Original-URL des Artikels: http://www.golem.de/news/macro-pi-raspberry-pi-fuer-makrofotos-mit-unendlicher-schaerfentiefe-1301-97111.html    Veröffentlicht: 24.01.2013 08:47

Macro Pi

Raspberry Pi für Makrofotos mit unendlicher Schärfentiefe

Ein alter Flachbettscanner, ein Raspberry Pi und etwas Bastelgeschick benötigte Programmierer David Hunt, um Makros mit beliebiger Schärfentiefe fotografieren zu können. Dafür wird die Kamera in winzigen Schritten vom Scannerschlitten befördert.

Im Makrobereich reicht die Schärfentiefe - also der Bereich, in dem das fotografierte Objekt scharf erscheint - oft nur Bruchteile von Millimetern weit. Das ist für die meisten Anwendungen viel zu wenig. Profis nehmen deshalb die Objekte scheibchenweise mit vielen Fotos (Fokus-Stacking) auf, verschieben die Kamera dabei schrittweise und setzen die Bildstapel mit Software so zusammen, dass ein durchgehend scharfes Foto entsteht.

Entsprechend automatisierte Hardwarelösungen waren dem irischen Programmierer David Hunt aber viel zu teuer. So ersann er einen Kameratransport, der sehr präzise ist und gleichzeitig preiswert.

Seine Wahl fiel auf einen ausgemusterten Flachbettscanner mit einer Auflösung von 2.400 dpi. Dessen Schrittmotor sorgt für winzige Fortbewegungen des Scannerschlittens. Hunt baute das Deckglas aus und montierte die Kamera. Der Schlitten kann sogar eine relativ schwere Canon EOS 5D Mark II samt Objektiv vorwärtsbewegen.

An den Schrittmotor wurde eine bei eBay für 9 Euro erworbene Steuereinheit angeschlossen, die Stromversorgung mit drei AA-Batterien sichergestellt und mit dem Einplatinencomputer Raspberry Pi verbunden. Außerdem wurde der Fernauslöseranschluss der Kamera verdrahtet, denn pro Transportschritt soll auch automatisiert ein Bild geschossen werden. Die Fotos werden danach am Rechner mit der kostenlosen Software CombineZM zu einem Bild zusammengesetzt.

Einige wenige Zeilen Python-Code, die Hunt mitsamt Schaltplänen auf seiner Website veröffentlicht hat, sorgen für die Ansteuerung des Schrittmotors und das Auslösen der Kamera.

Künftig will Hunt anstelle des Scanners eine robustere Lösung einsetzen, bei der der Transportschlitten per Schrittmotor über eine Gewindestange bewegt wird.

Hunt hatte im Sommer 2012 auch schon in den Akkugriff seiner Canon 5D Mark II ein Raspberry Pi eingebaut, mit dem er seine Bilder über WLAN und Ethernet aus der Kamera an einen Rechner schicken kann.  (ad)


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