Original-URL des Artikels: http://www.golem.de/news/whistleblower-welche-verbindung-hatte-swartz-zu-wikileaks-1301-97046.html    Veröffentlicht: 21.01.2013 16:10

Whistleblower

Welche Verbindung hatte Swartz zu Wikileaks?

Wikileaks hat über Twitter erklärt, dass Aaron Swartz Verbindung zu der Organisation und ihrem Gründer Julian Assange hatte. Der kürzlich verstorbene Swartz könnte sogar eine Quelle von Wikileaks gewesen sein.

War Aaron Swartz ein Datenlieferant von Wikileaks? Das legen insgesamt vier Tweets der Organisation nahe. Anlass sei eine Untersuchung der Beteiligung des US-Geheimdienstes Secret Service an den Ermittlungen gegen Swartz. Swartz nahm sich am 11. Januar 2013 das Leben.

Swartz stand wegen illegalen Herunterladens von vier Millionen Dokumenten von Computern des Massachusetts Institute of Technology vor Gericht. Er war deshalb 2009 zwei Mal festgenommen worden - im Januar und im Juli 2011. Der Secret Service hatte wenige Tage vor der ersten Festnahme die Ermittlungen an sich gezogen. Der Dienst ist für die Untersuchung von Computerstraftaten zuständig.

Drei Fakten

Die Beteiligung des Secret Service solle jetzt untersucht werden, schreibt Wikileaks in einem Tweet. Deshalb wolle die Gruppe drei Fakten zu der Angelegenheit bekanntmachen.

Danach habe es Verbindungen von Swartz zu Wikileaks gegeben: Swartz habe die Organisation unterstützt und mit Gründer Julian Assange in Verbindung gestanden, namentlich in den Jahren 2010 und 2011 - 2010 war das Jahr, in das die spektakulärsten Veröffentlichungen von Wikileaks fielen.

Schließlich könne es sein, dass Swartz Wikileaks Daten zugespielt habe: "Wir haben starke Gründe zu der Annahme, auch wenn wir es nicht beweisen können, dass Swartz eine Quelle von Wikileaks war", heißt es im vierten Tweet von Wikileaks.

Per se anonym

Das allerdings ist merkwürdig: Wikileaks hat bisher stets betont, die Systeme seien so geschaffen, dass nicht nachzuvollziehen sei, wer welche Daten auf die Wikileaks-Server hochgeladen hat. Das hatte Wikileaks vor allem im Zusammenhang mit der Anklage gegen Bradley Manning wiederholt. Die US-Behörden werfen Manning vor, Wikileaks geheime US-Dokumente zugespielt zu haben.

Wikileaks-Sprecher Kristinn Hrafnsson bestätigte dem US-Nachrichtenangebot Cnet die Echtheit der Twitter-Nachrichten. Er habe aber keine Details genannt.  (wp)


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