Battle-Zone-Nachfolger - Echtzeitstrategie von Activision. Mittendrin statt nur dabei ist die Devise von Battle Zone 2, einer 3D-Echtzeitstrategie der etwas anderen Art von Activision und Pandemic Studios, die zur Zeit noch an anderen Fortsetzungen wie Dark Reign 2 arbeiten.
Mal ehrlich, wer wollte nicht schon mal mittendrin sein, wenn eine Panzerdivision, unterstützt von kleinen Luftkisseneinheiten und Bombern, einen feindlichen Stützpunkt auseinandernimmt? In Battle Zone 2 ist der Spieler in erster Linie Pilot, dem nach und nach immer mehr Kompetenzen eingeräumt werden. So können im späteren Verlauf über einfache zu bedienende Menüs ganze Trupps kommandiert und Stützpunkte geschaffen werden.
Die Story klingt dagegen weitestgehend stereotyp. Zur Zeit des kalten Krieges gelingt es einem genialen Wissenschaftler, die Eigenschaften eines wundersamen Biometalls, das als Meteoritenschauer auf die Erde niederging, mit menschlicher Materie zu vereinen und so die besseren Soldaten zum Leben zu erwecken. Allerdings setzt sich die Intelligenz der metallischen Komponente durch und die fortan Furien genannten Wesen wenden sich gegen die Menschheit und alle Anzeichen deuten auf eine weitere Intelligenz, den Scions, in den Weiten des Alls. Angesichts dieser Bedrohung gründen die Militärs der Erde eine Vereinigung namens ISDF, die im Verborgenen für die Sicherheit der Erde sorgt. Der Spieler in der Rolle von Lieutenant Cooke weiß von all dem nichts.
Auffallend positiv ist, dass die Story durch die Kampagne mit ihren 23 Missionen recht ausführlich weitergeführt wird. So beginnt der Spieler mit der Verteidigung eines geheimen Außenpostens auf dem Pluto, drängt die Scions auf einen unentdeckten Planeten unseres System zurück und folgt ihnen schließlich per Wurmloch in einen anderen Quadranten, um sie dort an ihren Wurzeln zu packen. Auf diese Weise wechseln die Einsatzgebiete auf insgesamt fünf sehr unterschiedlichen Planeten und ebenso abwechslungsreich sind auch die Missionen.
In einem kurzen Briefing mit einleitendem Text, ein paar gesprochenen E-Mails und wenigen technischen Informationen erfährt man die primären Einsatzziele, die sich durch unvorhergesehene Ereignisse schnell ändern können. So müssen neben gewöhnlichen Aufgaben wie der Aufbau der Basis und Rohstoffsicherung auch bestimmte Gebäude verteidigt, Personen gerettet oder feindliche Fahrzeuge gekapert werden. Außerhalb der Kampagne stellt das Multiplayer-Spiel fünf Varianten vom Deathmatch über "Capture The Flag" bis hin zu einem Banküberfall für bis zu 8 Spieler zur Verfügung.
Unter Umständen ist es notwendig, aus seinem relativ sicheren Gefährt auszusteigen und zu Fuß durch den Regen zu stapfen, denn nur per Pedes lassen sich Interfaces in Gebäuden betätigen und damit die Eigenschaften der dort produzierten Einheiten modifizieren.
Besondere Gebäude sind Geschütztürme, in denen man die Kanonen bedienen darf und der Kommunikationsbunker, mit dessen Hilfe man per Satellitenansicht auch weit entfernte Truppen kommandieren kann. Natürlich ist man zu Fuß nicht gänzlich ungeschützt. Eine eher lachhafte Plasmawaffe reicht immerhin, um sich der ansässigen Fauna zu erwehren. Interessanter ist da schon das Scharfschützengewehr, mit dem feindliche Soldaten aus ihren Vehikeln geschossen werden, um eben dieses selbst zu steuern.
Wer einen Pentium III mit 500MHz und eine Voodoo3 sein eigen nennt, kann mit Stolz behaupten, die Anforderungen optimal zu erfüllen. Spiegelungen auf Wasseroberflächen, Wettereffekte, brennende Vegetation sowie detaillierte Texturen und Landschaften erfreuen das Auge. Hohe Partikel- und Objektdetails zaubern schöne Explosionen mit Druckwellen und herumfliegenden Trümmern auf den Bildschirm. Auch auf einem Pentium II mit 233MHz ist Battle Zone 2 spielbar, doch ohne eine schnelle Grafikkarte muss auf die optischen Schmankerln verzichtet werden.
Fazit: Battle Zone 2 ist ein toller Genremix aus 3D-Shooter und Aufbaustrategie. Die Möglichkeit, verschiedene Fahrzeuge zu steuern und gleichzeitig Pilot wie Kommandant zu sein, macht das Spiel sehr interessant. Abwechslungsreiche Missionen, aus der Sicht des Lieutenants mit zweifelhaften Zielen, sorgen für lang anhaltende Motivation, auch wenn manche Einsätze nicht mit dem ersten Versuch erfolgreich beendet werden können.