Original-URL des Artikels: http://www.golem.de/news/linux-open-source-treiber-fuer-exfat-erhaeltlich-1301-97064.html    Veröffentlicht: 22.01.2013 11:41

Linux

Open-Source-Treiber für Exfat erhältlich

Eine freie Version des Exfat-Treibers für Linux und Mac OS X ist in Version 1.0 veröffentlicht worden. Der Treiber funktioniert mit Fuse. Da das Exfat-Dateisystem von Softwarepatenten belastet ist, wird der Treiber vermutlich nicht mit Linux-Distributionen ausgeliefert.

Nach dreijähriger Entwicklungszeit hat der Hacker Andrew Nayenko den freien Exfat-Treiber in Version 1.0 freigegeben. Er wird unter der GPLv3 veröffentlicht. Bislang gibt es nur proprietäre Varianten, etwa von Tuxera oder Paragon. Microsoft besitzt Patente auf das Exfat-Dateisystem. Daher wird die freie Version des Treibers vermutlich nicht in Distributionen ausgeliefert. Interessierte müssen ihn selbst installieren. In Deutschland sind Microsofts Exfat-Patente anerkannt.

Der freie Exfat-Treiber entstand ausschließlich durch Reverse Engineering. Er nutzt das Fuse-Subsystem des Linux- oder Mac-OS-X-Kernels, das auch von Dateisystemen genutzt wird, die wegen ihrer Lizenzen gegen die GPL des Linux-Kernels verstoßen, etwa ZFS. Linus Torvalds bezeichnete jüngst das Fuse-Subsystem als "Spielerei".

Lesen, schreiben, formatieren

Mit dem freien Exfat-Treiber lassen sich Daten sowohl lesen als auch schreiben. Außerdem lassen sich SDXC-Karten auch formatieren. Dazu kann das Paket Exfat-utils mit den entsprechenden Anwendungen verwendet werden.

Nayenko hat in der aktuellen Version des Exfat-Treibers nach eigenen Angaben die Übertragungsgeschwindigkeit durch das Schreiben von großen Blöcken optimiert. Unter Mac OS X nutzt der freie Treiber künftig nicht mehr das obsolete Macfuse, sondern das aktuelle OSXFuse. Außerdem wurde auf 64-Bit-Inode-Nummern umgestellt.

Der Quellcode des Treibers sowie der dazugehörigen Werkzeugsammlung steht auf der Webseite des Projekts zum Download bereit. Dort erläutert auch ein Howto die Nutzung.

Die Entwicklung eines offiziellen Treibers für den Linux-Kernel wurde 2009 diskutiert und eine erste lesende Version entwickelt. Er wurde aber wegen Softwarepatenten wieder aufgegeben.  (jt)


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