Alle Schulen ans Netz reicht nicht aus
Ebenso wie Rechnen, Lesen und Schreiben sei der Umgang mit Information eine Kulturtechnik. Wissen ist der zentrale Rohstoff, die wichtigste Ressource der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts. Das Ziel einer Wissensgesellschaft kann aufgrund des starken Wachstums des Wissensbestandes nur mit Hilfe maschinell auswertbarer Strukturierung und Vernetzung von Informationen erreicht werden.
Der verantwortungsbewusste Umgang mit Information, das Verständnis für Grundlagen und Wirkungsweisen von Informations- und Kommunikationstechniken und für entsprechende Problemlösemethoden setze grundlegende Kenntnisse der Informatik für alle Schüler und Schülerinnen an allgemeinbildenden Schulen voraus, so die Gesellschaft für Informatik.
Die Gesellschaft für Informatik hat im Oktober 1999 Empfehlungen zur "Informatischen Bildung und Medienerziehung" verabschiedet. Darin werden die Ziele einer ganzheitlichen informatischen Bildung an allgemeinbildenden Schulen beschrieben. Während in der Primarstufe (Jahrgangsstufen 1 bis 4) ein verbindlicher Lernort für die informatische Einführung aller Lernenden erforderlich ist, benötigt die informatische Bildung in der Sekundarstufe I (Jahrgangsstufen 5 bis 10) ein eigenständiges Unterrichtsfach Informatik im Pflichtkanon, der gemäß Fachlehrerprinzip von ausgebildeten Lehrerinnen und Lehrern mit erster und zweiter Staatsprüfung im Fach Informatik unterrichtet wird, so die Meinung der Gesellschaft.
In der Sekundarstufe II (Jahrgangsstufe 11 bis 13) müsse das Fach Informatik gleichberechtigt mit den Naturwissenschaften in der Abiturprüfung gewählt werden können. Grund- und Leistungskurse in Informatik erfordern umfangreiche experimentelle Arbeiten im Schullabor und seien daher für maximal 15 Lernende pro Kurs anzubieten.