Studie: E-Commerce keine Chefsache
Bei der Hälfte der kontaktierten Firmen liegt das Online-Geschäft in den Händen eines Projektleiters, bei gut einem Drittel der Unternehmen hat der EDV-Leiter das Sagen beim elektronischen Geschäftsverkehr. "Die Wirtschaftskapitäne in Deutschland haben offenbar andere Sorgen als sich um ihren wichtigsten Zukunftsmarkt E-Commerce zu kümmern", interpretiert Brio-Geschäftsführer Eckhard Voigt die Untersuchungsergebnisse.
Trotz der Zuordnung im mittleren Management haben die Topmanager der Firmen hohe Erwartungen an den Handel per Internet, wie Brio herausfand. 82 Prozent der befragten Führungskräfte erhoffen sich mehr Umsatz durch das Online-Engagement, 50 Prozent wollen in erster Linie Kosten einsparen. Bei beachtlichen 57 Prozent steht eigenen Angaben zufolge die engere Kundenbindung durch mehr Service im Vordergrund des Electronic Commerce.
Eine Schlüsselrolle spielt dabei offenbar die "intelligente" Analyse der Kundendaten, die auf dem Online-Weg gewonnen werden: 97 Prozent der von Brio kontaktierten Topmanager halten die kontinuierliche Datenauswertung für wichtig, davon mehr als die Hälfte sogar für sehr wichtig. 96 Prozent der Firmen sammeln laut Brio-Umfrage hierzu alle Informationen über Kunden in einem Data Warehouse und analysieren sie mit Business Intelligence-Software oder haben diesen Schritt in naher Zukunft vor.
Bei der Einführung des elektronischen Geschäftsverkehrs in die einzelnen Abteilungen haben die Unternehmen der Studie zufolge klare Prioritäten: Bei 54 Prozent der Firmen erhält zunächst der Vertrieb einen Internet-Anschluss, gefolgt vom Marketing (27 Prozent) und vom Finanzwesen (19 Prozent). Kaum Chancen auf den Internet-Zugang am Arbeitsplatz haben die Beschäftigten in der Verwaltung (6 Prozent), bei der Beschaffung (5 Prozent), in der Produktion (5 Prozent), im Personalwesen (4 Prozent) und in den Forschungs- und Entwicklungsabteilungen (3 Prozent).
Als eine Haupthürde bei der Einführung des Online-Handels nannten die von Brio befragten Führungskräfte die Kopplung des E-Commerce mit den bestehenden Geschäftsabläufen und EDV-Systemen. 53 Prozent der Firmen haben selbstentwickelte Betriebssoftware im Einsatz, die sich besonders schwer an das Internet anschließen lässt. Immerhin 47 der Unternehmen arbeiten mit SAP-Software. Praktisch bedeutungslos bei Überlegungen zum E-Commerce seien betriebswirtschaftliche Softwaresysteme von Oracle, Baan, Peoplesoft und J.D. Edwards.
Trotz der geringen Bedeutung für die oberste Managementebene investieren die Unternehmen derzeit erheblich in den elektronischen Geschäftsverkehr, hat Brio ermittelt. 56 Prozent der Firmen haben für dieses Jahr mehr als eine viertel Million Mark Aufwand für E-Commerce budgetiert. Über ein Viertel wenden mehr als eine halbe Million Mark auf, 3 Prozent sogar mehr als eine Million Mark. Wie das Geld verwendet werden soll, ist in den meisten Unternehmen schon festgelegt, hat die Umfrage ergeben. 57 Prozent der Manager haben die Planungen für E-Commerce bereits im letzten Jahr abgeschlossen. 25 Prozent wollen die Vorbereitungen für den Einstieg in den elektronischen Geschäftsverkehr in diesem Jahr festzurren.
Die Untersuchung kann für 3.500,- DM per Email (info@brio.de) bei Brio angefordert werden.



