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Reg TP: 20 Mio. Surfer Ende 2000 in Deutschland

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Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (Reg TP) hat zwei Jahre nach der Liberalisierung des Telefonmarktes erneut ein Fazit gezogen und sieht große Vorteile für den Verbraucher durch den damit entstandenen Wettbewerb.

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"Bis Ende 1999 erhielten 252 Unternehmen eine Netz- oder Sprachtelefondienst-Lizenz durch die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post. Dies sind 88 Lizenznehmer mehr als noch Ende 1998, ein Indiz für den Wettbewerb im Telekommunikationsmarkt und seine Chancen, die auch international anerkannt werden. Immerhin halten bei 20 Prozent der Lizenznehmer ausländische Unternehmen die Mehrheitsbeteiligung. Die Hälfte dieser Anteilseigner kommt aus Nordamerika. Im Jahr 1999 entfielen allein auf Unternehmen mit ausländischer Mehrheitsbeteiligung über eine Milliarde DM an Investitionen in die Telekommunikationsinfrastruktur. Es ist davon auszugehen, dass diese Investitionstätigkeit in den kommenden Jahren unverändert anhält", so der Präsident der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post, Klaus-Dieter Scheurle, zum Marktbericht für das Jahr 1999 seiner Behörde.

Danach bieten weit über 100 Unternehmen inzwischen Sprachtelefondienst an. Dabei wird die Zahl der Firmen, die durch Fusionen oder Aufkäufe aus dem Markt scheiden, durch den Eintritt von neuen Firmen mehr als kompensiert, so die Regulierungsbehörde. Über 40 dieser Firmen betätigen sich als Wiederverkäufer (Reseller). Anfang 2000 gab es bereits 61 Verträge zwischen der DT AG und ihren Wettbewerbern über den Zugang zur Teilnehmeranschlussleitung.

Auf der Grundlage dieser Verträge bzw. auf der Basis eigener Teilnehmernetze, so die Reg TP, bieten derzeit ca. 40 Lizenznehmer neben der Deutschen Telekom einen Direktanschluss zum Kunden an. In etwa 50 Prozent der 84 deutschen Großstädte sowie in einer Reihe von Orten des Umlandes können sich die Verbraucher damit komplett zwischen der DT AG und einem, in manchen Städten sogar zwischen mehreren Wettbewerbern entscheiden.

Im Jahre 1999 lag der Umsatz im Telekommunikationsdienstleistungsmarkt deutlich über 90 Milliarden DM, sodass nach jüngsten Erkenntnissen ein Wachstum gegenüber dem Jahr 1998 von über sieben Prozent angenommen werden kann. Dazu habe nicht zuletzt der Mobiltelefondienst beigetragen, der im Jahr 1999 das Wachstum auf hohem Niveau fortsetzte und zum Jahresende 23,2 Mio. Teilnehmer verzeichnete.

Die Entwicklung auf dem Telekommunikationsmarkt habe zudem auch positive Effekte auf die Beschäftigungszahlen gehabt. Bis Ende 2000 könne allein im Mobilfunk mit 30.000 Arbeitsplätzen gerechnet werden, was einem Jahreszuwachs von über 15 Prozent entspricht. Bei den neuen Wettbewerbern (einschließlich der im Segment Breitbandkabel tätigen) waren Ende letzten Jahres über 50.000 Mitarbeiter beschäftigt.

Insgesamt seien mit über 223.000 Beschäftigten im Telekommunikationsdienstleistungsmarkt damit 1,5 Prozent mehr Arbeitsplätze vorhanden als noch Ende 1998. Hinzu treten indirekte Beschäftigungseffekte, u.a. bei Online- und Internet-Diensten und im elektronischen Handel, unterstreicht die Regulierungsbehörde.

Zwischen der Deutschen Telekom AG und 100 ihrer Wettbewerber seien bisher Verträge über die Zusammenschaltung ihrer Netze geschlossen. Die Entscheidung der Reg TP vom 23.12.1999, die Interconnection-Tarife um 24,4 Prozent zu senken, stärke den Wettbewerb im Telekommunikationsmarkt in Deutschland weiter. Die Verschiebung der Haupt- und Nebenzeit ermögliche neue günstigere Angebote am Abend und Wochenende, die insbesondere für die private Nutzung des Internets weitere Impulse schaffen.

