ATI kündigt Rage6C-Grafikprozessor mit T&L an
Während ATIs derzeitige Top-Grafikkarte nur in hohen Echtfarb-Auflösungen und dank zweier Grafikchips einen kleinen Vorteil gegenüber GeForce256-Grafikkarten hat, soll sich der neue ATI-Chip mit dem Kodenamen Rage6C sowohl durch eine leistungsfähigere T&L-Engine als auch durch höhere Bildqualität vom Konkurrenten absetzen können.
Die von ATI "Charisma Engine" getaufte T&L-Engine übernimmt dazu, wie auch der GeForce256, alle anfallenden 3D-Berechnungen wie Clipping, Transformation und Lichtberechnungen. Dabei soll sie laut ATI "schneller als alle anderen Prozessoren oder Grafikchips auf dem Markt" sein. Die daraus resultierende höhere Polygonleistung soll wesentlich realistischere, da detailliertere 3D-Objekte und vor allem 3D-Charaktere ermöglichen.
Dank integriertem Advanced Vertex Skinning ("4-Matrix-Vertex-Skinning") und Keyframe Interpolation sorgt die Charisma Engine außerdem dafür, dass beispielsweise die Gliedmaße animierter 3D-Charaktere bei Bewegungen (Skelettanimation) realistisch aussehen und an Verbindungspunkten nicht einfach "umknicken".
Mit der neuen "Pixel Tapestry Architecture" will ATI die Bildqualität weiter anheben: Mit maximal drei möglichen Texturen pro Pipeline kann der Rage6C jeden Pixel in einem Durchgang und damit ohne Zeitverzögerung mit Schattierungen, Transparenzen und Bump-Mapping-Effekten versehen. Dabei unterstützt ATI drei Bump-Mapping-Modi, die mehr oder weniger realistische Oberflächenstrukturen wie Holz oder Wasser erlauben, darunter auch das Environment Mapped Bump Mapping (EMBM), das bisher nur der Matrox-G400-Grafikchip per Hardware unterstützt, und das von NVidia eingeführte Cube Environment Mapping. Auch 3D-Texturen sind möglich.
Ein weiteres interessantes Feature ist der entfernungsabhängige Nebeleffekt ("Ranged-Based Fog"), der nicht einfach nur aus dem Nichts auftaucht sondern weich in die Szene "fließt" und beim Annähern immer dichter wird. Bisherige Grafikbeschleuniger bieten hingegen recht einfach und unrealistisch wirkende Nebeleffekte.
Der Rage6C wird voraussichtlich auf der Ende April stattfindenden Microsoft Windows Hardware Engineering Conference (WinHec) vorgestellt, bis jetzt sind nur einige technische Details zum Aufbau des Grafikchips bekannt. Angaben zu Frameraten, zur Füllrate und Taktfrequenz gibt es noch nicht.
Kommentar:
Falls ATI entsprechend hohe Frameraten bei hoher Bildqualität bieten kann, wird ATI in diesem Jahr die Konkurrenz aus Matrox, NVidia und 3dfx ordentlich ins Schwitzen bringen.