GeForce256 - T & L Engine bereits veraltet?

Übertakteter Pentium III Coppermine bringt höhere T&L Rechenleistung

Die US-Website HardOCP hat bereits Ende Januar erstmals ihre Bedenken zur Rechenleistung der vielgerühmten Transformation & Lightning Engine (T&L) des GeForce256 Grafikchips von NVidia geäußert. Grundlage für die Bedenken waren Testergebnisse aus MadOnions 3D-Benchmark 3D Mark 2000, in dem ein auf 742 MHz übertakteter Pentium III Coppermine Prozessor eine wesentlich höhere Transformation & Lightning Rechenleistung auf die Waage bringt als ein GeForce256 Grafikprozessor.

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Ende letzter Woche wurde das noch durch einen weiteren Test mit einem der ersten Spiele unterstrichen, die T&L unterstützen: In Acclaims Autorennspiel Test Drive 6 lieferte das Testsystem bei aktivierter GeForce256 T&L Engine niedrigere Bildraten, als wenn der Pentium III die Berechnung per Software T&L übernimmt - die Bildqualität war zudem bei den Testläufen identisch. Der 3D Winbench 2000 von Ziff-Davis würde sich hingegen laut HardOCP nicht zum Testen eignen, da ein Vergleich von Software-T&L und Hardware-T&L nicht möglich ist.

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Die Testergebnisse sind insofern etwas peinlich, da erst auf der IFA im letzten Jahr NVidia mit der Einführung des GeForce256 das Ende des Moor'schen Gesetzes, nämlich die alle 18 Monate auftretende Verdopplung der Prozessorleistung, postulierte und im Vergleich zu einem Pentium III 500 MHz eine um drei bis zehn mal höhere Rechenleistung bei speziellen 3D-Berechnungen versprach. Mittlerweile scheinen jedoch die Prozessoren von Intel und AMD der GeForce256 in ihrer Leistung davongelaufen zu sein.

Allerdings sind auch die HardOCP-Tests nicht der Weisheit letzter Schluss, denn derzeitige Benchmarks berücksichtigen keine zusätzlichen Rechenaufgaben, die normalerweise vom Prozessor erledigt werden müssen. Für möglichst realistisch wirkende künstliche Welten ist mehr nötig als nur hübsche 3D-Grafik, hier müssen physikalische Begebenheiten ebenso simuliert werden wie künstliche und einigermaßen glaubwürdige Lebewesen. Langsamere Prozessoren sind da schnell überfordert und können die Unterstützung durch die GeForce256 gut gebrauchen, die ihnen einen Löwenanteil der Arbeit abnimmt. Bei den immer höher getakteten Athlon- und Pentium-III-Prozessoren gerät der GeForce256 Grafikprozessor allerdings zunehmend ins Hintertreffen und seine derzeitige Hardware-T&L Engine verliert an Bedeutung.

Noch gibt es zwar kaum Spiele, die Hardware-T&L unterstützen und sich dessen Vorzüge zu Nutze machen, doch das wird sich in den nächsten Monaten ändern. Spätestens dann werden NVidia und S3 nicht mehr die einzigen Anbieter von Grafikchips mit Hardware-T&L sein. Die CeBIT 2000 darf also mit Spannung erwartet werden, und das nicht nur wegen der nächsten GeForce256 Inkarnation von NVidia. Auch Matrox und ATI haben etwas am köcheln, wenn man der Gerüchteküche glauben darf. Für den PC-Käufer wird es dadurch in der nächsten Zeit jedoch noch verwirrender - nun treten auch Grafikprozessoren in den Wettkampf zwischen x86-Prozessoren ein, was die Qual der Wahl sicherlich nicht vermindern wird.

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