Original-URL des Artikels: http://www.golem.de/news/gema-wir-wollten-youtube-videos-lizenzieren-nicht-sperren-1302-97756.html    Veröffentlicht: 21.02.2013 23:40

Gema

"Wir wollten Youtube-Videos lizenzieren, nicht sperren"

Wenn Youtube bei der Schiedsstelle einfach eine bestimmte Summe hinterlegt hätte, wäre keine neue Sperrung von Tausenden Videos nötig geworden, verteidigt sich die Gema. Und bezeichnet das Sperren und Entsperren als Trick, um die öffentliche Meinung gegen die Gema aufzubringen.

Die Gema will nicht für die neuerliche Sperrung von Tausenden Videos bei Youtube verantwortlich sein. "Die Gema hat in dem im Januar 2013 eingeleiteten Verfahren vor der Schiedsstelle nicht die Sperrung von Videos beantragt. Bei einem Schiedsstellenverfahren geht es ausschließlich um Vergütungsansprüche für die Nutzung von Musikvideos auf Youtube. Die Gema fordert Youtube also nicht zu einer Sperrung der Videos auf, sondern zur Lizenzierung der auf der Plattform genutzten urheberrechtlich geschützten Inhalte - nicht mehr und nicht weniger", erklärte eine Gema-Sprecherin Golem.de.

Golem.de hatte berichtet, dass die Verwertungsgesellschaft bei der Schiedsstelle beim Deutschen Patent- und Markenamt neue Verstöße bei Tausenden Videos geltend gemacht hatte, die Youtube deshalb blockiert habe.

Doch die Gema argumentiert: "Youtube hat sich für unsere Mitglieder in den vergangenen Jahren zu einer sehr wichtigen Vermarktungsplattform entwickelt." Die Gema habe darum kein Interesse daran, Musikvideos auf Youtube zu sperren. Google hätte einfach bei der Schiedsstelle den umstrittenen Teil der Vergütung hinterlegen können, statt die Videos zu sperren. Doch Youtube verweigere dies.

Dass Youtube auch Videos sperre, die überhaupt keine Musik enthalten, oder solche, die Musiken enthalten, deren Urheberrechte von der Gema gar nicht wahrgenommen werden, zeige das gezielte Vorgehen von Youtube, um die öffentliche Meinung gegen die Gema aufzubringen.

"Youtube behauptet, sich durch die Sperrung vor möglichen Schadensersatzforderungen zu schützen. Das ist nicht richtig. Denn: Sollte Youtube dieses finanzielle Risiko tatsächlich vermeiden wollen, müssten die Videos konsequent gesperrt werden und gesperrt bleiben. In der Realität ist es jedoch so, dass Youtube willkürlich Videos sperrt, diese oftmals am nächsten Tag wieder verfügbar macht und bisweilen danach wieder sperrt", betonte die Sprecherin.  (asa)


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