Original-URL des Artikels: http://www.golem.de/news/yotaphone-im-hands-on-android-smartphone-mit-der-extraportion-multitasking-1302-97842.html    Veröffentlicht: 26.02.2013 16:49

Yotaphone im Hands on

Touchscreen-Smartphone mit zusätzlichem E-Paper-Display

Eine lange Akkulaufzeit verspricht das Yotaphone durch Einsatz eines E-Paper-Displays parallel zum regulären Touchscreen. Das Zweitdisplay zeigt Informationen, während mit dem Smartphone anderweitig gearbeitet werden kann. Von diesem etwas anderen Multitasking konnte sich Golem.de überzeugen.

"Mist, der Akku ist schon wieder leer", fluchen Besitzer moderner Smartphones allzu oft. Das Problem will das russische Unternehmen Yota Device mit dem Yotaphone an der Wurzel lösen: Der Touchscreen ist einer der größten Stromverbraucher bei Smartphones. Daher hat sich der Hersteller entschieden, in das Android-Smartphone zusätzlich zu dem Touchscreen ein E-Paper-Display (EPD) auf der Gehäuserückseite einzubauen. Ein EPD verbraucht beim Anzeigen der Informationen keinen Strom, sondern nur beim Wechsel der Informationen.

Beim Einsatz des Yotaphones muss der Gerätebesitzer möglichst viele Informationen auf dem E-Paper-Display lesen, um die Akkulaufzeit verlängern zu können. Wer weiterhin vor allem den Touchscreen zum Lesen benutzt, sollte keine Akkulaufzeitverlängerung erwarten. Aber auch beim Lesen ist ein EPD von Vorteil, weil es unter direktem Sonnenlicht viel besser ablesbar ist als ein Touchscreen.

Der Ansatz der zwei Displays bringt dem Gerätebesitzer zudem noch etwas mehr Multitasking: Denn während das 4,3 Zoll große E-Paper-Display Informationen anzeigt, können andere Aufgaben auf dem Hauptbildschirm durchgeführt werden. Es werden also nicht alle Informationen des Hauptbildschirms ständig auf dem EPD gespiegelt: Wer etwa gerade in einem E-Book liest und zwischendurch eine SMS auf dem Touchscreen tippt, braucht das Gerät zum Weiterlesen dann nur zu drehen.

Alle Informationen auf dem 4,3 Zoll großen Touchscreen lassen sich auf das E-Paper-Display übertragen. Wenn die App die Funktion nicht direkt unterstützt, geschieht dies, indem ein Screenshot auf das rückwärtige Display geschickt wird. Dazu muss auf dem Touchscreen mit beiden Fingern nur von oben nach unten gewischt werden und die Information ist auf dem Zweitdisplay - das funktioniert sehr bequem.

Gestenbedienung für das E-Paper-Display

Unterhalb des E-Paper-Displays befindet sich ein Gestenbereich, um mit Wischbewegungen vor- und zurücknavigieren zu können. Der Nutzer kann so einfach in E-Books blättern. Diese Funktion beherrschte der erste Prototyp des Yotaphone noch nicht, der auf der CES 2013 Anfang des Jahres in Las Vegas gezeigt wurde. Dieser Gestenbereich erinnert in der Funktion an die Gestenbedienung von WebOS-Smartphones.

Auch unterhalb des Touchscreens gibt es einen solchen Bereich, so dass sich das Gerät ähnlich bedienen lässt. Eine halbe Wischgeste zurück entspricht dem Zurückknopf bei Android-Geräten und mit einer vollen Zurückwischgeste wird der Startbildschirm aufgerufen.

Das EPD kann auch Informationen aus dem Benachrichtigungsbereich von Android abfangen. Wenn also das Gerät mit dem Touchscreen nach unten auf dem Tisch liegt, kann das E-Paper-Display den Nutzer beispielsweise auf eingehende SMS, E-Mails oder anstehende Termine hinweisen, ohne dass dazu der Hauptbildschirm eingeschaltet werden muss.

Drittanbieter können ihre Apps anpassen

Für das Yotaphone wird es ein spezielles API geben, damit Entwickler von Android-Applikationen ihre Apps an das EPD anpassen können. Der Anbieter will zum Marktstart mehrere Applikationen bereitstellen, die für das Gerät angepasst wurden und vor allem das EPD nutzen. Details dazu sollen später veröffentlicht werden.

Technisch bietet das Yotaphone aktuelle Smartphone-Technik. An der Ausstattung hat sich seit der Produktvorstellung im Dezember 2012 nichts geändert.

Das Yotaphone will Yota Device im vierten Quartal 2013 auf den deutschen Markt bringen. Preislich werde es auf dem Niveau aktueller Oberklasse-Smartphones liegen, erklärte Yota Golem.de. Als das Gerät Ende Dezember 2012 erstmals vorgestellt wurde, hatte der Yota-Chef einen Preis von 500 US-Dollar genannt, umgerechnet etwa 400 Euro.  (ip)


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