Studie: Umweltschutz soll effizienter werden
Die Studie analysiert Organisation und Stand des Umwelt-, Arbeits- und Gesundheitsschutzes in Unternehmen sowie den Einsatz von EDV generell und speziell in diesen Bereichen. Hierfür wurden im Oktober letzten Jahres 127 deutsche Unternehmen befragt - darunter die 100 umsatzstärksten Unternehmen des deutschen Marktes.
Ursache für diese Entwicklungen sei möglicherweise der steigende Optimierungsdruck durch zahlreiche Reglementierungen auf nationaler, europäischer und globaler Ebene, dem deutsche Unternehmen zunehmend ausgesetzt sind. Zudem zwingt sie der anhaltende Trend zur Globalisierung, Kosten zu senken und die Effizienz des Umweltschutzes zu steigern. Darüber hinaus sind die Endverbraucher, insbesondere in Deutschland, in Bezug auf Umweltfragen in hohem Maße sensibilisiert. Diesen Faktoren begegnen die deutschen Unternehmen durch den vermehrten Einsatz spezieller Softwareprodukte.
43 Prozent der Unternehmen haben die Bereiche Umwelt-, Arbeits- und Gesundheitsschutz zu einem Bereich zusammengefasst. Dies trifft vor allem auf die Branchen Bauwesen, Chemie/Pharma und die Elektroindustrie zu, wo 75 Prozent der Firmen über einen zentralen Bereich diesbezüglich verfügen. Eine stärkere Sensibilisierung der Verbraucher und eine hohe Regelungsdichte in diesen Branchen könnten hier mögliche Ursachen sein. Nahezu ein Viertel der Unternehmen trennt die Teilbereiche Umwelt-, Arbeits- und Gesundheitsschutz gänzlich voneinander und von den unternehmensweiten Geschäftsprozessen ab. Lediglich 14 Prozent der Unternehmen haben diese vollständig in bestehende Geschäftsprozesse integriert.
Circa 68 Prozent der befragten Unternehmen sehen im Jahr 2000 in mindestens einem Teilgebiet des Umwelt-, Arbeits- und Gesundheitsschutzes einen Ausbau des Softwareeinsatzes vor. Vor allem Firmen aus den Branchen Chemie/Pharma und Automobile/Maschinenbau, die von Umweltauflagen in besonderem Maße betroffen sind, planen zu über 80 Prozent einen erweiterten Softwareeinsatz, um ihre Arbeit effizienter zu gestalten.
Generell wird in den befragten Unternehmen auch die elektronische Vernetzung der Umweltschutzabteilung mit den anderen Unternehmensbereichen vorangetrieben. Diese Entwicklungen zeigen großen Bedarf an Umwelt-, Arbeits- und Gesundheitsschutzinformationssystemen (UIS) in Unternehmen, die für eine sinnvolle Nutzung gezielt ausgewählt und optimal in bestehende Strukturen eingebunden werden müssen.
81 Prozent der befragten Unternehmen setzen zur Integration unternehmensbezogener Informationssysteme derzeit bereits Enterprise-Resource-Planning-Systeme (ERP) und hier vor allem SAP ein (75 Prozent). Obwohl die Einbindung von Informationssystemen branchenübergreifend als wichtig anerkannt wird, arbeiten 53 Prozent der Unternehmen im Bereich Umwelt-, Arbeits- und Gesundheitsschutz vor allem mit Datenbanken, die nur auf einen Standort beschränkt sind. Immerhin 38 Prozent der Unternehmen setzen bereits bundesweite Datenbanken ein. Grundsätzlich werden vor allem die Bereiche Abfallmanagement (76 Prozent) und Gefahrstoffmanagement (74 Prozent) durch Datenbanken unterstützt. Nur 15 Prozent der befragten Unternehmen verfügen über eine vollständige Vernetzung aller Unternehmensbereiche, zum Beispiel mit dem Finanz- oder Produktionsbereich, oder planen diese. Die Zahl der Vernetzungen soll sich im laufenden Jahr mehr als verdoppeln.
Nach Ansicht von über 70 Prozent der befragten Unternehmen haben zukünftig vor allem Aufgaben wie die Reduktion der Unfallzahlen oder die Einhaltung rechtlicher Vorschriften hohe Priorität. Effektivitäts- und Qualitätssteigerung, Kostenreduzierung und Verbesserung der internen und externen Kommunikation treten demgegenüber zurück. Der Aus- bzw. Aufbau eines Controllingsystems im Bereich Umweltschutz ist nur für 40 Prozent der befragten Unternehmen von hoher Bedeutung. Lediglich 20 Prozent messen der EDV-Unterstützung oder Berücksichtigung von E-Business hohes Gewicht bei und verkennen, dass gerade hierdurch die am meisten favorisierten Punkte unterstützt werden.
Keines der befragten Unternehmen hat Umweltschutz und Arbeitssicherheit mit einer durchgehenden EDV-Lösung unterstützt. Dagegen verwenden die Unternehmen ein breites Spektrum unterschiedlicher Anwendungen: 94 Prozent setzten hoch spezialisierte Software ein, die in der Untersuchung mit 'Sonstiges' kategorisiert werden muss. Produkte mit nennenswerter Verbreitung sind hier UB Media (32 Prozent), SAP EH&S (18 Prozent) und WEKA (12 Prozent). Knapp 50 Prozent der Unternehmen nutzen für den Umwelt-, Arbeits- und Gesundheitsschutz noch immer die Tabellenkalkulation von MS Office. In 24 Prozent der Unternehmen wird mit Eigenentwicklungen gearbeitet, und 15 Prozent der Befragten ziehen eine Ausgliederung der relevanten Datenverarbeitung vor. Generell finden Eigenentwicklungen und MS Office vor allem bei Datenaufnahme und -verarbeitung Verwendung. Die Anwendungssysteme UB Media und WEKA werden vor allem genutzt, um die Einhaltung rechtlicher Bestimmungen zu überwachen. Die SAP-Erweiterung SAP EH&S kommt im Logistik- und Buchhaltungsbereich zum Einsatz, das Intranet wird in Knowledge-Management-Prozesse und in den Arbeitsfluss eingebunden.



