Original-URL des Artikels: http://www.golem.de/news/urbee-kanadischer-ingenieur-druckt-ein-auto-1302-97544.html    Veröffentlicht: 12.02.2013 17:17

Urbee

Kanadischer Ingenieur druckt ein Auto

Urbee ist ein kleines dreirädriges Hybridauto, dessen Karosserie und Innenausstattung aus dem 3D-Drucker kommen. Ein Dienstleister aus den USA fertigt die rund 50 Teile, aus denen das Auto zusammengesetzt ist.

Das kanadische Unternehmen Kor Ecologic baut derzeit sein erstes Auto namens Urbee: Die Teile des Wagens kommen aus dem 3D-Drucker.

Urbee - eine Abkürzung für Urban Electric - ist ein Zweisitzer mit Hybridantrieb. Dieser besteht aus zwei Elektromotoren und einer Verbrennungsmaschine. Das dreirädrige Auto hat einen Akku, der an der Steckdose oder über ein Solarmodul geladen werden kann.

Gedruckt von Stratasys-Tochter

Gebaut wird das Auto bei Redeye On Demand. Der 3D-Druck-Dienstleister ist ein Tochterunternehmen von Stratasys, dem Marktführer im Bereich 3D-Drucker. Die Teile für das Auto werden mit einem Drucker vom Typ Fortus 900mc hergestellt.

Das Konzept hatte Entwickler Jim Kor aus Winnipeg in der kanadischen Provinz Manitoba 2010 vorgestellt. Urbee 2 sei derzeit in Produktion, sagte Kor der US-Tageszeitung St. Paul Pioneer Press. Eden Prairie, wo Redeye ansässig ist, liegt im Erscheinungsgebiet der Zeitung im US-Bundesstaat Minnesota. Kor hatte schon einen ersten Urbee gebaut. Bei dem sei aber nur die Karosserie aus dem 3D-Drucker gekommen, berichtet er. Beim zweiten werde auch die Innenausstattung gedruckt. Das Chassis bestehe allerdings aus Metall.

2.500 Stunden Druckzeit

Die Autoteile im 3D-Drucker herzustellen, bietet einige Vorteile. So werden weniger Teile gebraucht: Die gesamte Karosserie des Autos besteht aus etwa 50 Elementen. Das soll auch die Kosten senken, da es einfacher ist, das Auto zusammenzubauen. Allerdings ist der Aufwand der Produktion relativ hoch: Für alle Teile zusammen beträgt die Druckzeit rund 2.500 Stunden.

Urbee sei das bisher größte Projekt von Redeye, sagte Jeff Hanson, der bei dem 3D-Druck-Dienstleister für die Geschäftsentwicklung zuständig ist. Größe sei kein Problem, vielmehr hänge es am Budget. Wenn das groß genug sei, könne man sogar einen Flugzeugträger drucken. Hanson hält eine Fabrik für möglich, in der 3D-Drucker Autoteile drucken. Die könnten dann automatisch dem Drucker entnommen und auf ein Fließband für die weitere Bearbeitung transferiert werden.

Von Küste zu Küste

Urbee wird über einen Hybridantrieb verfügen, wobei der Verbrennungsmotor mit Ethanol betrieben werden soll. Kor will zusammen mit einem Beifahrer mit dem ersten Urbee von San Francisco nach New York fahren. Dabei wollen sie nicht mehr als eine Tankfüllung Treibstoff verfahren - der Tank fasst rund 40 Liter.

Der Preis für einen Urbee steht noch nicht fest. Kor sagte der Zeitung, es lägen ihm bereits 14 Bestellungen vor.  (wp)


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