Original-URL des Artikels: http://www.golem.de/news/linux-und-uefi-probleme-auch-bei-anderen-laptops-1302-97346.html    Veröffentlicht: 04.02.2013 11:26

Linux und UEFI

Probleme auch bei anderen Laptops

Probleme mit Linux auf Laptops mit UEFI betreffen nicht nur Geräte von Samsung. Es gibt jedoch keine Berichte darüber, dass die Laptops anderer Hersteller nach der Installation von Linux nicht mehr funktionieren. Die Hersteller seien meist schuld, schreibt Matthew Garret.

Die gute Nachricht: Auf den meisten Laptops mit UEFI lässt sich Linux problemlos installieren. Das schreibt der Linux-UEFI-Experte bei Red Hat, Matthew Garret, in seinem Blog. Dass Laptops von Samsung nach der Installation von Linux zu einer defekten Firmware führen, sei auf Fehler des Herstellers zurückzuführen. Der Linux-Treiber von Samsung sei nicht modern. Probleme gebe es zwar auch mit Laptops anderer Hersteller, sie seien aber weit weniger dramatisch.

Überholter Treiber

Samsung habe den Linux-Entwicklern einen Treiber geliefert, der direkt über den System Management Mode (SMM) in den Speicher schreibt. Diese Methode sei überholt. Andere Hersteller nutzten längst die moderneren Abstraktionsschichten ACPI oder WMI, um auf die Hardware eines Laptops zuzugreifen, schreibt Garret.

Befehle über SMM werden in Bereichen einer CPU ausgeführt, die das Betriebssystem nicht sehen kann, und der Linux-Kernel werde darüber nicht informiert, was das Debugging unmöglich macht. Offensichtlich habe Samsung mit der Einführung von UEFI seine Spezifikationen geändert, diese Änderungen aber nicht in den Code des Treibers samsung-laptop eingepasst und auch die Kernel-Hacker darüber nicht informiert, schreibt Garret.

Treiber im Kernel deaktiviert

Ähnliche Vorwürfe hat auch der Betreuer des Treibers Greg Kroah-Hartman in einem Posting auf Google+ geäußert. Inzwischen wurde der Treiber im Linux-Kernel deaktiviert, wenn dieser ein System mit UEFI entdeckt.

Probleme bei Toshiba und Lenovo

Im Zusammenspiel von UEFI und Linux haben auch Laptops anderer Hersteller Probleme, schreibt Garret. Sie seien allerdings weniger dramatisch und zerstören nicht die Firmware der Geräte. Auf einer Reihe von Toshiba-Laptops habe der Hersteller es versäumt, die korrekten Signaturschlüssel zu integrieren. Daher startet Fedora auf den Laptops gar nicht, Windows 8 hingegen schon. Das verstoße aber gegen die Vorgaben von Microsoft selbst, deshalb werde Toshiba das Problem lösen müssen, sagt Garret. Bislang sei der Fehler aber noch nicht behoben.

Auf einigen Laptops von Lenovo können nur entweder Windows 8 oder Linux gestartet werden, eine Parallelinstallation funktioniere nicht. Seines Wissens nach habe Lenovo noch keinerlei Lösung präsentiert. Auf solchen Laptops helfe bislang nur das Aktivieren des Compatibility Support Module (CSM) im Bios.  (jt)


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