Original-URL des Artikels: http://www.golem.de/news/anuj-nayar-paypal-verspricht-ende-willkuerlicher-kontosperrungen-1301-97063.html    Veröffentlicht: 22.01.2013 11:53

Umwälzung

Paypal verspricht Ende willkürlicher Kontosperrungen

Paypal-Sprecher Anuj Nayar hat nach der Sperrung von Spendengeldern für einen krebskranken Buchautor versprochen, sich zu ändern. Doch das könne einige Zeit dauern, sagte Nayar.

Paypal will seine umstrittene Praxis von willkürlichen Kontosperrungen beenden. Das sagte Paypal-Sprecher Anuj Nayar dem Onlinemagazin CNN Money. "Wir machen nicht einige kleine, sondern umfangreiche Änderungen. Es geht um fundamentale Umwälzungen in unserem Geschäftsbetrieb", sagte Nayar.

Der Zahlungsabwickler kann Gelder für 21 bis 180 Tage blockieren. Um die Sperren aufzuheben, verlangt Paypal von seinen Kunden Personalausweiskopien, Versandbelege, Handelsregistereinträge und Elektrizitäts- oder Lieferantenrechnungen, die oft ins Ausland gefaxt oder per Brief gesandt werden müssen.

Das eBay-Tochterunternehmen setze künftig auf Transparenz. "Es muss klar sein, wie Betroffene aus (Sperr-)Situationen wieder herauskommen. Unsere Unterstützung muss hier besser werden, und die Menschen müssen verstehen, warum wir etwas machen", sagte Nayar. So sei es ein Problem, dass ein Onlineunternehmen überhaupt von Menschen fordere, dass Belege gefaxt oder per Post eingesandt werden. Doch die Änderungen würden einige Zeit in Anspruch nehmen, betonte Nayar. Paypal habe ein komplexes Sicherheitssystem, das komplett überprüft werden müsse.

Paypal reagiert damit auf einen Skandal um den Science-Fiction-Autor Jay Lake, dessen Paypal-Konto eingefroren wurde. Lake leidet an fortgeschrittenem Darmkrebs und sammelte per Paypal Geld für ein experimentelles Verfahren zur Sequenzierung des Erbgutes von Zellen. Nach fünf Stunden hatte er 20.000 US-Dollar, und sein Paypal-Konto war blockiert. Um das Geld zu bekommen, sollte Lake Quittungen und Lieferbelege bringen. Lake machte den Fall über Twitter öffentlich, Paypal musste sich entschuldigen und sein Geld freigeben. Lake: "Ohne mein kleines bisschen Berühmtheit, wenn ich ein einfacher Mann wäre, hätte das Monate gedauert."

In seinen allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) schreibt Paypal: "Nach eigenem Ermessen behalten wir uns vor, Konten jederzeit zu schließen" und "Einzahlungsquellen und Zahlungen zu begrenzen, den Zugriff auf ein Konto und einige oder alle Kontofunktionen zu begrenzen." Paypal selbst macht keine Angaben über den Umfang von Kontensperrungen. "Wir veröffentlichen keine Zahlen über Kontolimitierungen", erklärte der Paypal-Projektmanager Dirk Voltz Golem.de im April 2011.  (asa)


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