Original-URL des Artikels: http://www.golem.de/news/spezifikationen-ps4-kommt-mit-jaguar-kernen-usb-3-0-und-schnellerem-wlan-1302-97741.html    Veröffentlicht: 21.02.2013 12:06

Spezifikationen

PS4 kommt mit Jaguar-Kernen, USB 3.0 und schnellerem WLAN

Nach der Vorstellung der Playstation 4 hat Sony weitere technische Details seiner neuen Konsole bestätigt. CPU und GPU sind auf einem Chip vereint, der von AMD entwickelt wurde. Bei den Schnittstellen ist nur USB 3.0 neu, und einen analogen Videoausgang gibt es weiterhin.

Zwar sparte Sony bei seiner Ankündigung der PS4 nicht mit eindrucksvollen Zahlen zur Ausstattung der Konsole, in der Liveübertragung erklärte das Unternehmen aber nicht, was sich zum Beispiel hinter den acht x86-Kernen verbirgt. Frühere inoffizielle Angaben gingen von Piledriver-Kernen aus, wie sie AMD auch in den aktuellen FX-CPUs verbaut.

Statt für Piledriver hat sich Sony aber für Jaguar entschieden. Das ist AMDs kommende Architektur für sehr sparsame Kerne, die für APUs von 5 bis 25 Watt taugen soll. Diese Zahlen von AMD beziehen sich aber auf die Quad-Cores für Tablets und Notebooks mit Takten mit rund 1,8 GHz. Unbestätigten Angaben zufolge taktet Sony die acht Kerne der PS4-APU aber nur mit 1,6 GHz, so dass sich deren Leistungsaufnahme nicht abschätzen lässt.

Bei der GPU, die auf dem Die des Prozessors integriert ist, machte Sony nur die Angabe, dass sie aus 18 Compute Units besteht und 1,84 Teraflops Rechenleistung erreichen soll. Das ist etwas mehr, als die Desktop-Grafikkarte Radeon HD 7850 schafft - und eine ähnliche GPU dürfte Sony auch gewählt haben. Als Compute Units bezeichnet AMD nämlich den Verbund von je 64 Rechenwerken in seiner GCN-Architektur, 16 davon - und damit 1.024 einzelne Kerne - befinden sich auf der GPU "Pitcairn Pro" einer Radeon HD 7850.

Dass Sony in seiner schriftlichen Ankündigung der PS4 (PDF) dennoch von "next-generation Radeon based graphics engine" spricht, könnte auch ein Hinweis auf die Architektur GCN2 sein, die erst Ende 2013 als Radeon HD 8000 erscheinen soll. Auffällig ist auch, dass AMD in seiner Vorstellung der Jaguar-Architektur zwei Tage vor dem PS4-Event kaum etwas zur GPU des Chips sagte.

Bei der APU der PS4 handelt es sich um einen Custom-Chip, wie ihn AMD auch anderen Kunden anbieten will: Drittfirmen können sich aus einem Baukasten von Funktionseinheiten das aussuchen, was ihr Produkt erfordert. So ist auch zu erklären, dass die APU der PS4 der erste x86-Chip ist, der auf GDDR5 als Hauptspeicher setzt. Die bei PCs klassische Trennung von Haupt- und Grafikspeicher ist bei Konsolen in der Regel nicht vorhanden, dort ist alles "unified memory", auf das CPU und GPU gemeinsam Zugriff haben. Da Sony gleich 8 GByte GDDR5 verbaut, könnte der Speichertyp womöglich knapp werden; er wird bisher nur auf Grafikkarten jenseits von Einstiegsmodellen verbaut.

Analoger Videoausgang und neue 3D-Kamera

USB 3.0, das AMDs APUs ebenfalls bereitstellen, ist die einzige neue Schnittstelle, die Sony für die PS4 bereits bestätigt hat. Wie viele Ports es gibt, verrät das Unternehmen noch nicht. Bei den Netzwerkanbindungen gibt es wie bei der PS3 Gigabit-Ethernet, das WLAN ist aber nach 802.11 b/g/n ausgeführt, die PS3 unterstützte nur die Versionen b/g. Wie viele Antennen Sony nutzt - mit drei wären 450 MBit/s möglich -, ist noch nicht bekannt. Wünschenswert wäre auch eine Unterstützung von 2,4 und 5 GHz für das WLAN, aber auch dazu gibt es noch keine Angaben.

Immerhin stehen schon die Lesegeschwindigkeiten für das Blu-ray-Laufwerk fest, das bei BDs sechsfaches und bei DVDs achtfaches Tempo erreichen soll. Das liegt auf dem Niveau aktueller Slimline-Laufwerke für PCs. Neben dem HDMI-Port - ob er für 4K-Auflösungen geeignet ist, erklärte Sony nicht - hat auch die Playstation 4 einen analogen Ausgang für Audio- und Videosignale. Alte Röhrenfernseher lassen sich also auch mit der neuen Konsole nutzen.

Bluetooth unterstützt die PS4 nur bis Version 2.1 mit EDR, was manche Funktionen von aktuellen Headsets brachliegen lässt. Das ist aber bei der PS4 weniger wichtig als bei der PS3, denn die Controller der neuen Konsole besitzen einen Anschluss für kabelgebundene Headsets. Er beherrscht Stereo, ein Mono-Headset will Sony der Konsole aber bereits beilegen.

Wie aus den Spezifikationen zum Controller "Dualshock 4" hervorgeht (PDF), hat das Spielgerät zudem einen eingebauten Lautsprecher, die Funktion des integrierten Touchpads hatte Sony bereits gezeigt. Geladen wird der Controller wie jener der PS3 über einen Mini-USB-Port vom Typ B.

Einige Daten gibt es auch zur neuen 3D-Kamera "Playstation 4 Eye". Sie erreicht eine maximale Auflösung von 1.280 x 800 Pixeln bei 60 Bildern pro Sekunde, die Fixfokus-Objektive sind mit f/2.0 zudem recht lichtstark. Ab einer Distanz von 30 cm soll sich ein scharfes Bild ergeben. Das Kabel, mit dem das Eye an die PS4 angeschlossen wird, ist 2 m lang.  (nie)


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