Vision: Wird Wohnen vollautomatisch ?
Sanft schiebt sich die Matratze in die Sitzposition, die verdunkelten Fensterscheiben werden heller – ein laut gerufenes "Frühstück!" genügt, um den Toaster und die Kaffeemaschine in der Küche zu starten und die Duschkabine kennt schon das werktägliche Fitness-Programm aus lauwarmem Tropenregen, heißem Massagestrahl und abschließender Schwallbrause: Nach einem Artikel der Zeitschrift Architektur und Wohnen sind dies keine Phantasie-Szenen, sondern bereits mit aktuellen Produkten zu bauen oder nachzurüsten.
In der aktuellen Ausgabe von "Architektur und Wohnen" zur "Internationalen Möbelmesse" in Köln geht es nicht nur um intelligentes Interieur, sondern auch um Türen ohne Schlüssel, sprechende Kühlschränke oder selbstfahrende Staubsauger.
Vor allem durch die Vernetzung sollen die Wohnungen intelligenter und individueller werden: Alles, was sich mit Strom betreiben lässt, hört via Sprachsteuerung aufs Wort, Lichtszenen lassen sich drahtlos abrufen, Sensoren schließen bei Regen oder Wind automatisch die Fenster.
Und über eine Schnittstelle zum Telefon genügt abends schon ein Handyanruf und die Sauna oder der Backofen heizt schon mal vor. Was wohl die Hausratversicherung in diesem Zusammenhang zu den garantiert auftretenden "Störfällen" des Computer Aided Living sagen wird?
Stressfrei ist das digitalisierte Wohnen keinesfalls – und billig auch nicht: Es fehlt – wie bei vielen Computerlösungen – an einem einheitlichen Steuer- und Interfacesystem. Die Konkurrenz um die Norm ist auch ein Wettlauf der Branchen untereinander.



