Original-URL des Artikels: http://www.golem.de/news/kinderschutzbund-fordert-providerpflicht-fuer-hinweis-auf-jugendschutzfilter-1302-97361.html    Veröffentlicht: 04.02.2013 19:41

Kinderschutzbund fordert

Providerpflicht für Hinweis auf Jugendschutzfilter

Der Deutsche Kinderschutzbund will Provider verpflichten, auf das Einschalten von Kinderschutzfiltern hinzuweisen.

Internet Service Provider sollen verpflichtet werden, Eltern auf das Einschalten von Jugendschutzfiltern hinzuweisen. Das hat der Deutsche Kinderschutzbund Bundesverband (DKSB) zum Safer Internet Day am 5. Februar 2013 gefordert. Durch Filtersoftware beim Provider "werden jugendgefährdende Inhalte blockiert, ohne dass die Eltern ein Programm installieren und aktivieren müssen", sagte Ekkehard Mutschler, Jugendmedienschutzbeauftragter des Deutschen Kinderschutzbundes.

Mutschler wies zugleich darauf hin, "dass technischer Jugendmedienschutz im Internet schnell an seine Grenzen stößt und nur ein Hilfsmittel sein kann. Eltern müssen ihre Kinder weiterhin im Umgang mit dem Internet begleiten." Der Deutsche Kinderschutzbund Bundesverband begrüßte, dass die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) die Jugendschutzfilter Jusprog und das Filterprogramm der Deutschen Telekom anerkennt. Doch im Februar 2012 wurde berichtet, dass der Filter von Jugendschutzprogramm.de, kurz Jusprog, auch Webseiten sperre, die sich gegen Zensur richteten. Hinter dem Programm steht ein gleichnamiger Verein aus Hamburg, zu dessen Gründern der Erotikkonzern Beate Uhse, die Computerspielefirma Electronic Arts und die Betreiber des Internetangebots der Bild-Zeitung gehören.

Immer mehr Jugendliche hätten ein Smartphone und surften damit im Internet, erklärte das Sicherheitsunternehmen Norton. Ein Anteil von 40 Prozent der 12- bis 19-Jährigen nutzten ihr Smartphone als Zugang zum Internet. Lutz Stroppe, Staatssekretär im Bundesfamilienministerium, forderte, dass gute Jugendschutzprogramme wie der Virenschutz zum Standard auf allen Computern werden müssten, die von Kindern benutzt würden. Stroppe erklärte: "Dazu brauchen wir über das heutige Angebot hinaus möglichst schnell Programme für alle Betriebssysteme, insbesondere auch für den mobilen Einsatz, also für Smartphones und Tablets."

Der Chef der Sächsischen Staatskanzlei, Johannes Beermann, betonte: "Die Eltern sind dabei die wichtigsten Menschen, die einen positiven Einfluss auf die Mediennutzung ihrer Kinder haben. Es ist an ihnen, die bereits bestehenden, vielfältigen Schutzmöglichkeiten für das Internet auch wirklich zu nutzen." Aber auch das Engagement der Medienwirtschaft sei dabei unverzichtbar.  (asa)


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