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Geht Satellitennetz Iridium am Freitag unter?

Suche nach Retter der Firma bisher ohne Erfolg. Das Drama um den Satelliten-Mobilfunkbetreiber Iridium wird vermutlich am Freitag zu Ende sein. Wenn bis dahin kein Käufer gefunden wird, der das hoch defizitäre Projekt übernimmt, werden am Freitag die Satelliten abgeschaltet und gleichzeitig die viele Tausend Mark teuren Handys zu Elektronikschrott.
/ Andreas Donath
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Das einst so hoffnungsvoll gestartete Mobilfunkprojekt sollte von der Investmentgesellschaft Eagle River Investments saniert werden, doch die zog ihr Angebot zurück. Firmenchef Craig McCraw will nun lieber mit Teledesic zusammenarbeiten, um über Satellit Breitband-Zugänge zu Telekommunikationsnetzen und dem Internet anbieten zu können.

Die 66 Satelliten werden nach dem Bankrott vermutlich am Freitag eine Minute vor Mitternacht Eastern Standard Time abgeschaltet. In Deutschland ist es dann schon Samstag, 5.59 Uhr.

Darüber informiert mittlerweile Minderheitsgesellschafter Motorola die rund 50.000 Nutzer auf seinen Webseiten. Der Umsatz Iridiums lag im Januar bei rund 1,5 Millionen Dollar, während der Verlust aus dem operativen Geschäft bei 112,6 Millionen Dollar lag.

Nicht zuletzt fehlendes oder mangelndes Marketing, zu hohe Gerätepreise und viel zu wenig Verkaufsstellen sorgten von Anfang an für geringe Nutzerzahlen.

Da die außer Dienst gestellten Satelliten sich ohne Steuerkorrekturen nicht lange im erdnahen Orbit halten können, wird angenommen, dass sie bald in der Atmosphäre verglühen.


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