Original-URL des Artikels: http://www.golem.de/news/asus-padfone-2-im-test-teurer-spass-1301-97124.html    Veröffentlicht: 25.01.2013 12:06

Asus Padfone 2 im Test

Teurer Spaß

Wir haben uns das Padfone 2 von Asus nach unserem Hands on noch mal angesehen. Vor allem interessierten uns die Benchmarks. Sie sollten bestätigen, was Asus bei seiner Vorstellung versprochen hat: Das Padfone 2 sei leistungsfähiger als seine Quadcore-Konkurrenten.

In unserem Test sind wir der Aussage von Asus nachgegangen, das Padfone 2 sei seinen Vierkernkonkurrenten weit überlegen. Tatsächlich: Asus hat ein ordentliches Gerät abgeliefert und bestätigt damit unseren ersten Eindruck, den wir in unserem Hands on beschrieben haben. Zu bemängeln sind bei näherer Betrachtung vor allem die zu geringe Auflösung der Tablet-Station und der sehr hohe Preis.

Bei der ersten Version des Padfones gab es neben einem USB-Port noch einen eigenen Displayport. Das Smartphone wurde seitlich in das dazugehörige Tablet geschoben und dann mit einer Klappe abgedeckt.

Das Padfone 2 lässt sich viel einfacher in die Tablet-Station integrieren. Asus hat auf die Klappe verzichtet, stattdessen wird das Smartphone im Einschub mit Gummibahnen zuverlässig arretiert. Außerdem gibt es nicht mehr zwei Anschlüsse - jeweils einen für HDMI und Micro-USB -, sondern nur einen.

Wackeliger Wulst

Zwar ist der Wulst auf der Rückseite des Tabletgehäuses deutlich kleiner als beim Vorgänger, dennoch ist er mit einer Höhe von 4 Millimetern noch zu groß, als dass die Kombination von Tablet und Smartphone einigermaßen plan auf glatten Oberflächen liegt. Damit die Tablet-Station des Padfone 2 bei Eingaben an den Rändern nicht wippt, muss es in der Hand gehalten werden. Das ist weniger ermüdend als beim ersten Padfone, weil das Gerät mit 649 statt 848 Gramm deutlich leichter geworden ist.

Der Micro-USB-Stecker, der am mitgelieferten Kabel hängt, hat eine Manschette als Verstärkung. Damit lässt sich sowohl das Smartphone als auch die Tablet-Station aufladen. Beim Vorgänger waren dafür noch zwei Kabel nötig. Demnach lässt sich zwar ein normales Micro-USB-Kabel mit dem Padfone 2 nutzen, umgekehrt lässt sich das Kabel von Asus jedoch nicht mit herkömmlichen Micro-USB-Buchsen verwenden.

Außerdem ist uns aufgefallen, dass der Datenübertragungsmodus zwar von dem Smartphone aus funktioniert, allerdings von der Tablet-Station aus nicht. Umgekehrt lässt sich an der Tablet-Station der Micro-USB-Anschluss als USB-Host nutzen, also ein USB-Stick oder eine Festplatte anschließen. Am Smartphone funktioniert das hingegen nicht. Am 13-Pin-Anschluss lässt sich mit einem MHL-Kabel die Ausgabe über HDMI nutzen. Das funktioniert mit dem Anschluss an der Tablet-Station nicht.

Kräftige Krait-CPUs

Der SoC im Padfone stammt von Qualcomm. Es ist ein Snapdragon S4 Pro (APQ8064) mit vier Kernen, die mit bis zu 1,5 GHz getaktet werden können. Qualcomms Krait-CPUs, die im SoC enthalten sind, basieren zwar auf ARMs Cortex-A15-Architektur, sind jedoch keine vollwertigen Cortex-A15-Chips. Dennoch gibt Qualcomm an, dass seine Krait-CPUs deutlich schneller laufen als die aktuellen Cortex-A9-Prozessoren. Die Fertigung der Kerne erfolgt in 28-Nanometer-Prozessen.

Hervorragende Geekbench-Werte

Der Benchmark Geekbench zeigt einen deutlichen Vorsprung des Padfone 2 im Vergleich zu anderen Quadcore-Smartphones auf. Mit insgesamt 2.089 Punkten liegt es noch vor dem Huawei Ascend G615 mit 1.833 und dem Galaxy S3 mit 1.756 Punkten.

Während bei den Ganzzahlberechnungen im Benchmark Geekbench das Padfone 2 mit dem Galaxy S3 nahezu gleichauf liegt, schafft das Gerät von Asus bei der Berechnung von Gleitkommazahlen 3.405 Punkte, das Galaxy S3 2.604 Punkte. Das Ascend G615 liegt mit 2.759 Punkten dazwischen. Auch bei den Speicherzugriffen liegt das Padfone 2 mit 1.633 Punkten deutlich vor dem Galaxy S3 mit 1.118 Punkten.

Kräftige GPU

Beim Datenstromtest liegen die beiden Geräte mit etwa 620 Punkten wieder gleichauf. Bei dem Resultat muss allerdings berücksichtigt werden, dass die vier Kerne des Padfone 2 mit bis zu 1,5 GHz getaktet werden, beim Galaxy S3 liegt die Taktung bei 1,4 GHz. Die Kerne im Huawei Ascend G615 haben eine Taktung von 1,5 GHz. Bei den meisten Tests spielte es keine Rolle, ob sie nur auf dem Padfone 2 oder in der Kombination Padfone 2 und Tablet-Station gemessen wurden.

