Internetpolitik auf dem Prüfstand
Unter dem Motto "Removing E-Barriers - Ways to Faciliate the Growth of the Internet in Germany and Europe" soll ein internationales Experten-Gremium die bestehenden "Akzeptanzhürden" des Internet in Deutschland diskutieren.
"Wir werden in Deutschland solange keinen durchschlagenden Erfolg von E- Commerce und E-Government sehen, bis wir nicht das Netz für alle Bürger zugänglich gemacht haben" , betont der Direktor des Instituts für Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht an der Universität Münster.
Gemeinsam mit Kollegen von der Universität Oxford haben die Münsteraner einen internationalen Expertenzirkel zusammengerufen, um die aktuelle Internetpolitik der Bundesregierung mit "wertvollen" Argumenten zu unterstützen.
"Auf der Tagung wird insbesondere der Frage nachzugehen sein, wie in der Bundesrepublik eine "Grundversorgung" mit Informationen durch das Internet sichergestellt werden kann" , meint Holznagel.
Im ersten Teil des Workshops sollen zunächst die Faktoren ermittelt werden, die den Gebrauch des Internets aus Sicht der Nutzer beeinflussen. Anschließend werden die gesellschaftspolitischen und ökonomischen Auswirkungen herausgearbeitet, die in einem für breite Bevölkerungskreise attraktiveren Internetzugang resultieren würden. Im dritten Teil werden die Strategien zur Ausweitung der Internetnutzung diskutiert. Dabei geht es vor allem um die Verbilligung des Internetzugangs durch neue Preismodelle wie z.B. die Einführung einer Flatrate, die Zugangserleichterung durch die Nutzung anderer Übertragungsmedien sowie um staatliche Maßnahmen zur Förderung des Internetgebrauchs. Zum Schluss der Tagung ist eine Debatte über die Realisierungsmöglichkeiten dieser Vorschläge vorgesehen.
Allerdings wird die internationale Expertenrunde von AOL Europe gesponsort, so dass sich die Debatte wohl auch um die Marktposition und den Einfluss der Telekom drehen wird.



