Militärische Hacker, Cyberspionage, Cyberattacken auf Kommunikationssysteme - längst findet Krieg auch in der virtuellen Welt statt. Die Armeen diverser Länder unterhalten Spezialisteneinheiten, die Websites von Dissidenten lahmlegen, den Gegner online auskundschaften oder im Ernstfall auch Versorgungssysteme sabotieren. Ihr Vorgehen unterscheidet sich oft nur wenig von dem der Cyberkriminellen. Gleichzeitig geben Staaten viel Geld aus, um ihre eigenen Systeme gegen die Hacker des Gegners abzusichern.
In Israel sind am Montag die Websites der Fluglinie El Al und der Börse in Tel Aviv durch DoS-Attacken lahmgelegt worden. Die Angreifer sollen aus Arabien stammen und die Aktion politisch motiviert sein.
Innerhalb von drei Jahren hat Fujitsu ein Antivirus-Virus programmiert, das die Quelle von Cyberangriffen ermitteln und Schadsoftware unschädlich machen soll.
5.000 Euro zahlen oder bei Google schlechter oder gar nicht mehr gefunden werden: Damit drohte ein Erpresser einem deutschen Onlineshop für Holzspielzeug, nun ermittelt die Kriminalpolizei.
Ein iranischer Techniker hat einer US-Tageszeitung verraten, wie kürzlich eine US-Drohne zur Landung gebracht wurde. Demnach täuschten die Iraner das GPS-Navigationssystem des unbemannten Fluggeräts.
In China gibt es nach Erkenntnissen des US-Geheimdienstes NSA 20 Gruppen, die Spionage über das Internet betreiben. Die NSA will diese Gruppen und einen Teil ihrer Mitglieder identifiziert haben.
Der Bitkom hält den Schutz des Stromnetzes, der Wasserversorgung und der Verkehrsnetze gegen IT-Angriffe für nicht ausreichend. Das Nationale Cyber-Abwehrzentrum sei keine digitale GSG 9 im Cyberwar.
Das US-Heimatschutzministerium hat offensichtlich recht behalten: Der Einbruch in das System eines US-Wasserwerks war offensichtlich kein Einbruch, sondern ein berechtigter Zugriff eines Geschäftspartners. Der war zu dem Zeitpunkt gerade in Russland unterwegs.
Deepsec 2011 Politiker rüsten international gegen den "Cyberkrieg" auf. Bemühungen für den Cyberfrieden hält der Sicherheitsexperte Stefan Schumacher für zum Scheitern verurteilt.
Der Schaden in einem US-Wasserwerk gehe nicht auf einen Cyberangriff zurück, haben das US-Heimatschutzministerium und das FBI erklärt. Es gebe keinen Beweis für einen Cybereinbruch in das Scada-System der Versorgungseinrichtung.
Der Angriff auf das texanische Wasserwerk in der vergangenen Woche sei ein Kinderspiel gewesen, sagt der Eindringling. Er habe das Steuerungssystem mit einer Software aufgespürt. Das Passwort hatte nur drei Stellen.
Weil das US-Heimatschutzministerium den Einbruch in die Systeme eines US-Wasserwerks nicht ernst genommen hat, ist ein Hacker in das System eines anderen Wasserwerks eingedrungen, Er wollte damit beweisen, wie schlecht die Versorgungseinrichtungen in den USA geschützt sind.
James Cartwright, der bis vor kurzem zweitranghöchste US-General, setzt im Cyberwar auf massive Gegenschläge gegen Hacker, die die USA aus dem Ausland angreifen.
Geleakte Informationen und Angriffe auf industrielle Steuerungscomputer: US- und EU-Behörden spielen heute erstmals gemeinsam Szenarien des Cyberwar durch, um ihre Zusammenarbeit zu üben.
Auf der London Conference on Cyberspace wirbt Deutschland vorsichtig für einen Konsens, um bei "schwer zuzuordnenden Cyberattacken" international zusammenzuarbeiten.
Chinesische Hacker stellen keine Gefahr für gut gesicherte Computersysteme dar. Dieser Auffassung ist ein australischer Wissenschaftler. Er hält China im Cyberwar für unterlegen.
Cyberangriffe auf britische Unternehmen und Regierungsstellen haben nach Angaben von GCHQ-Chef Iain Lobban ein "beunruhigendes" Ausmaß angenommen. Lobban warnte im Vorfeld einer Cybersicherheitskonferenz in London vor den Auswirkungen auf die britische Wirtschaft.
