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Patrick Boos, CEO der Webmiles AG im Interview

"Das deutsche Recht ist, gemessen an Regelungen in anderen Ländern, unzeitgemäß". Webmiles ist die Rabattmarke in elektronischer Form – der Käufer oder User bekommt für Einkäufe beziehungsweise für die Teilnahme an Aktionen oder beispielsweise für das Ausfüllen von Umfragen Bonuspunkte zugeschrieben, die er in bestimmte Prämien umtauschen kann. Patrick Boos, CEO der Webmiles AG, zur Zukunft von Incentive-Systemen.
/ Jens Ihlenfeld
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Je nach Menge der Webmiles kann dies von einer kleinen Vase über Pralinen und Unterhaltungselektronik bis hin zur Insel alles Mögliche sein. Das Business-Modell beinhaltet neben den Webmiles-Partnern, die das System in ihre Seiten integrieren und damit ein Instrument zur Kundenbindung und Kundenneugewinnung bekommen, auch für die Firmen, die die Prämien zur Verfügung stellen, die Möglichkeit, dass sich der User intensiv mit diesen auseinandersetzt.

GNN.de: Wie viele Teilnehmer und Kunden hat Webmiles mittlerweile?

Boos: Die Zahl der User bewegt sich zur Zeit im sechsstelligen Bereich. Darüber hinaus haben 41 Partner Verträge unterschrieben.

GNN.de: Bisher gibt es das Webmiles-Konzept nur im Business-to-Consumer-Bereich. Die Lufthansa und andere Fluggesellschaften haben ihre Bonus-Programme sehr erfolgreich im B2B-Bereich etabliert. Will Webmiles auch in diesem Segment aktiv werden und dem Firmeneinkäufer zukünftig Bonuspunkte zuschreiben, wenn er bei bestimmten Lieferanten einkauft?

Boos: Webmiles hat bereits den ersten Partner im B2B-Bereich angeschlossen: officeXL.de, ein Büroartikel-Versender, dessen Angebot sich ausschließlich an Gewerbetreibende und Freiberufler richtet. Der Einsatz von Webmiles als Incentivierung ist aber praktisch unbegrenzt. Wir erstellen laufend Konzepte für die unterschiedlichsten Bereiche. Dies gilt nicht nur für eine B2B-Plattform.

GNN.de: Das deutsche Gesetz ermöglicht nur Rabatte in Höhe von maximal drei Prozent vom Warenwert. Wie gehen Webmiles und seine Partner mit dieser Problematik um?

Boos: Das deutsche Recht ist, gemessen an Regelungen in anderen Ländern, unzeitgemäß und überholt und stellt für konkurrierende Prämiensysteme in der Tat eine Herausforderung dar. Das Konzept von Webmiles bewegt sich jedoch vollständig im rechtlichen Rahmen. Wir haben von Anfang an großen Wert darauf gelegt, dies nicht zu einem Problem für das Unternehmen und die Webmiles-Partner werden zu lassen.

GNN.de: Es gibt einige namhafte Webmiles-Partner wie beispielsweise Quelle, den Shoppingsender H.O.T, Völkner, Tomorrow, L'tur, TUI und Conrad Elektronik. Können Sie Ihr Partnerkonzept kurz beschreiben? Welche Vorteile haben die Unternehmen durch die Kooperation mit Ihnen?

Boos: Wir bieten Zugriff auf interessante Zielgruppen und somit ein innovatives Instrument zur Kundenbindung und -neugewinnung. Durch die Incentivierung mit Webmiles können unsere Partner bestehende Kunden an sich binden. Sie präsentieren sich auf unserer Seite im Umfeld anderer namhafter Unternehmen und erreichen so neue, attraktive Kunden. Das Angebot vermittelt dem User ein Gefühl der Wertschätzung. Das fördert einen positiven Imageaufbau sowohl für uns als auch für die Partner.

GNN.de: Sichern Sie Ihren Partnern Exklusivität zu oder ist es nicht möglich, auszuschließen, dass beispielsweise weitere Reiseveranstalter oder Online-Auktionshäuser Webmiles anbieten?

Boos: Unsere Kooperations-Verträge beinhalten einseitige Exklusivität, d.h. die Partner stimmen zu, keine weiteren Incentivierungsprogramme neben Webmiles anzubieten. Von unserer Seite aus wird nur in Sonderfällen, z.B. für den Einführungszeitraum, beidseitige Exklusivität gewährt.

GNN.de: Mittlerweile sind auch auf dem deutschen Markt einige Konkurrenten wie bonus.net oder eCollect aufgetaucht, die Ihre Idee praktisch 1:1 übernommen haben. Wie versuchen Sie, Ihr Konzept zu schützen beziehungsweise Ihren Markt zu sichern? Haben Sie Alleinstellungsmerkmale, die Sie von der Konkurrenz unterscheiden?

Boos: Wir besitzen ganz klar den first mover advantage in Deutschland. Es ist nicht nötig, das Konzept zu schützen, da wir einen deutlichen Vorsprung im Markt vorweisen können: Webmiles hat die Top-Partner bereits exklusiv angebunden. Darüber hinaus sind wir im Gegensatz zu bonus.net, die zur Metro-Gruppe gehören, konzernunabhängig und so in der Wahl unserer Partner nicht eingeschränkt. Das garantiert den Usern Glaubwürdigkeit und Objektivität. Von eCollect unterscheidet uns, dass wir auf den Seiten unserer Partner besser eingebunden sind und unsere Zielgruppe viel weiter gefasst ist.

GNN.de: In welchem Zeitraum sehen Sie die Webmiles AG an der Börse? Wie gestaltet sich Ihre Wachstumsstrategie?

Boos: Der Börsengang ist nur eine von vielen Möglichkeiten, Kapital aufzunehmen. Gerade haben wir unsere dritte Finanzierungsrunde erfolgreich abgeschlossen. Wir erschließen neue Geschäftsfelder und treiben die Internationalisierung des Unternehmens stetig voran. Den Einsatzmöglichkeiten eines Incentivierungsprogrammes wie Webmiles sind keine Grenzen gesetzt.


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