Wer in Computerspielen die Superhelden mit den dicken Oberarmen und den breiten Schultern spielt, schadet damit womöglich seinem Selbstwertgefühl. Das hat ein Forscher der Kansas State University herausgefunden.
Das Spielejahr 2008 stand im Schatten von GTA 4. Kein anderer Titel hat die Deutschen auf Konsole und auf PC mehr bewegt als das Meisterwerk von Rockstar Games. Doch es gab noch mehr als Niko Bellic & Co.
Mit 55 Millionen Euro wird die EU den Jugendschutz im Internet von 2009 bis 2013 fördern. Das hat der Ministerrat gestern beschlossen. Der Ministerrat folgt damit einem Vorschlag der EU-Kommission von Ende Februar 2008.
Onlinespielesucht ist gar keine Sucht, sagt Keith Bakker. Es ist eine Sucht, entgegnet Kai Müller im Interview mit Golem.de. Der Psychologe arbeitet in der einzigen deutschen Ambulanz für Spielesüchtige in Mainz.
Keith Bakker gilt als Pionier bei der Diagnose und Therapie von Onlinespielesucht. Nun meldet er sich mit einer neuen These zu Wort: Wer extrem viel World of Warcraft spiele, sei nicht süchtig, sondern einsam. Er brauche keine Therapie, sondern seine Eltern.
Der Streit um den Jugendschutz ist nach einem Kongress in München eskaliert. Olaf Wolters, Chef vom Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU), warnt im Gespräch mit Golem.de vor einer Polemisierung der Debatte - und freut sich auf das nächste Treffen mit dem bayerischen Innenminister.
Bei einem Computerspiele-Kongress in München kam es zu harten Vorwürfen gegenüber der Spielebranche - unter anderem hat eine Schwester und Mitarbeiterin des Kriminologen Christian Pfeiffer den Publisher Electronic Arts als "Schweinefirma" bezeichnet. EA fordert eine Entschuldigung.
Der erste internationale Kongress "Computerspiele und Gewalt" hat am 20. November 2008 in München stattgefunden. Neben einigen differenzierten Meinungen aus der Wissenschaft gab es vor allem aufgeregte Eltern und viel Schelte für die USK. Der Tenor: Das gegenwärtige System für den Jugendschutz funktioniert nicht, mehr Verbote müssen her.
Das Actionspiel Gears of War 2 ist auf dem Index der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BpjM) gelandet. Die USK hatte ebenfalls eine Altersfreigabe verweigert. Deutsche Spieler haben trotzdem einen Weg gefunden, an das Programm zu kommen.
Der 15-jährige Kanadier Brandon Crisp, der Mitte Oktober 2008 seine Familie wegen eines Streits um exzessives Computerspielen verlassen hatte, ist tot gefunden worden. Seine Eltern gründen nun eine Stiftung, die Sport für Jugendliche und Kinder fördern soll.
"Taktische Zerstückelung: Trenne die Gliedmaßen der Aliens mit mächtigen Waffen ab" - so wirbt Electronic Arts auf der Packungsrückseite von Dead Space. Derart martialisches Vorgehen ist auch nötig, denn das Actionspiel schickt Heerscharen von Horrorfiguren auf den einsamen Spieler los, der in einem blutgetränkten Raumschiff zurechtkommen muss.
In Kanada beschäftigt der 15jährige Brandon Crisp derzeit Medien und Öffentlichkeit. Der Junge ist verschwunden, seit er im Streit über sein angeblich exzessives Videospielverhalten die elterliche Wohnung verlassen hat. Microsoft unterstützt die Suche.
Das Europäische Parlament hat ein neues Programm "Sicheres Internet" beschlossen, das im Jahr 2009 starten und bis 2013 laufen soll. Ziel ist der bessere Schutz Jugendlicher vor sexuellem Missbrauch und Mobbing im Internet. Außerdem sollen illegale Onlineinhalte bekämpft werden.
Bislang herrschte Konkurrenzdenken zwischen den beiden großen deutschen Entwicklerverbänden. Damit soll jetzt Schluss sein: Der GAME Bundesverband und der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) wollen künftig intensiver zusammenarbeiten.
Seit Game-Boy-Zeiten kommen die Spielehandheld-Systeme von Nintendo ohne interne regionale Abfrage aus, die zum Beispiel den Betrieb von in Europa gekaufter Software auf einem aus Japan stammenden Gerät verhindert. Bei der nächsten Generation der Daddelkisten soll das anders sein - auch wegen des Jugendschutzes.
