Original-URL des Artikels: http://www.golem.de/news/ice-opera-zeigt-tablet-browser-ohne-chrome-und-mit-webkit-1301-97014.html    Veröffentlicht: 19.01.2013 10:12

Ice

Opera zeigt Tabletbrowser ohne Chrome und mit Webkit

Opera hat einen neuen Browser. Ice, so der Name, verzichtet auf Bedienelemente und nutzt statt Operas eigener Rendering Enigne Presto die auch in Chrome und Safari verwendete Browser Engine Webkit.

Bereits im Februar will Opera seinen neuen Browser Ice für Smartphones und Tablets mit iOS und Android auf den Markt bringen. Dabei geht Opera sowohl beim User Interface (UI) als auch bei der verwendeten Rendering Engine neue Wege. Setzt Opera bisher ausschließlich auf seine eigene Rendering Engine Presto, kommt bei Ice Webkit zum Einsatz, wie Pocket-Lint berichtet.

Opera-Chef Lars Boilesen zeigte Pocket Lint ein Video, in dem eine Betaversion von Ice Opera-Mitarbeitern präsentiert wird und Boilesen selbst Operas künftige Strategie aufzeigt. Denn nach Ansicht von Boilesen muss Opera neue Wege gehen, um weiter zu wachsen, und starke Produkte für iOS und Android anbieten.

So einfach wie möglich

Opera hat bei Ice nicht nur die Rendering Engine ausgetauscht, sondern auch das User Interface komplett neu gestaltet. Bedienungselemente gibt es bei Ice praktisch nicht. Es geht den Opera-Entwicklern darum, die Technik vor dem Nutzer zu verstecken.

So präsentiert der Browser auf dem Startbildschirm eine Auswahl von neun Icons, über die Websites oder Web-Apps gestartet werden können. Wie bei iOS oder Android kann mit einem Wisch durch mehrere Startbildschirme gewechselt werden.

Ein Klick auf ein Icon öffnet die jeweilige Website, die fast den gesamten Bildschirm einnimmt. Lediglich am unteren Rand des Fensters gibt es eine Schaltfläche, mit der zum Startbildschirm des Browsers zurückgekehrt und Webseiten zum Startbildschirm des Browsers hinzugefügt werden können. Es gibt keine URL-Zeile, keine Knöpfe zum Vor- und Zurückblättern und auch keine Tabs. Stattdessen wird mit Wischgesten geblättert, neue Webseiten können über ein Suchfeld auf dem Homescreen aufgerufen werden. Und Tabs benötigt der Browser nicht, denn klickt man eine Website erneut an, öffnet sie sich genau in dem Zustand, in dem man sie verlassen hat.

Sollte eine Website für den Nutzer gefährlich sein, zeigt der Browser dies mit einem deutlichen Warnhinweis an.

Opera will Ice für iOS und Android im Februar 2013 veröffentlichen, denn dies seien die beiden maßgeblichen mobilen Plattformen. Eine Veröffentlichung für Windows Phone schließt Opera-Chef Boilsen nicht aus, zuvor müsse Microsofts Betriebssystem aber mehr Nutzer haben.

Opera Mini soll es auch weiterhin geben, nach Ansicht von Boilsen hat der Browser aber zu viele Einschränkungen im Vergleich zu Chrome oder Safari. Zu viele Webseiten funktionieren mit Opera Mini nicht.

Der Wechsel auf Webkit ist durchaus sinnvoll: Zum einen ist es unter iOS gar nicht möglich, einen Browser mit anderer Rendering Engine anzubieten, zum anderen sind viele mobile Webseiten auf Webkit optimiert und Operas Marktanteil insgesamt recht klein, auch wenn Opera Mini in manchen Ländern sehr populär ist.

Im März 2013 soll auch ein Desktopbrowser erscheinen, wie Boilesen laut Pocket Lint sagte. Allerdings ist unklar, ob es sich dabei um eine neue Opera-Version oder eine Desktopversion von Ice handelt und welche Rendering Engine zum Einsatz kommt.  (ji)


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