Original-URL des Artikels: http://www.golem.de/news/roboter-schwimmende-container-bilden-bruecken-1302-97563.html    Veröffentlicht: 13.02.2013 12:00

Roboter

Schwimmende Container bilden Brücken

US-Wissenschaftler bauen intelligente, schwimmende Container, die sich zu Strukturen auf dem Wasser zusammenfügen lassen. Im Fall einer Katastrophe sollen sie als Brücken oder schwimmende Landebahnen dienen.

Wissenschaftler der Universität von Pennsylvania in Philadelphia entwickeln robotische Schwimmpontons. Die sollen auf dem Wasser Strukturen wie Brücken oder Landebahnen bilden.

Die Roboter sind Kunststoffcontainer, die etwas größer sind als eine Schuhschachtel. Angetrieben werden sie jeweils von vier Motoren - auf jeder Seite des Containers befindet sich einer. Das macht die Navigation einfach. Als Steuerungseinheit hat jeder Roboter einen Gumstix-Computer, der die Position erfasst und den Container an die richtige Stelle dirigiert. 100 Stück haben Mark Yim vom Modular Robotics Laboratory (Modlab) und seine Studenten gebaut und sie nach chemischen Elementen benannt.

Nachts im Schwimmbad

Sie testen sie im Schwimmbad der Universität. Dort machten sie sich mehrfach in der Woche von 23 Uhr bis 5 Uhr morgens breit, berichtet die Tageszeitung Daily Pennsylvanian, und ließen ihre 100 Robotercontainer unterschiedliche Figuren bilden: So haben sie eine Straße quer durch das Becken gelegt, über die die Wissenschaftler ein Modellauto fahren ließen. Oder sie haben sich zu einer Plattform zusammengefunden, auf der die Kollegen vom Grasp Lab eine ihrer Drohnen gelandet haben.

Die Arbeit ist Teil des Projekts Tactically Expandable Maritime Platform (Temp) der Defense Advanced Research Projects Agency (Darpa). Im Rahmen dieses Projekts sollen unter anderem eben schwimmende Schwarmroboter entwickelt werden, die zu Inseln, Brücken oder Landebahnen zusammengefügt werden können.

Standardcontainer

Die Module sollen die Größe von 20- oder 40-Fuß-Containern haben. Die sind günstig und, da standardisiert, einfach zu transportieren. Im Fall einer Katastrophe, so das Konzept der Darpa, werden die Robotercontainer auf einen Containerfrachter geladen, der sie dann zum Ort des Geschehens bringt. Dort werden sie einfach ins Wasser geworfen und können schwimmende Strukturen bilden.

Bis es so weit ist, sind allerdings noch einige Probleme zu lösen. Eine große Schwierigkeit sei dabei der Seegang, der eine solche Struktur leicht zerstören könne, erläutert Yim in der Zeitung. Die Container müssten sich also den Wellen anpassen, das dürfe aber auf Kosten der Stabilität gehen. Sein Team suche nach einer Lösung, wie das erreicht werden könne.  (wp)


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