Eine unabhängige neue Studie von US-Forschern zeigt: Fast alle männlichen und weiblichen Teenager spielen am Computer. Doch auf ihr Sozialleben oder ihre sonstigen Aktivitäten hat das weniger Auswirkung als bislang oft spekuliert wurde.
Darauf erst mal einen Martini: Der Ego-Shooter Quatum of Solace ist im Prüfverfahren bei der USK durchgefallen. Die Berliner Jugendschützer haben das 007-Spiel wegen gewalthaltiger Inhalte nur für Erwachsene freigegeben. Ein anderes Actionspiel muss derzeit noch darum bangen, wie es in Deutschland vermarktet und verkauft werden darf.
Nach den jüngsten Vorstößen bayerischer Politiker, die erneut ein Herstellungs- und Vertriebsverbot für sogenannte "Killerspiele" gefordert haben, wehrt sich nicht nur der Deutsche Kulturrat. Auch die Zeitschrift PC-Games startet eine Aktion und ruft Spieler auf, per E-Mail bei einer Reihe von bayerischen Politikern zu protestieren.
In ungewöhnlich scharfer Form weist der Deutsche Kulturrat die jüngsten Forderungen des bayerischen Innenministers zurück, Produktion und Vertrieb sogenannter "Killerspiele" zu verbieten und mit harten Strafen zu drohen. Die Forderungen seien populistisch, außerdem habe Deutschland bereits strenge Jugendschutzregelungen.
Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann hat in einem Expertengespräch die Forderung nach einem Herstellungs- und Verbreitungsverbot für sogenannte "Killerspiele" wiederholt. Weitere Teilnehmer: die ebenfalls als extrem spielekritisch bekannten Experten Christian Pfeiffer und der CSU-Bundestagsabgeordnete Hans-Peter Uhl.
Die Kontrollstelle Jugendschutz.net hat im Jahr 2007 eine Zunahme der Verstöße durch Nazihetze, Kinderpornografie und Übergriffe um 10 Prozent festgestellt. Die Betreiber von sozialen Netzwerken und Plattformen müssten Mindeststandards einhalten und Minderjährige besser schützen.
Das Actionspiel Gears of War 2 ist einer der am meisten erwarteten Titel für die Xbox 360, wird aber in Deutschland nicht erscheinen. Golem.de hat erfahren, dass das Spiel von der USK wegen zu gewalthaltiger Inhalte keine Altersfreigabe bekommt. Schon der Vorgänger wurde in Deutschland nicht veröffentlicht - sehr zur Freude des österreichischen Spielehandels.
Ein 18 Jahre alter Schüler soll in Thailand beim Versuch, Szenen aus GTA 4 nachzuspielen, einen 54-jährigen Taxifahrer erstochen haben. Der örtliche Distributor versucht nun, das Programm aus dem Handel zu nehmen, die Behörden sehen Handlungsbedarf in Sachen Gewaltspiele - und dem mutmaßlichen Täter droht die Todesstrafe.
Der Psychologe Klaus Wölfing ist besorgt über die zunehmende Computerspielebegeisterung von Jugendlichen und warnt vor Suchtgefahren. Seiner Meinung nach ist die Gefahr, in eine Abhängigkeit zu geraten, größer als die bei Alkohol.
Wer sich im Alltag überfordert fühlt und dann etwa zu Stressbewältigung an Computer oder Konsole spielt, hat ein höheres Risiko einer Erkrankung als unauffällige Spieler - will jedenfalls die Universität Koblenz-Landau in einer neuen Studie herausgefunden haben. Besonders gefährlich: World of Warcraft.
Viele Anbieter von Mobilfunkdiensten im Internet verstoßen gegen europäische Verbraucherschutzgesetze. Das hat eine Prüfung ergeben. Behörden in ganz Europa untersuchen derzeit Angebote, die über das Internet Inhalte für Mobiltelefone vertreiben. In Deutschland stellte das Bundesamt für Verbraucherschutz Rechtswidrigkeiten bei zwei Drittel der Anbieter fest.
Politiker, Jugendschützer und Vertreter der Industrie diskutieren in Großbritannien derzeit über eine Reform des Jugendschutzes. Hauptstreitpunkt ist die Frage, wer die Alterseinstufungen vergibt - das europaweit etablierte PEGI-System oder die BBFC, die sich bislang vor allem um Filme kümmert.
