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Cyrix III - VIA greift Intel Celeron an

Joshua heißt nun Cyrix III und soll Intel und AMD im Value-Markt schlagen. Der Chipsatzhersteller VIA Technologies hat sich vorgenommen, zu einem der großen Anbieter von x86-Prozessoren zu werden. Der erste und bereits vor einer Weile angekündigte Prozessor von VIA ist der "Cyrix III" – ehemals Joshua – und richtet sich an den Value-PC-Markt, der bislang vornehmlich von Intels Celeron-Prozessor beherrscht wird. Der preiswerte Sockel-370-Prozessor soll in jedem FPGA- und PPGA-Mainboard laufen, sofern die Hersteller das BIOS entsprechend anpassen.
/ Christian Klaß
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Als Entscheidungsgrund, den Cyrix III auf den Niedrigpreis-PC auszurichten, nannte VIA unter anderem eine aktuelle IDC-Studie. Laut dieser wird das Sub-1000-Dollar-System Value-Segment am stärksten wachsen und soll bis zum Jahr 2003 die 1999 noch an der Spitze liegenden Sub-1500-Dollar-Systeme ablösen. Das Internet nannte VIA als treibende Kraft hinter dieser Entwicklung, da immer mehr Menschen ins Netz drängen, jedoch nicht viel für die notwendige IT-Technik ausgeben wollen und können.

Geringe Kosten, hohe Zuverlässigkeit und ein geringer Stromverbrauch seien für diesen Markt wichtiger als das Megahertzrennen, das sich Intel und AMD derzeit lieferten: "Die meisten Leute benötigen keine Gigahertz CPU" , betonte Wen Chi Chen, VIA Präsident und CEO, auf der CeBIT 2000. Nichtsdestotrotz soll der Cyrix III es ermöglichen, DVD-Videos abzuspielen und 3D-Spiele in ansprechender Geschwindigkeit spielen zu können.

Der Cyrix III ist der erste Sockel-370-Prozessor, der einen mit 66, 100 und 133 MHz getakteten Front-Side-Bus (FSB) bietet. Insgesamt 320 KB Cache sollen direkt auf dem Prozessor integriert werden: 64 KB First-Level-Cache und mit 256 KB einen doppelt so großen Second-Level-Cache wie beim Celeron. Die Integer-Einheit des Cyrix III bietet wie der Celeron zwei Pipelines, Branch Prediction, Speculative Execution und Dynamic Execution für die schnelle und effiziente Abarbeitung von Befehlen. Die ebenfalls duale Fließkommaeinheit des Cyrix III soll zudem ohne Wartezyklen zwischen Fließkomma, MMX und 3DNow! Befehlsverarbeitung umschalten können.

Der wie Intels Pentium III in 0,18-Mikron-Technologie gefertigte und mit 2,2 Volt Kernspannung betriebene VIA-Prozessor soll von der Geschwindigkeit dem Celeron zumindest ebenbürtig sein. Bis jetzt nannte VIA jedoch nur vergleichende ZD Winstone Benchmarkwerte, bei denen ein Cyrix III und ein Celeron bei gleichem Takt eine vergleichbare Leistung lieferten.

Die Fertigung der Prozessoren übernimmt National Semiconductor; VIA hatte die Cyrix-Tochter vor einiger Zeit von National gekauft. Cyrix-III-Prozessoren mit 500 MHz sollen in Tausender-Stückzahlen 84 US-Dollar kosten. Bei 533 MHz sind es 15 US-Dollar mehr. Ab April sollen die Prozessoren in großen Stückzahlen erhältlich sein.

VIA befindet sich derzeit in Gesprächen mit PC-Herstellern, nannte jedoch neben dem taiwanesichen Hersteller iDOT.computers keine Namen. Nur ein "es sind mehr als einer" ließ Wen Chi Chen scherzhaft vernehmen.

iDOT demonstrierte nach der VIA-Pressekonferenz bereits einen Design-PC namens Explora 400v mit 533 MHz Cyrix-III-Prozessor, 64 MB PC133-SDRAM, GeForce256-Grafikkarte (SDRAM), 6,4 GB Festplatte und DVD-Laufwerk. Auf einem von VIA zusammengeschraubten Demonstrations-System mit ATI-Expert-Grafikkarte mit 8 MB lief unterdessen Q3A in niedriger Detail-Stufe als Beweis für die 3D-Spieletauglichkeit.

Der Cyrix III stellt das erste Glied einer Prozessorreihe dar – weitere sind geplant und bereits mit biblischen Codenamen benannt. Die Folgeprodukte heißen Samuel 1 und – da es zwei Bücher Samuel gibt – Samuel 2 sowie Matthew (Matthäus). Bei letzterem handelt es sich um einen Prozessor mit integrierter Grafiklogik.


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