Auch Satelliten sind nicht vor Angreifern sicher: Unbekannte haben sich vor einigen Jahren mehrfach Zugang zu zwei US-Satelliten verschafft. Sie hätten die Raumflugkörper sogar übernehmen können.
Im März 2011 prüfte das US-Militär einen Cyberschlag gegen die libysche Regierung, um die Luftüberwachung auszuschalten. Doch es kam nicht dazu.
Ein Nato-Cyberwar-Center wünscht sich das Ende jeder Anonymität im Internet. Das CCDCOE hält zudem Hintertüren in der IT-Infrastruktur anderer Staaten für sinnvoll, um dort logische Bomben platzieren zu können.
Die Bundesregierung und deutsche Unternehmen wollen kritische Infrastrukturen durch eigens entwickelte Router und eine Virtualisierungslösung besser absichern. Ermöglichen sollen das die staatlich gefördeten Projekte Saser und Sesam.
Der Chef der US-Cyberabwehr ist überraschend zurückgetreten. Ob seine Amtsniederlegung mit den erfolgreichen Cyberangriffen auf US-Regierungseinrichtungen zu tun hat, ist unklar.
Das US-Militär will im Cyberwar gezielt Angriffe zur Abschreckung des "Feindes" führen. Damit sind ausländische Hackergruppen und die Staaten gemeint, die sie unterstützen.
Unbekannte sind im Frühjahr 2011 in Computer eines Geschäftspartners des US-Verteidigungsministeriums eingedrungen und haben dort mehrere tausend geheime Dokumente gestohlen. Die US-Regierung vermutet, dass ein ausländischer Geheimdienst dafür verantwortlich ist.
Nordkorea könnte für die DDoS-Attacken auf wichtige staatliche und zivile Websites von Südkorea verantwortlich sein. Die 2009 und 2011 erfolgten Angriffe waren laut McAfee-Analyse so massiv, ausgeklügelt und zerstörerisch, dass sie weit über das übliche Maß hinausgingen - und Vorbereitungen für einen Krieg nicht nur im Internet sein könnten.
Die Bundesregierung eröffnet heute ihr Cyberabwehrzentrum, das Angriffe über das Internet abwehren soll. Schon vorher warnt Innenminister Friedrich: Kritische Infrastrukturen wie Strom- und Wasserversorgung seien besonders gefährdet.
Die EU-Justizminister wollen die Strafen für cyberkriminelle Taten erhöhen. Besonders der Druck auf bandenmäßige Betreiber von Botnetzen soll wachsen.
Über einen kompromittierten Rechner sind Angreifer in die Systeme des Weltwährungsfonds eingedrungen. "Dies war ein sehr folgenschwerer Einbruch", erklärte ein IWF-Vertreter.
Eric Corley vom Hackermagazin 2600 sieht die US-Szene der Hacker und Cyberkriminellen fest im Griff des FBI. Jeder Vierte stehe bereits auf der Gehaltsliste der Bundespolizei.
Ihrer neuen Cyberstrategie zufolge betrachten die USA den Cyberwar künftig als konventionellen Krieg. Geht das Recht auf Selbstverteidigung so weit, dass Hacken mit Bomben vergolten werden darf?
Das US-Verteidigungsministerium will im kommenden Monat eine neue Cyberstrategie einführen. Darin ist vorgesehen, Angriffe über das Internet mit konventionellen Militärschlägen zu beantworten.
Laut Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich haben Terroristen in Zukunft virtuelle Bomben zur Verfügung. Dies sei "nur noch eine Frage der Zeit".
Laut einem Geheimpapier will die Republik Österreich eine Cyber-War-Truppe schaffen, die aus Bundesheer und Geheimdiensten rekrutiert wird. Das Verteidigungsministerium sieht kaum noch Gefahren durch konventionelle militärische Angriffe und verlegt deshalb seine Ressourcen in den Cyberspace.
Die Gruppe Anonymous will am Tag der Arbeit Websites im Iran attackieren. Damit will die Gruppe den Kampf des Volkes für Freiheit unterstützen.
Iranische Behörden haben angegeben, erneut per Schadcode angegriffen worden zu sein. Sie haben eine Malware namens Stars sichergestellt, die Regierungscomputer infizieren sollte.
