Original-URL des Artikels: http://www.golem.de/news/linux-desktops-compiz-wird-nicht-auf-wayland-portiert-1301-96752.html    Veröffentlicht: 08.01.2013 11:18

Linux-Desktops

Compiz wird nicht auf Wayland portiert

Compiz soll nicht auf Wayland portiert werden. Das gab der Compiz-Entwickler Sam Spilsbury bekannt. Es werde lediglich Bugfixes für den Compositing Manager geben. Spilsbury sieht die Fragmentierung unter Linux als großes Problem.

Der Hauptentwickler des Compiz-Projekts Sam Spilsbury hat in seinem Blog betont, er werde Compiz nicht auf Wayland portieren. Auch eine Weiterentwicklung des Compositing Managers lehnt Spilsbury ab. Da Compiz aber noch häufig genutzt werde, solle es weiterhin Updates geben. In dem Blogpost beklagt Spilsbury die Fragmentierung von Software unter Linux. Sie erfordere einen zu großen technischen und personellen Aufwand.

Er sehe keinen Grund, eine weitere Compositing Engine und einen weiteren Window Manager für Wayland zu portieren, nur um wenige populäre Funktionen bereitzustellen, schreibt Spilsbury. Er könne es nicht verantworten, etwas zu entwickeln, was zur Fragmentierung beitragen würde und sogar zu unnötigen Auseinandersetzungen zwischen Entwicklern führen würde. Er rate auch jedem davon ab.

Ubuntu setzt noch auf Compiz

Wayland ist ein Protokoll, mit dem ein Compositing Manager mit Clients kommuniziert. Er kann als eigenständiger Displayserver auf die Kernel-Treiber zugreifen. Teil des Wayland-Projekts ist ein Compositor namens Weston, der als Referenz dient. Die erste stabile Version von Wayland wurde Ende Oktober 2012 veröffentlicht.

Compiz dient als Basis für den Unity-Desktop, den Canonical entwickelt hat und der vor allem bei Ubuntu zum Einsatz kommt. Canonical will allerdings langfristig auf Wayland setzen und hat als eine der ersten Linux-Distributionen seit Ende 2011 mehr oder minder funktionstüchtige Entwicklerversionen von Wayland bereitgestellt.

Nie vollendete Kunstwerke

Freie Software sei jedoch nie ganz fertig, ein niemals vollendetes Kunstwerk, schreibt Spilsbury. Wenn ein Maintainer weiterziehe, gebe es andere, die an dem Kunstwerk arbeiteten oder Teile davon für andere Projekte verwendeten. Er befürworte deshalb, die Funktionen, die den Anwendern gefallen, in bestehenden Projekten umzusetzen.

Die Fragmentierung unter Linux sei ein großes Problem, schreibt der ehemalige Ubuntu-Angestellte Spilsbury. Dort würden Entwickler oft nicht nur "das Rad in verschiedenen Versionen neu erfinden, sondern gleich das ganze Auto dazu." Das sei keine Stärke von freier Software. Er könne aus Erfahrung sagen, dass Fragmentierung zu viele personelle Ressourcen binde und damit Innovationen verhindere. "Ich glaube, dass wir gegenwärtig zu sehr miteinander wetteifern und deshalb zu ineffizient sind."  (jt)


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