Original-URL des Artikels: http://www.golem.de/news/razer-edge-gaming-tablet-mit-controller-keyboard-und-dock-angespielt-1301-96788.html    Veröffentlicht: 09.01.2013 10:08

Razer Edge

Gaming-Tablet mit Controller, Keyboard und Dock angespielt

Was als "Project Fiona" begann, wird nun ein Produkt: Noch im ersten Quartal 2013 kommt Razers Spieletafel namens Edge auf den Markt. Die Ausstattung sucht ihresgleichen, was für die Akkulaufzeit aber nicht gilt.

Schnelle Hardware braucht viel Strom - diese Regel der klassischen PC-Technik trifft auch auf das Razer Edge zu. Ein Core i7 und Nvidias GT 640M LE drücken die Laufzeit des für Spiele entwickelten Tablets auf ein bis drei Stunden, wie Razer Golem.de auf der Unterhaltungselektronikmesse CES gesagt hat. Das ist aber auch schon die einzige wirklich schlechte Nachricht. Alle anderen Aspekte des Geräts begeistern.

Die Hardware, zu der auch eine bis zu 256 GByte große SSD und 8 GByte DDR3-Speicher gehören, ist für ein Gerät in dieser Größe derart schnell, dass PC-Spiele viel Spaß machen. Golem.de konnte das unter anderem mit Dirt Showdown und Dishonored ausprobieren. Das Rennspiel lief in mittleren Details flüssig, und der Schleichtaktiker in den Default-Einstellungen ebenso.

Dabei haben wir das Tablet bei Dirt Showdown über das als Zubehör erhältliche Dock per HDMI an einen Fernseher angeschlossen betrieben und mit einem Razer-Controller gespielt, der vom Eingabegerät der Xbox abgeleitet ist. Dishonored spielten wir mit dem Conroller-Rahmen, in den das Gerät eingesteckt werden kann. Wie schon in früheren Prototypen überzeugte die Präzision der Analogsticks, die Schultertasten, die hier eher wie je zwei Abzüge pro Seite ausgeführt sind, arbeiteten leichtgängig.

Stabil gebaut

Sowohl das Tablet allein als auch der Controller wirken sehr hochwertig verarbeitet, insbesondere der Rahmen, in dem das Tablet steckt, lässt sich nur mit roher Gewalt leicht verbiegen. In dem Controller wie auch der Tastatur, die es ebenfalls als Upgrade geben soll, steckt ein Zusatzakku, der die Laufzeit um ein bis zwei Stunden beim Spielen verlängert. Angaben zur Nutzungsdauer mit Browsern oder Office-Anwendungen machte Razer nicht, sie dürfte deutlich höher sein, weil dabei die integrierte Grafik der Intel-CPU genutzt wird. Das Tablet beherrscht die automatische Umschaltung zur Nvidia-GPU, auch als Optimus bekannt.

Während das Tablet, das Dock und der Controller schon in wenigen Wochen auf den Markt kommen sollen - leider vorerst nur in den USA -, soll die Tastatur erst im dritten Quartal 2013 erscheinen. Die Zeit bis dahin nutzt Razer hoffentlich, um die Tastatur etwas stabiler zu machen. Wer mit einem recht harten Anschlag darauf tippt, kann sie schon mit einem Finger etwas durchbiegen, was das sonst gute Gefühl trübt. Die Führung der Tasten ist präzise, der Hub wie bei anderen sehr flachen Tastaturen - die des Surface von Microsoft ist ein ähnlicher Fall - aber sehr gering.

Mobiler Spielspaß erst ab 1.000 Euro

Wie auch das Surface Pro mit Core i5 ist das Edge nicht lüfterlos. Die Lautstärke ließ sich in der hektischen Messehalle nicht abschließend beurteilen, sie dürfte aber in ruhigen Umgebungen stören. Wer beim konzentrierten Spielen Kopfhörer trägt, hat damit aber kein Problem. Der Lüfter, der an der oberen rechten Seite sitzt, muss Schwerarbeit leisten: Das Gerät wird in der rechten Seite recht warm, aber auch beim Spielen noch nicht so sehr, dass die Hände ins Schwitzen kommen. Wohl auch deswegen hat Razer den Controller mit abgesetzten Griffen gestaltet. Mit dem Controller lassen sich auch die Lagesensoren des Tablets feinfühlig nutzen, die bisher aber nur von wenigen PC-Spielen unterstützt werden.

Touchscreen und Schnittstellen

Als weitere Eingabemöglichkeit lässt sich der Touchscreen verwenden, der zehn Finger erkennen kann. Bei der Bedienung des vorinstallierten Windows 8 reagierte das Display präzise. Dass es nur 1.366 x 768 Punkte darstellt, fällt beim Spielen durch die Diagonale von 10,1 Zoll kaum auf, Einzelpixel sind beim Halten auf Armlänge kaum auszumachen. Die geringe Auflösung dürfte Razer auch gewählt haben, um den Grafikchip der Mittelklasse nicht zu überfordern. Beim Surfen beispielsweise ist die kleine Pixelzahl aber hinderlich.

An andere Anwendungen als digitale Unterhaltung hat Razer ganz offensichtlich auch kaum gedacht. So gibt es nur einen Port nach USB 3.0, für externe Tastatur und Maus braucht man schon einen Hub. Ein solcher mit drei Ports ist aber in dem Dock eingebaut. Auch dort und am Tablet selbst gibt es keinen Cardreader, so dass das Gerät auch für Fotografen zur Bildkontrolle unterwegs nur mit Zubehör sinnvoll ist. Durch die spieltaugliche Hardware ist das Gerät mit 950 Gramm auch recht schwer, durch die nach hinten abgeschrägten Kanten wirkt es aber trotz 2 cm Dicke bei kurzen Einsätzen immer noch handlich.

Konfigurationen und Preise

Insgesamt hat Razer mit dem Edge recht genau das umgesetzt, was sich die potenziellen Kunden in einer Umfrage gewünscht hatten. Das gilt auch für den Preis, der nach der Befragung durchaus bei über 1.000 US-Dollar liegen darf. So kostet auch die kleinste Konfiguration mit einem Core i5 und 64 GByte großer SSD schon 999 US-Dollar, mit Core i7 und 128 oder 256 GByte SSD werden 1.299 oder 1.449 US-Dollar fällig. Bei den Prozessoren handelt es sich um Intels für Ultrabooks vorgesehene Dual-Cores, der schnellste ist mit 1,9 bis 3,0 GHz getaktet, die genauen Modellnummern wollte Razer noch nicht verraten.

Das Dock kostet 99 US-Dollar, der Controller ist trotz des Zusatzakkus mit 249 US-Dollar überproportional teuer. Dabei ist das Spielen damit auf den ersten Blick aber die interessanteste Möglichkeit. Die größeren Versionen mit Core i5 oder i7 will Razer mit dem Controller aber als Bundle für 1.499 und 1.649 US-Dollar anbieten. Einen Preis für die Tastatur gibt es noch nicht, weil sie erst frühestens in einem halben Jahr erscheinen soll. So lange müssen Nutzer hoffentlich auf den Marktstart in Europa nicht warten, auch wenn Razer sich in Las Vegas noch nicht auf einen Termin dafür festlegen wollte.  (nie)


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