Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Spieletest: Atlantis 2 - Grafisch opulentes Adventure

Fortsetzung des grafisch schönen, aber spielerisch enttäuschenden ersten Teils. Cryo Interactive präsentiert mit Atlantis 2 die Fortsetzung des schon etwas betagten Abenteuers, das damals zwar aufgrund der beeindruckenden Grafik Pluspunkte sammelte, aber spielerisch die Erwartungen nicht erfüllen konnte. Beim zweiten Teil war man bemüht, diesen Lapsus nicht zu wiederholen.
/ Thorsten Wiesner
Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)

Die Hintergrundgeschichte verwirrt allerdings zu Beginn mehr als dass sie in das Spiel hineinführt. Schuld daran ist unter anderem die schlampige deutsche Übersetzung im Handbuch und das Intro, das zwar hübsch gestaltet ist, aber nur wenig Informationen enthält. Letztendlich ist es der altbekannte Kampf zwischen Gut und Böse, den der Spieler nun entscheiden soll, denn auf Atlantis existieren die Mächte des Lichtes und die des Bösen.

Eben diese waren über Jahre hinweg in einen Kopf (?) gesperrt, bis Creon sie befreite und so das Böse auf die Menschheit losließ. Wer dieser Creon ist und was die Beweggründe für seine Tat waren, versteht man zwar nicht so ganz, aber da geht es einem wie den "Würdenträgern des Lichts", die laut Spielanleitung "auf der Suche nach etwas waren, von dem sie nicht wussten, was es war" .

Glücklicherweise besteht das besagte Handbuch nur aus fünf Seiten, die dadurch verursachte Verwirrung hält sich also in Grenzen. Und zumindest die Bedienung des Programms ist äußert simpel: Man klickt sich mit der Maus durch eine Vielzahl von Einzelbildern, in denen man sich jederzeit um 360° drehen kann. Der Cursor verändert dabei beim Absuchen der Umgebung seine Form, wenn ein Gegenstand aufgenommen und benutzt werden kann oder die Möglichkeit zu einem Gespräch besteht.

Wenn die Bedienung auch einfach ist, erfordert die Qualität der Rätsel schon geübtere Spieler, da der Schwierigkeitsgrad selbst zu Beginn schon relativ hoch ist. Die Reise beginnt in den tibetanischen Eismeeren und führt danach durch vier weitere, recht komplexe Welten, wie zum Beispiel das mittelalterliche Irland und Mittelamerika. Die Multiple-Choice-Gespräche liefern dabei oftmals wichtige Hinweise, man sollte sich den Gesprächsinhalt also gut einprägen.

Wie immer bei Spielen von Cryo Interactive gab man sich bei der Präsentation viel Mühe: Die Grafiken beeindrucken aufgrund ihrer Detailliertheit und Farben, auch wenn 3D-Karten nicht unterstützt werden, und die Musik passt sich wunderbar den unterschiedlichen Schauplätzen an und sorgt für eine ungemein dichte Atmosphäre.

Fazit:
Cryo hat aus alten Fehlern gelernt und sich einen großen Schritt in die richtige Richtung bewegt. Insbesondere im Vergleich zum ersten Teil ist das Gameplay nun weitaus anspruchsvoller, die Rätsel logisch und auch auf längere Zeit motivierend. Die sowieso schon gute Grafik und die Begleitmusiken wurden deutlich verbessert, sodass Atlantis 2 eine wirklich lohnenswerte Anschaffung für Adventure-Begeisterte ist, wenn auch im Spielverlauf die eine oder andere inhaltliche Schwäche zutage tritt.


Relevante Themen