Beim GLBenchmark Egypt 2.5 in der Docking-Station schaffte das Padfone 2 in der Tablet-Station durchschnittlich 38 fps, ohne Tablet lag der Durchschnittswert bei 42 fps. Zum Vergleich mit dem Galaxy S3 haben wir noch den nicht mehr aktuellen Benchmark Egypt Classic durchgeführt. Dabei lag das Padfone 2 mit dem Galaxy S3 mit rund 58 fps gleichauf. Im Galaxy S3 ist eine Mali-400-GPU, die übertaktet ist. Der SoC im Padfone 2 hat die GPU Adreno 320. Die Auflösung ist mit 1.280 x 720 Bildpunkten auf beiden Geräten identisch.

Gute Akkulaufzeiten

Im Smartphone steckt ein nicht wechselbarer Lithium-Polymer-Akku mit einem Nennwert von 2.140 mAh. Als Ergänzung steckt in der Tablet-Station ein weiterer Akku mit einem Nennwert von 5.000 mAh. Unter Volllast im Antutu-Battery-Tester hielt das Smartphone allein etwa drei Stunden durch. In der Kombination mit dem Akku in der Tablet-Station lief das Padfone 2 etwa 6,5 Stunden unter Volllast.

Kamerauflösungsprobleme

Die Auflösung der Kamera im Smartphone-Modus beträgt 13 Megapixel. Bei normalen Lichtverhältnissen macht das Padfone 2 ordentliche, aber durchschnittliche Fotos. Im Vergleich zu den Aufnahmen mit der 8-Megapixel-Kamera des HTC One X Plus fällt auf, dass die Fotos des Padfone 2 kaum Artefakte aufweisen. Zudem wirken die Farben natürlicher. Allerdings haben die Fotos bei weniger guten Lichtverhältnissen ein deutliches Rauschen. Bei Kunstlicht sind die Fotos zudem kontrastarm. Der Burst-Modus funktioniert einwandfrei und macht scharfe Fotos trotz sich recht schnell bewegender Motive.

Seltsamerweise reduziert sich die Auflösung der aufgenommenen Bilder mit derselben Kamera auf 5,5 Megapixel, wenn das Smartphone in der Tablet-Station steckt. Das geschieht sowohl in der Standardanwendung als auch in Kameraapplikationen von Drittanbietern.

Monoklang

Die Klangqualität des Lautsprechers im Smartphone ist überdurchschnittlich. In den Höhen franst der Klang kaum aus, naturgemäß fehlt es mangels eines Klangkörpers an Bässen. Die Ausgabe erfolgt aber über nur einen einzigen Lautsprecher. Die Ausgabe über den einzigen Lautsprecher an der Tableterweiterung erfolgt ebenfalls in Mono. Hier sind die Bässe deutlicher zu hören und die Höhen sind ebenfalls einwandfrei.

Der Arbeitsspeicher beträgt 2 GByte, doppelt so viel wie im Vorgänger. In Deutschland soll das Padfone 2 mit 32 und 64 GByte Flash-Speicher erhältlich sein.

Android 4.1.1 mit Flash

Asus hat inzwischen das Android-Betriebssystem auf 4.1.1 alias Jelly Bean aktualisiert und drei Updates nachgereicht. Dort hat Asus seine Erweiterungen integriert, etwa einen Schnellzugriff auf zahlreiche Systemeinstellungen oder erweiterte Optionen in den Einstellungen, mit denen sich beispielsweise steuern lässt, welche Anwendungen beim Umschalten zwischen Smartphone und Tablet-Station weiterlaufen sollen. Darüber hinaus hat Asus an der ursprünglichen Android-Oberfläche wenig verändert. Das Padfone 2 bringt noch den Flash-Player mit, der eigentlich als Android-Version ausgemustert ist.

Verfügbarkeit und Fazit

Das Padfone 2 mit 32 GByte Speicher kostet 800 Euro, die Version mit 64 GByte Speicher 900 Euro. Ohne Tablet ist das Smartphone nicht erhältlich, dafür aber in zwei Farben: Schwarz und Weiß.

Fazit

Die Hardware des neuen Padfones ist überdurchschnittlich: Mit dem LTE-Modul, dem 4,7-Zoll-Display, dem Quadcore-Prozessor und der 13-Megapixel-Kamera ist das neue Smartphone den aktuellen Topsmartphones, etwa Samsungs Galaxy S3, Huaweis Ascend G615 oder Googles Nexus 4, in puncto Ausstattung und Leistung überlegen.

Vor allem sind im Vergleich zum Vorgänger augenscheinlich ein paar Macken verschwunden, etwa das zu dunkle Display, die Ruckler bei der Bedienung und das Flackern beim Wechsel zwischen Smartphone- und Tabletdisplay. Auch das Einschieben des Smartphones in das Tabletgehäuse ist wegen des geringeren Widerstands deutlich leichter und aufgrund der verschwundenen Klappe einfacher geworden.

Zu bedenken ist aber, dass das Tablet nur mit eingestecktem Smartphone funktioniert. Die Auflösung des 10-Zoll-Tablets ist mit 1.280 x 800 Pixeln auch unterdimensioniert, denn das 7-Zoll-Tablet Nexus 7 vom gleichen Hersteller hat die gleiche Auflösung und zudem ein schärferes Bild.

Ob Anwender den hohen Preis für das Padfone 2 bezahlen werden, ist inzwischen fraglich, denn auch Tablets mit deutlich höherer Auflösung und selbst Smartphones mit ähnlicher Ausstattung kosten zusammen weniger als das Padfone 2.

Dennoch sind sowohl das Padfone 2 als auch die Padfone-Station hochwertig und gut verarbeitet. Wer den hohen Preis nicht scheut, bekommt ein tolles Gerät.  (jt)


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