Original-URL des Artikels: http://www.golem.de/news/rtl-dvb-t-hat-nur-verschluesselt-eine-zukunft-1301-96987.html    Veröffentlicht: 17.01.2013 15:27

RTL

"DVB-T hat nur verschlüsselt eine Zukunft"

RTL hat seinen Plan begründet, die Verbreitung seiner Programme über das digitale Antennenfernsehen DVB-T einzustellen. Ohne Verschlüsselung lohne sich das alles nicht.

Die RTL-Mediengruppe sieht für das digitale Antennenfernsehen DVB-T nur verschlüsselt eine Perspektive. RTL will in München schon ab Juli 2013 und in anderen Gebieten ab dem 31. Dezember 2014 kein DVB-T mehr unterstützen. Unternehmenssprecher Thomas Bodemer erklärte, für viele Sender habe die Terrestrik "unter stabilen ökonomischen Rahmenbedingungen nur verschlüsselt eine Zukunft."

Der neue Standard DVB-T2 kann mehr Programme ermöglichen. Doch die notwendige Fortentwicklung der Terrestrik müsse von der gesamten Branche getragen und durch Regulierungs- und Aufsichtsbehörden unterstützt werden, forderte RTL.

"Generell ist die Mediengruppe RTL Deutschland der Überzeugung, dass auch weiterhin eine drahtlose Übertragung für den Rundfunk, auch für die mobile Nutzung, sinnvoll ist. So befindet sich die Mediengruppe RTL derzeit in Verhandlungen zu einem DVB-T2-Projekt in Österreich, im Unterschied zu Deutschland sind dort die Rahmenbedingungen - verschlüsselte Verbreitung sowie eine langfristige Planungssicherheit durch die Sicherstellung der notwendigen Frequenzressourcen - deutlich positiver zu bewerten." Allein für RTL Deutschland sei ein erforderliches Investitionsvolumen im mittleren zweistelligen Millionenbereich nötig.

Verbraucherschützer kritisieren die Entscheidung. Klaus Müller, Vorstand der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, forderte die Landesregierung auf, "darauf hinzuwirken, dass DVB-T als populärer Verbreitungsweg von Rundfunk dauerhaft erhalten bleibt und weiterentwickelt wird."

Wenn die privaten Vollprogramme einen "Beitrag zur Medienvielfalt leisten" sollen und die Veranstalter hierfür "medienpolitische Privilegien beanspruchen", müssten sie auch auf dem viel genutzten Antennenempfangsweg vorkommen. Die Verbraucherschützer empfehlen dem Gesetzgeber und den Landesmedienanstalten, hierfür Vorgaben zu entwickeln.  (asa)


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