Original-URL des Artikels: http://www.golem.de/news/cisco-security-report-87-prozent-der-web-exploits-greifen-java-an-1302-97439.html    Veröffentlicht: 07.02.2013 11:52

Cisco Security Report

87 Prozent der Web-Exploits greifen Java an

Der Netzwerkausrüster Cisco hat seinen Sicherheitsreport für das Jahr 2012 veröffentlicht. Java verdrängte demnach als Plattform für Angriffe PDF und Flash zwischenzeitlich fast in die Bedeutungslosigkeit. Zudem sind vertrauenswürdige Webseiten nicht mehr vertrauenswürdig.

Gleich 87 Prozent aller Exploits über Internetseiten versuchten Sicherheitslücken in der Java-Laufzeitumgebung auszunutzen, das geht aus dem jährlichen Security Report von Cisco hervor, der einen Rückblick auf das Jahr 2012 bietet. Investitionen in diesem Bereich wollen die Schadsoftware-Entwickler möglichst schnell wieder einspielen und über Java ist das offenbar möglich. Laut Cisco spielt auch der Vorteil der plattformübergreifenden Technik eine Rolle.

Es wird aber nicht nur Java angegriffen. Auf Platz 2 befindet sich in dem Report das PDF-Dateiformat und auf Platz 3 sind Flashplugins. Beide Formate eignen sich ebenfalls für plattformübergreifende Angriffe. Die Zahlen sind aber gering. So weist eine Infografik zu Jahresbeginn noch einen Anteil von jeweils etwa 20 Prozent aus, während Java bereits bei etwa 60 Prozent lag. Im Laufe des zweiten Quartals verloren die beiden Techniken deutlich ihren Marktanteil bei Schadsoftwareentwicklern. PDF-Exploits im Bereich von 20 Prozent sah Cisco noch einmal im Zeitraum Oktober/November. Auch ActiveX-Exploits waren noch im Umlauf, wenn auch in verschwindend geringer Anzahl. Das bedeutet aber nicht, dass von ActiveX-Exploits keine Gefahr ausgeht, warnt Cisco.

Für den gesamten sichtbaren Schadsoftwarebereich machen Exploits nur rund 10 Prozent der Angriffe aus und sind damit auf Platz 2. Auf Platz 1 sind Malware-Scripts und iFrames mit 83 Prozent. Diese Zahlen sagen jedoch nichts über den Erfolg der Angriffe aus.

Cisco räumt zudem mit dem weitverbreiteten Vorurteil auf, dass sich Anwender nur dann Schadsoftware einfangen, wenn sie fragwürdige Seiten besuchen. Tatsächlich erfolgen die meisten Begegnungen mit Schadsoftware auf populären Webseiten, wenn die Anwender sich sicher fühlen. 18,3 Prozent der Angriffe finden über Dynamic Content & CDN direkt statt. Auf dem zweiten Platz ist mit 16,8 Prozent Werbung als Verteilung von Angriffen. Über Spielewebseiten werden 6,5 Prozent der Angriffe getätigt. Zudem ist die Wahrscheinlichkeit, sich Schadsoftware einzufangen, in einem Onlineshop mit 3,6 Prozent 21 mal höher als auf einer Webseite, die illegal Software anbietet.

Cyberkriminelle, so Cisco, haben sich sehr genau angeschaut, wie sich die Internetnutzer im Internet bewegen. Sie folgen den Onlinenutzern und machen sich zunutze, dass diese Nutzergruppe regulären Webseiten vertraut.

Dass Java so erfolgversprechend für Angriffe ist, liegt daran, dass mit der Installation der Laufzeitumgebung ein Browser-Plugin installiert wird. Wer Java also für Desktopsoftware braucht, hat in der Regel auch ein Plugin im Browser. Zudem werden viele Neurechner mit Java ausgeliefert, was vielen Anwendern nicht bewusst ist.

Oracle hingegen weiß um die Probleme und will diese angehen. Erst am vergangenen Wochenende hat Oracle mit einem vorgezogenen Notfallpatch 50 Sicherheitslücken geschlossen.  (as)


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