Das US-Computersicherheitsunternehmen HBGary will sich an dem Darpa-Projekt Cinder beteiligen. Im Rahmen dieses Programms soll eine Software entwickelt werden, die verdächtiges Verhalten erkennt. Cinder ist eine Reaktion auf Wikileaks.
Noch einige Stunden vor der Preisverleihung ist das Cyber-Abwehrzentrum für den Negativpreis BigBrotherAward nominiert worden. Grund: In dem Cyberwarzentrum würden Geheimdienste und die Polizei ohne Rechtsgrundlage zusammenarbeiten.
Eine Sicherheitsüberprüfung der Computer der US-Weltraumbehörde Nasa hat schwere Mängel zutage gefördert: Angreifer hätten über das Internet sogar die Kontrolle über Raumfahrzeuge der Nasa übernehmen können.
Sind Atomkraftwerke gegen Angriffe aus dem Internet abgesichert? Genau dieser Frage will das Bundesumweltministerium bei der Überprüfung der deutschen Anlagen nachgehen, wie aus einem vorläufigen Dokument des Ministeriums hervorgeht.
Eine Unterorganisation der iranischen Revolutionsgarde hat eine Hackertruppe aufgestellt. Diese will künftig Gegner über das Internet angreifen.
Das französische Finanzministerium hat zugegeben, dass es Ziel von Cyberspionen geworden ist. Diese hätten Computer mit Spionagesoftware infiziert und viele Dokumente entwendet. Wer hinter den Angriffen steckt, ist noch unbekannt.
Das nationale Cyber-Abwehrzentrum und der Cyber-Sicherheitsrat sollen künftig die IT-Gefährdung auf ein tragbares Maß reduzieren. Thomas de Maizière und Rainer Brüderle haben die von der Bundesregierung beschlossene Cyber-Sicherheitsstrategie für Deutschland vorgestellt.
Die Sicherheitsfirma HB Gary arbeitet offenbar an Tools, mit denen die Meinungsmache im Internet erleichtert wird. Einzelne sollen damit viele künstliche, glaubwürdige Personen verkörpern können, um mit ihnen etwa in sozialen Netzwerken andere Menschen zu beeinflussen.
Die britische Regierung und Unternehmen sind 2010 Opfer von Cyberattacken geworden, berichtet der britische Außenminister auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Er fordert eine internationale Zusammenarbeit bei der Sicherheit.
US-Ermittler untersuchen den Einbruch in die Computersysteme der US-Börse Nasdaq. Was die Eindringlinge wollten, ist nicht klar. Zugriff auf die Handelsplattform hatten sie indes nicht.
Auf der Tagesordnung der heute beginnenden Münchner Sicherheitskonferenz steht auch der Cyberwar. Experten aus den USA und Russland wollen Regeln für den Krieg im Netz definieren.
Der Entwurf zu einem Cyberschutzgesetz wird die US-Politiker weiter beschäftigen. Im Dezember wurde ein neuer Entwurf vorgelegt. Das Heimatschutzministerium erstellt bereits eine Liste mit Systemen, über die die Regierung in einem Notfall die Kontrolle bekommen soll.
War es Absicht oder ein Versehen? Im April landete mehrere Minuten lang ein nicht unerheblicher Teil aller Internetdaten bei China Telecom. Das Staatsunternehmen bestreitet die Datenumleitung. Der Bericht eines Kongressausschusses zeigt jedoch, dass es sich nicht um einen Einzelfall handelt, sondern dass von China aus systematisch ausländische Computer infiltriert werden. Die Regierung soll daran nicht unbeteiligt sein.
Europa testet heute mit simulierten Hackerangriffen die Sicherheit des Internets. Das Szenario soll zeigen, wie gut EU-Stellen, nationale Behörden für IT-Sicherheit und Geheimdienste mit einem drohenden Totalausfall des Internets fertig werden.
Die US-Luftwaffe hat ein Cyberwar-Handbuch für ihr Personal veröffentlicht. Das Handbuch beschreibt vor allem Maßnahmen für den Computerschutz.
Auch als Reaktion auf den Wurm Stuxnet will die Nato künftig IT-Angriffe als Bündnisfall bewerten, die das Militärbündnis gemeinsam beantwortet. Dafür wurde die Hackertruppe Emerging Security Challenges Division geschaffen.