Bremer Forscher haben genau hingesehen und herausgefunden, dass Gewalt in Computerspielen und im echten Leben in unterschiedlichen Gehirnregionen verarbeitet wird. Offenbar findet "keine Übertragung der Spiele in die Wirklichkeit" statt. Trotzdem sehen die Wissenschaftler GTA und Co. kritisch.
Das bisherige System der Altersfreigabe von Medien - insbesondere bei Computerspielen und Filmen - ist zu ungenau und muss um weitere Stufen ergänzt werden. So lautet die wichtigste Forderung in der Abschlusserklärung des 2. Saarbrücker Medien Symposiums.
Wenige Tage nach der Billigung des verschärften Jugendschutzgesetzes durch den Bundesrat hat die Nürnberger IP Entertainment angekündigt, ihr Spieleserverangebot XG1.de vom Netz zu nehmen. Die neuen rechtlichen Rahmenbedingungen bereiten dem Unternehmen insbesondere bei den sogenannten Killerspielen Probleme.
Der Bundesrat hat heute die vom Bundestag Anfang Mai 2008 beschlossene Änderung des Jugendschutzgesetzes bestätigt. Kernpunkt der Änderung ist der bessere Schutz von Minderjährigen vor Gewaltdarstellungen. Das umfasst auch das Verbot, sogenannte Killerspiele an Kinder und Jugendliche abzugeben.
Der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) und der Bundesverband der Entwickler von Computerspielen GAME übernehmen die Trägerschaft der USK, die für die Altersfreigaben von Computerspielen zuständig ist. Ein Sprecher des GAME sagte gegenüber Golem.de, die neue Struktur habe keine Auswirkungen auf die Alterskennzeichnungen - vorerst jedenfalls.
Der Videothekenverband IVD (Interessenverband des Video- und Medienfachhandels in Deutschland) hat gegen die Firma Aviteo eine einstweilige Verfügung erwirkt. Der Newsgroup-Provider darf deshalb sein Angebot usenext.de nicht mehr außerhalb geschlossener Internetbenutzergruppen mit pornografischen Bildern oder auch dem Argument bewerben, dass dort indizierte, beschlagnahmte oder pornografische Filme heruntergeladen werden können.
Kinder und Jugendliche sind immer früher mit extremen Porno- und Gewaltvideos aus dem Internet konfrontiert. Das beklagt der Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Heinz-Peter Meidinger. Jugendgefährdendes Bild- und Textmaterial würde beispielsweise zehnjährigen Mädchen in Schulpausen gezeigt - mit entsprechenden Folgen für die Entwicklung der Kinder.
Die Bundeszentrale für Politische Bildung hat nach einer Anweisung des Innenministeriums bis auf Weiteres den Versand eines Sammelbandes mit dem Titel "Computerspiele(r) verstehen" gestoppt. Es gibt Plagiatsvorwürfe gegenüber einem der Autoren. Außerdem kritisiert das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen, das Buch verharmlose die Risiken für Spieler.
Grand Theft Childhood, so heißt das Buch, das in der US-Spieleszene derzeit für Diskussionen sorgt. Es beschäftigt sich mit den Auswirkungen von Computerspielen auf Jugendliche. Golem.de sprach mit Co-Autorin Cheryl Olson über Risiken und Chancen von Spielen. Fazit: Lieber ein bisschen spielen als gar nicht.
Gewalt in Computerspielen - wie groß ist das Problem, wer trägt Verantwortung, wer kann was tun? Auf der Entwicklerkonferenz 2008 ging es in einer großen Podiumsdiskussion um Jugendschutz, Moral und die Bevormundung von erwachsenen Bürgern.
Der Bundestag hat mit den Stimmen der Großen Koalition eine Novelle des Jugenschutzgesetzes verabschiedet, die das Kabinett im Dezember 2007 beschlossen hatte. Mit dem Gesetz sollen Kinder und Jugendliche besser vor sogenannten "gewaltbeherrschten Computerspielen" geschützt werden. Kritiker bezweifeln, dass das funktioniert.
Die Entwicklerkonferenz "Quo Vadis" 2008 ist eröffnet: Ab sofort treffen sich in Berlin bei der wichtigsten derartigen deutschen Veranstaltung knapp 600 Designer, Programmierer, Grafiker und Animationsexperten. Zur Eröffnung sprachen auch Gäste aus der Politik - und bemühten sich unter anderem, die "Killerspiel"-Debatte endlich zu beenden.