Das in Festnetzen generierte durchschnittliche Tagesverkehrsvolumen betrug Ende 1999 deutlich über 650 Millionen Minuten. Bezogen auf diese täglich in Deutschland insgesamt generierten Minuten erreicht der Marktanteil der neuen Wettbewerber rund 20 Prozent, eine deutliche Steigerung im Vergleich zu etwa 14 Prozent Ende Juni 1999. Dieser Anteil entspricht rund 130 Millionen Gesprächsminuten pro Tag Ende 1999. Betrachtet man das Verkehrsvolumen von inländischen Ferngesprächen, Auslandsgesprächen, sowie Gesprächen von den Festnetzen in Mobilnetze, so erzielen die neuen Anbieter derzeit einen Anteil von über 40 Prozent, eine leichte Steigerung gegenüber 35 Prozent Ende Juni 1999. Nach zwei Jahren der vollständigen Liberalisierung sei Deutschland damit weiter unter den Schrittmachern des Liberalisierungsprozesses in Europa, lässt man das Ortsnetz außer Betracht.

Seit der vollständigen Liberalisierung des Sprachtelefondienstes am 1. Januar 1998 sind die Preise für Ferngespräche als Folge des einsetzenden Wettbewerbs drastisch gesunken. Für inländische Ferngespräche an Werktagen zahlt der Verbraucher je nach Verkehrszeit heute bis zu 85 Prozent weniger. Zu Beginn des Jahres 2000 stellt die Reg TP fest, dass sich die Call-by-Call-Preise auf dem jetzt erreichten Niveau stabilisiert haben.

Auch bei Auslandsgesprächen habe der Wettbewerb den Verbrauchern große Preisvorteile gebracht. Hier ist eine kontinuierliche Reduzierung der Tarife zu beobachten. Bei den zehn wichtigsten Auslandsbeziehungen sind seit der Liberalisierung Anfang 1998 die Tarife tagsüber in der Hauptzeit um bis zu 93 Prozent billiger geworden. Der Markt für Mobiltelefondienst verzeichnete 1999 ein Rekordwachstum. Mit einem Zuwachs von rund 9,7 Millionen Teilnehmern in den digitalen Mobiltelefonnetzen wurde Ende des Jahres ein Teilnehmerstand von 23,2 Millionen erreicht. Gemessen an den absoluten Teilnehmerzahlen liegt Deutschland damit im europäischen Vergleich nach Italien und Großbritannien an dritter Stelle. Vergleicht man die Penetrationsrate von 28,3 Prozent mit denen anderer europäischer Länder, so ist Deutschland jedoch eher im unteren Mittelfeld anzusiedeln.

Allein dieser Umstand und die enorme Zuwachsrate von rund 70 Prozent im Jahr 1999 lassen darauf schließen, dass im Jahr 2000 bisherige Prognosen von knapp über 30 Millionen Teilnehmern übertroffen werden. Bei kundenfreundlicher Preispolitik der Netzbetreiber ist ein Teilnehmeraufkommen von 35 Millionen Ende 2000 als durchaus realistisch anzusehen, so die Regulierunsgbehörde. Dies würde einer Penetrationsrate von 42,7 Prozent entsprechen. Laut Preisindex für Mobiltelefondienstleistungen des Statistischen Bundesamtes fielen die Preise im Jahresdurchschnitt 1999 gegenüber 1998 um 20,5 Prozent. Im internationalen Vergleich ist vor allem bei den Verbindungsminutenpreisen noch erheblicher Spielraum für weitere Preissenkungen vorhanden. Die drei größten Online-Anbieter (T-Online, AOL, Compuserve) erreichten Ende 1999 nahezu 5,5 Millionen Teilnehmer. Bis Ende 2000 sind voraussichtlich 7,25 Millionen Teilnehmer zu erwarten. Ende 1999 ist die Zahl der Internet-Nutzer schätzungsweise auf über 12 Millionen gestiegen. Bis Ende 2000 kann aufgrund des bisherigen Wachstums mit bis zu 20 Millionen Nutzern gerechnet werden. Die Europäische Kommission prognostiziert die Nutzer in Deutschland für 2001 bereits mit 32 Millionen. Durchschnittlich kostet eine Online-Stunde inklusive Telefonzugang in Deutschland heute unter 3,- DM. Die private Nutzungsdauer belaufe sich im Mittel auf bis zu 20 Minuten pro Tag bzw. 10 Stunden im Monat.

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