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Spieletest: Die Sims - Familienplanung leichtgemacht

Big Brother einmal anders. Das von den legendären Sim-City-Spielen bekannte Programmierteam Maxis und Electronic Arts präsentiert mit "Die Sims" ein Programm mit einer erfrischend neuen Konzeption: Anstatt eine Stadt oder gar eine ganze Welt zu erschaffen, geht es hier "nur" darum, eine Familie glücklich und zufrieden zu machen. Wie im realen Leben gestaltet sich das allerdings alles andere als einfach.
/ Thorsten Wiesner
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Zu Beginn wählt man ein Haus, das anfangs nur mit dem nötigsten ausgestattet ist, und Personen aus, die dieses Haus beziehen sollen. Die Personen unterscheiden sich dabei nicht nur nach Alter und Geschlecht, sondern es gibt eine Vielzahl von Charaktereigenschaften und Fähigkeiten, die im Laufe des Spieles verändert werden können. Da auch hier die Antriebskraft von allem das schnöde Geld ist, muss jedoch zuerst einmal ein Job gesucht werden, um die ganzen materiellen Bedürfnisse, die sich im Laufe des Spieles ergeben, auch befriedigen zu können.

Da die bekannt-berüchtigte Tageszeitung mit den vier großen Buchstaben das Programm präsentiert, muss man bei der Arbeitsplatzsuche auf dieses Blättchen zurückgreifen - ob das der Grund ist, dass man vorerst nur schlecht bezahlte Jobs als Nachtwächter oder Kellner angeboten bekommt? In jedem Job bieten sich jedoch Aufstiegsmöglichkeiten, die allerdings erst nach Verbesserung bestimmter Eigenschaften zu erlangen sind. Wer zum Beispiel als Statist beim Theater eingestellt ist, kann nur dann zum Schauspieler aufsteigen, wenn er seine Rhetorikfähigkeiten schult. Und dies tut man am besten, wenn man vor dem Spiegel Selbstgespräche führt - vorausgesetzt, man hat als Spieler seinem Schützling aus dem großen Konsumangebot bereits einen passenden Spiegel ausgewählt.

Auch sonst muss auf alles selber geachtet werden: Damit die Sims ausgeschlafen sind, sollte man sie früh genug ins Bett schicken, eine Dusche steigert die hygienische Zufriedenheit, und ein kleiner Imbiss von Zeit zu Zeit ist für das körperliche Wohlbefinden sicherlich auch nicht verkehrt. Das Spannendste ist allerdings die Aktion der Sims untereinander. Dazu gehört einerseits das Verhältnis zu den Nachbarn, das man durch selbstveranstaltete Partys oder gelegentliche Freundschaftsbesuche positiv gestalten kann. Noch wichtiger ist selbstverständlich das Verhältnis der Familie untereinander: Zeigen rote Balken eine negative Stimmung zwischen einem Sim-Ehepaar an, könnte man sie zum Beispiel ein wenig im Wohnzimmer zusammen tanzen lassen. Oder man lässt die Ehefrau ihrem Gatten den Rücken kraulen. Sollte auch das nicht helfen, könnte man es im Zweifelsfall ja auch mal mit einem Gespräch versuchen....

Die Präsentation ist zwar nicht immens farbenfroh, aber doch sehr detailliert und zweckgemäß ausgefallen, verlangt allerdings für einen flüssigen Spielablauf nach einem Pentium II und 64MB RAM. Die Easy-Listening- und sanfte 60er-Jahre-Musik lässt das Ganze zeitweise wie eine US-Fernsehserie aussehen, einzig die Laute, die die Sims von sich geben, können aufgrund ihrer unverständlichen Baby-Brabbel-Ausdrucksweise nach einiger Zeit ziemlich auf die Nerven gehen.

Fazit:
Die Sims hat ein ähnliches Suchtpotenzial, wie es schon vor über zehn Jahren Sim City auszeichnete. Das Spielkonzept ist erfrischend neu und anders, die Motivation, die eigene Familie glücklich zu machen, immens hoch. Zwar lässt sich darüber streiten, ob materieller Konsum wirklich dermaßen glorifiziert werden sollte, wie das hier der Fall ist. Davon abgesehen sind mit Die Sims aber viele Stunden voller Spielspaß garantiert.


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