Der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) kritisiert Änderungen beim Jugendschutz, die der Deutsche Bundestag demnächst beschließen will. Eine neue Richtlinie über die Größe der Altersfreigabe-Sticker auf Verpackungen führe am Ziel vorbei. Außerdem fordert der BIU, dass Onlinespiele von der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) geprüft werden.
Sperrungsverfügungen gegen Access-Provider sind technisch und rechtlich grundsätzlich möglich - so interpretiert die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) zwei von ihr in Auftrag gegebene Gutachten. Allerdings macht das vom Freiburger Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht erstellte Gutachten, das sich mit den rechtlichen Aspekten solcher Sperrungen befasst, Eingriff in die Grundrechte durch solche Sperrungsmaßnahmen aus.
Die Europäische Kommission hat getagt - und festgestellt, dass in weiten Teilen Europas kein ausreichender Jugendschutz im Bereich der interaktiven Unterhaltung besteht. Nach Ansicht der Politiker soll das PEGI-System zur Altersfreigabe weiter ausgebaut werden - Deutschland ist allerdings nicht betroffen.
Der Trend zum Onlinespiel hat Nebenwirkungen: Politiker und Jugendschützer beschäftigen sich immer mehr mit World of Warcraft, Guild Wars und Co. Aber welche Auswirkungen haben diese Titel tatsächlich auf Jugendliche - und auf Erwachsene? Golem.de im Interview mit Dipl.-Psych. Florian Rehbein über Gewalt und Abhängigkeit in den virtuellen Welten.
Auf der Munich Gaming ist "Jugendschutz und Onlinespiele" eines der großen Themen. Dabei geht es eigentlich um mindestens zwei Themen: einmal um Regelungen für vermeintlich süchtig machende Onlinerollenspiele - und zum anderen um die digitale Distribution herkömmlicher Titel. Außerdem: Anbietern etwa von gewalthaltigen Online-Browserspielen drohen trotz der scheinbar unklaren Rechtslage strafrechtliche Konsequenzen.
Der amerikanische Horrorautor Stephen King mag keine Computerspiele. Aber er hält auch nicht viel davon, dass sich Politiker als Ersatzeltern aufspielen und den Verkauf gewalttätiger Spiele verbieten wollen.
Bayerische Politiker genießen in Spielerkreisen meist keinen guten Ruf - gelten sie doch als engstirnige Verbieter. Auf der Munich Gaming nähern sich die Fronten von Politik und Spielebranche zumindest etwas an: Ausgerechnet Hardliner Günther Beckstein und Designer-Legende Peter Molyneux eröffneten am Montagvormittag die zweitägige Veranstaltung. Eine neue Diskussion zeichnet sich ab: Welches Verfahren gilt künftig in Sachen Onlinespiele und Jugendschutz?
Kinder sind viel länger im Internet unterwegs als gemeinhin angenommen. Zu dem Ergebnis kommt eine Studie, die von der britischen Regierung initiiert wurde. Demnach verbringen 13- bis 18-Jährige rund 20 Stunden in der Woche im Internet. Das ist mehr als drei Mal so viel wie bisher angenommen wurde.
Viele Kinder und Jugendliche gehen immer noch sehr leichtsinnig mit persönlichen Daten um. Gerade Social-Networking-Plattformen verleiten dazu, zu viel von sich preiszugeben. Oft sind unliebsame Erfahrungen das Resultat, haben Forscher herausgefunden. Eine andere Studie hat sich mit Filtersoftware befasst. Dabei kam heraus, dass technische Lösungen auch nur bedingt nutzen, um den Nachwuchs vor den Gefahren aus dem Netz zu schützen.
Der diplomierte Pädagoge und USK-Gutachter Gerald Jörns hat sich für Golem.de den neuen Kriterienkatalog für Indizierungen der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) angesehen. Dieser Katalog wurde auf Basis der bisher gefällten Entscheidungen erstellt und von der BPjM ohne große Ankündigung vorgelegt. Während bislang vier Punkte im Blickpunkt der Prüfer standen, wurde die Liste der Indizierungsgründe nun ausgeweitet und differenzierter dargestellt - ausgelöst durch die teils unsachliche Diskussion um gewalthaltige Computer- und Videospiele und ihre möglichen Auswirkungen.
Im Bundesrat gibt es Kritik an den Plänen der Bundesregierung zur Verschärfung des Jugendschutzes in Bezug auf "gewaltbeherrschte Computerspiele". Zwar wird das grundsätzlich Ziele, "die Verbreitung extremer Gewaltdarstellungen stärker zu begrenzen", unterstützt, Zweifel gibt es aber an den geplanten Maßnahmen.
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